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Pferdekalender


Reitbeteiligung - großer Fehler ...

» User #2241 schrieb:

Kurze Geschichte aus der eigenen Erfahrung: Mein früherer Wallach war, als ich ihn kaufte, ein Durchgänger, aber sonst ganz lieb. Ich ritt ihn einige Jahre selbst, und das legte sich. Dann kam der Tag, an dem ein junges Mädchen eine RB an ihm haben wollte, hab sie draufgesetzt, sie ist irgendwann angalloppiert und er rannte völlig gelassen Runde um Runde während sie vergeblich am Zügel zog. Die Gewichtshilfen konnte sie nicht. Also ignorierte mein Dicker sie, und rannte, und rannte ..., eine halbe Stunde später (!)hatte er genug, und stoppte. Sie flog und schimpfte auf dieses fürchterliche Pferd, das Tier, das sich von mir ohne alles und ohne Probleme reiten ließ.


» User #2871 schrieb:

aalsoo...is ja gut... ich wollte gar nich sagen, dass man sich einem pferd gegenüber nich dominant verhalten soll...aber ich finde, man muss auch nich wegen jeder lapalie terror schieben..."uöööh... mein pferd gehorcht mir nich...böööh... etzt werden härtere seiten aufgezogen..." ...blaaablaaablaaa...finde ich zumindest... ich habe noch nie gesehen, dass das alphatier einer herde ein pferd getreten hat, weil es nich über einen bach gehen wollte...?...wenn ihr denkt, dass eine gute beziehung zwischen pferd und reiter nich ohne gewalt funktionieren kann, dann möchte ich euch ein buch empfehlen, dass euch sicher gefallen wird..."das schwierige pferd"...was die einem da erzählen...von wegen "russische züchtigungsmethode"...oh, mein gott... ich weiss ja nich, wies euch geht, aber bei mir hört sich da alles auf...nun denn, viele grüsse...
p.s.: @charlotte... wenn deine rb nich reiten kann, kann sie ihn ja auch schlecht für ihren eigenen fehler verprügeln, oder?!... da muss man schon unterscheiden zwischen verarshung und gehorsam (richtige hilfen?)... halte das beispiel von daher nicht für zureichend...sorry... @gallagha ... sicher kann man pferden..wie jedem lebewesen... mit hilfe von konditionierung bestimmte verhaltensweisen einprägen... dennoch denke ich nich, dass pferde einen neuen reiter bewusst verarshen... ich glaube, sie sind unsicher... wenn dann auch noch die hilfen falsch/anders gegeben werden, als es sie gelernt hat... ist alles andere meiner neinung nach vorprogrammiert...


» User #2625 schrieb:

@weeska: bewusst verarschen ... wohl die falsche Bezeichnung. Aber ein Pferd mit etwas Erfahrung weiß bereits an der Art wie man sich hinsetzt, ob es den Reiter erst mal ernst nimmt oder nicht.

Und es gibt Typen, die nimmt kein Pferd wirklich ernst, sie wissen das schon nach Sekunden. Ich kenne genug Pferde, die Unsicherheit wirklich schamlos ausnutzen ... von Unsicherheit keine Spur. Wenn Pferd dann wegen z.B. Ziehen am Zügel erst recht nicht durchpariert ...

An Tagen wo er gut drauf ist trug mein Rösslein seine Ex-beteiligung wie ein Lamm ... war ja auch net anstrengend. Aber wenn ihm danach war, stieg er bei ihr beim Führen, setzte sie ab weil er in der Halle plötzlich ein Monster entdeckte usw.


» User #50 schrieb:

pferde verarschen niemals bewusst, auch wenn das gerne hinein interpretiert wird. sie haben einen geistigen stand eines 2-3 jährigen kindes ,der auch nicht höher wird.
das ganze ist immer so ein unsicherheitsproblem, kann es dem reiter vertrauen oder kümmert es sich um sein eigenes überleben. schönes beispiel ist doch das angebliche monster in der halle. da es sich auf seinen reiter nicht verlassen kann, hat es seine flucht mal selber in die hand genommen.
wenn jemand unsicher ist, nutzt es das pferd nicht schamlos aus, es versteht in dem moment nicht was der reiter von ihm will.


» User #1473 schrieb:

Soooooooo ...lasst mich mal ran an die Sache! icon_wink.gif

Also, ich hab seit 4 Jahren eine Reitbeteiligung bei uns im Dorf. Der Wallach ist schwierig, hat sehr viel Temperament und nutzt es auch voll aus, wenn er merkt, dass der Reiter sich nicht durchsetzen kann. Ich hab 2 oder 3 Jahre gebraucht und viel Nerven, bis er einigermassen mich als "Oberhaupt" anerkannt hat. Jetzt bin ich soweit, dass ich mich trauen würde, mit ihm alleine auszureiten und dass ich schon fast seine gedanken lesen kann. Bin sonst immer mit der Besitzerin zusammen gewesen.
Bei mir war es alles echt Glück. Die Besitzerin ist total lieb, das Pferd an und für sich auch und die Besitzerin kann mir voll und ganz vertrauen ... UND ich bezahle keinen Pfennig! Super was? Das Problem is halt echt, dass man sich auf den KLeinen nit einfach draufsetzen kann und mal ne runde Entspannt durch die Gegend reiten kann. Man muss konzentriert sein, sonst nutzt er es schamlos aus!

Irgendein Pferde-Guru hat mal gesagt, dass das Pferd testet, wer der Stärkere ist, nicht weil es einen "verarschen" will, sondern weil es sehen will, ob der Mensch ihn vor möglichen Gefahren schützen kann oder nicht. Wenn nicht, dann übernimmt es halt die Oberhand. Das Pferd ist halt so darauf "programiert" und ich find den Gedanken verdammt gut.


» User #2910 schrieb:

Interessant welche unterschiedlichen Erfahrungen es so gibt. Da ich mich traurigerweise gestern von meinem Pflegepferd getrennt habe und gerade noch am trauern bin möchte ich auch noch was beitragen.

Ich bin im letzten Jahr umgezogen und dachte um jemanden kennen zu lernen gehe ich doch einfach wieder reiten. Ich war davor einige Jahre nicht mehr regelmässig geritten weil es beruflich einfach nicht ging.

Nach einigen Reitstunden sagte mir die Reitlehrerin sie wüsste jemanden der eine Reitbeteiligung vergibt allerdings sei das Pferd etwas schwierig - es würde keine Hallen mögen und Reitstunden würden mir mit diesem Pferd keinen Spass machen da es ein reines Geländepferd wäre. Es handelte sich um eine 19 jährige Trakehnerstute der man allerdings ihr Alter nicht anmerkte. Wir trafen uns letzten Mai das erste Mal in der Halle mit Reitlehrerin und Besitzerin - das Pferd musste festgehalten werden damit man aufsteigen konnte und dann rannte es nur was das Zeug hielt. Eine Katastrophe, da ich mir sowieso noch unsicher war - allerdings meinten sowohl Besitzerin als auch Reitlehrerin ich solle es probieren. Am Anfang hab ich das Pferd zwei bis drei Mal in der Woche geritten - erst sehr viel im Gelände und dann immer mehr auch Dressur auf dem Sandplatz. Die Arbeit mit dem Pferd wurde immer mehr ausmisten (der Besitzerin war der Stall nicht sauber genug) - am Wochenende immer auf die Koppel führen (ich wohne im gleichen Ort)- dann wurde die zweite Reitbeteiligung krank und ich bin drei bis vier Mal in der Woche geritten. Das machte aber gar nichts aus denn ich habe das Pferd sehr lieb gewonnen.

Nachdem es jetzt sehr früh dunkel wird, dachte ich mir - so - nimmst du Reitstunden - das schadet uns beiden nicht. Wir haben uns inzwischen ziemlich gut angefreundet und das Pferd hat mir vertraut. Ich bin also in die Reitstunden gegangen - aufgestiegen ohne das sie jemand halten musste und habe zwei wunderbare Reitstunden hinter mich gebracht. Sicher im Trab war sie noch ziemlich schnell - aber ich dachte ich muss eben ein bisschen Geduld haben und es wurde auch schon besser. Am Wochenende steht die Besitzerin vor mir und meinte jemand hätte ihr erzählt das, dass Pferd keinen vernünftigen Schritt mehr gehen würde und sie wolle, dass es jetzt vier Wochen nur noch im Schritt geritten wird. Und ausserdem würde es seit letzen Dienstg - also vor meinen Reitstunden - das Bein nachziehen. Und ich solle es doch mit ein bisschen mehr Tierliebe versuchen. Und sie würde die Stute am Sonntag selbst reiten um sie wieder ruhig zu bekommen. Nachdem ich mich das ganze Wochenende mit Selbstzweifeln geqält habe beschloss ich die Reitbeteiligung aufzukündigen.

Meint ihr das war die richtige Entscheidung?


» User #956 schrieb:

Liebe Aditu,

Du Ärmste, das ist ja wirklich das Letzte von der Besitzerin gewesen! Ich denke, Du bist da ganz tüchtig ausgenutzt worden. Evtl. verkraftet sie auch nicht, dass Du mit ihrer Stute nun mittlererweile so gut kannst. Kann denn Deine Reitlehrerin nicht noch einmal ein vermittelndes Wort sprechen? Sie hatte Dich doch mit der Stute in ihrem Unterricht und kann dann bestätigen, dass die Vorwürfe der Besitzerin grundlos sind. Du kamst doch mit dem Pferd klar. Aber ich denke, mit Leuten wie dieser Pferdebesitzerin ist sehr schwer klarzukommen. Natürlich tut es weh, sich davon zu trennen, wenn man sich mit dem Pferd zusammengerauft hat, man hängt ja dann am Tier. Aber ich denke, Deine Entscheidung war o.k. und Du findest bestimmt eine RB, wo die Besitzer Deinen Einsatz mehr zu schätzen wissen!

Alles Gute!

Corry


» User #2871 schrieb:

meiner meinung nach ist dieses "testen" in keinster weise verarschungsmässig gemeint...die tiere müssen sicher wissen, wem sie in welcher situation vertrauen können...wie in der freien wildbahn auch, aber muss das unbedingt der- oder diejenige sein, die am härtesten mit dem tier umgeht?...also, ich finde, wie gesagt, wenn ein pferd sich auffällig anders verhält, wenn ein neuer reiter draufsitzt, dann liegt das daran, dass der- oder diejenige sich missverständlich ausdrückt und dem pferd so nicht die nötige sicherheit gibt, die es braucht...


» User #894 schrieb:

Also ich denke auch nicht dass das PFerd versucht den Reiter zu verarschen, aber ich weiß von meinem Stinktier, dass es Pferde gibt, die die kleinste Unsicherheit schamlos ausnutzen! Am Anfang als ich ihn im Winter bei einem Spazierritt ohne Sattel im Gelände reiten wollte, hatte er nur Flausen im Kopf und einmal hat er mich wirklich ohne Grund runtergebuckelt! War nich so toll, aber er hatte meine Unsicherheit, so ganz ohne Sattel, sofoert gespürt und sich gedacht, er könnnte mich ja mal absetzen!
Das hat er allerdings nicht lange gemacht, ich bin dann auch ohne Sattel sicher geworden und heute gehen wir beide am langen Zügel ohne Sattel in allen drei Gangarten durchs Gelände, das macht echt super viel Spaß und mein Dicker ist die Ruhe selbst!
Anfangs das war also wohl doch so etwas wie ne Testphase! icon_wink.gif


» User #2871 schrieb:

is ja auch komisch, wenn auf einmal der mensch, der sonst immer völlig selbstbewusst draufhockt, plötzlich unsicher is...wie soll das pferd denn darauf klarkommen?...


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