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Pferdekalender


Sattelsuche - Schrecken ohne Ende? ;)

» User #6297 schrieb:

Hach, ich hab hier so lang nichts mehr erzählt, da dacht ich eben in einem Anfall nicht vorhandener Langeweile ... ich meld mich mal wieder. Einfach mal ein bisschen Stuss von der Seele reden.

Seit April reite ich ja theoretisch meinen 'Kleinen', Mico, einfacher gesagt. Die Betonung liegt ganz klar auf theoretisch. War der Start mit diesem Pferd, der sich ja nun von Mai 2008 hingezogen hatte bis April 2009 ... jaaa, es lief nicht wie geplant und das Pferd war daran keine Schuld ... ja schon ein Drama für sich, so setzt sich dieses gerade im dritten Akt der Suche nach einem passenden Sattel fort.

Ich hatte mich so gefreut im April .. draufsetzen, losreiten, Ausritt mit einem Bekannten und erster Ritt überhaupt so richtig und alles lief glatt. Drei Tage später, Ritt zwei, ganz allein, nur mit Pit als Begleitpferd an der Hand. Alles lief glatt. Und dann 5 Wochen Auszeit wegen ner derben Grippe. Danach wieder angefangen, dritter Ritt mit Handpferd. Alles bestens.
Aber .. das Schweißbild gefiel mir nicht beim absatteln, trockene Druckstellen. Noch zwei Ritte lang getestet mit verschiedenen Decken, Problem das gleiche ... Sattel passte nicht. Okay, alles kein Drama, ich hab mich also an die Sattlerei ROC gewand, von denen ich ja noch einen Sattel hängen habe, der von meinem Vater. Idee war, den anpassen zu lassen, oder in Zahlung zu geben und mir ein ROC Westernmodell zu kaufen. Die Leute da haben mich auch sehr nett beraten und mir Angebote unterbreitet. Gleichzeitig hatte ich eine bekannte Sattelhändlerin gebeten, mal zu schauen ob sie was passendes da hat. Die handelt allerdings nur mit gebrauchten Sätteln, fand aber schnell was. Sie brachte mir vier Sättel zum testen, von denen einer zu passen schien, den sie mir für einige Tage zum testen da lies.
Große Freude, noch am gleichen Abend der erste Testritt. Hm, ja, ganz okay ... aber Ritt zwei und drei offenbarten es, wieder trockene Stellen. Diesmal aber kein Druck, sondern er lag hohl. Da es noch eine Interessentin für den Sattel gab blieb mir keine Zeit lang zu überlegen und ich gab ihn zurück ... wenn ich schon viel Geld ausgebe, solls auch richtig passen, war so mein Gedanke.

Also zurück zu der ROC-Idee. Ich hab mir den Sattel nach Anleitung passend gemacht und ihn getestet. Dem Pferd passte er, Mico lief auch ganz gut damit. Also, dacht ich mir so, verkneiff ich mir mal eine Weile lang meine Abneigung zum Sattel, und reite ihn. Speck ab- und Muskeln aufbauen, und dann weiter suchen nach einem Westernsattel. Ich gebs nämlich zu, ich hab mich nie wohl gefühlt in dem ROC. Da nervt mich schon das man ohne Aufsteighilfe nicht rauf kommt.
Leider hab ich dabei mein sensibles Pferdchen unterschätzt, das nach wenigen Ausritten anfing gereizt auf meine negative Einstellung zu reagieren. Leider hatten wir auch gleich beim zweiten oder dritten Ritt einen bösen Bocksprung mit dem ROC, bei dem ich mir übel weh getan hab (Handgroße, tiefblaue Blutergüssen an beiden Oberschenkeln innen!), so das sich meine Haltung zu dem Sattel eher verschlechterte, und von da an wurden die Ritte mit jedem mal unerfreulicher. Brachte mein Pferd anfangs nichts aus der Ruhe, so wurde nun alles ein Grund zum springen oder bocken, und bei jedem Ausritt wurde das aufsteigen mehr und mehr zur Tortur. Von ein oder zwei Versuchen ihn bei die Aufsteighilfe zu führen wurden irgendwann zehn und mehr Anläufe und beiderseits lagen die Nerven blank. Es nutzte auch nichts, das ich das immer mit Ruhe und Geduld, mit Hilfe einer Freundin und dem vertrauten Pferd daneben übte, Belohnung und Dominanz, er wollte nicht, egal was und wie wir es versucht haben. Bis das ganze darin gipfelte, das er ärgerlich stieg und sich rückwärts überschlug!
Aus, Ende ... an dem Tag bin ich zwar noch in den Sattel gestiegen, meine Freundin spielte Steigbügelhalter und das ganze ging mit einem in die Ecke gedrängten Pferd, aber das war nur noch der Gehorsamsritt, damit Mico sich nicht einprägt mit so einem Theater irgendwas erreichen zu können. Abgesehen von diversen Abschürfungen und Blutergüssen ist uns beiden nichts passiert dabei, zum Glück. Der ROC landete in der hintersten Ecke der Sattelkammer und das Pferd ging fünf Wochen auf die Weide zum erholen und beruhigen.
Ab da hab ich dann im Wochentakt laufend 1-2 Sättel getestet. für die ich jedesmal 40 km fahren musste um die zu holen. Dabei war leider nichts. Zu eng, zu weit, zu lang, zu währgs.
Der einzige der halbwegs passte war eine absolute Zumutung für mich als Reiter, ich bin nur herumgerutscht in dem zu großen Sitz. Der gesamte Ritt war ein einziges Schleudertrauma. icon_neutral.gif

Dann hab ich mir auf den Rat in einem anderen Forum hin ein Buch angesschafft zum Thema, wie man Sättel einfach anpasst, einfach um mich mit der Materie etwas vertrauter zu machen. Schließlich wollt ich mir ja sicher sein können, das ein Sattel wirklich gut sitzt und ich nichts übersehe.
Und dann fand ich meinen Traumsattel. icon_surprised.gif

Ein Sattel der Marke Deuber und Partner, ein Endurance/Trekking Modell. Also optisch ein abgespeckter Westernsattel, ohne Horn. Da ich eh Freizeit-/Gelände-/Wander-/& Hobbydistanzreiter bin, brauch ich nicht zwingend einen Westernsattel mit Horn, aber eben auch keinen sauteuren ultraleichten Distanzsattel. (Mein Traum wäre ja wieder ein Stocksattel, wie ich ihn für meinen Oldie hab, nur dafür fehlt mir grad das Geld.)
Aufgelegt, getastet, Stirn gerunzelt. Hm, nicht ganz perfekt, aber gut genug zum testreiten. Und dann .. reinsetzen und schnurrend drin versinken. Der Sattel passte mir so gut, als wär er ne Maßanfertigung für mich. Ich sass entspannt, sicher, zufrieden und hab mich vom ersten Schritt an wohl gefühlt. Und auch nach zwei Stunden keine Verspannung, keine Schmerzen -- einfach nur wohlfühlen.
Die eiskalte Ernüchterung kam beim absatteln ... die verhassten trockenen Stellen waren wieder da!
Ich hab den Sattel dann nochmal getestet und mittels dem Wissen aus dem Buch leichte Veränderungen vorgenommen. Andere Decke, Polster, Pad usw. rumgespielt und nochmal geritten. Und siehe da, diesmal ein fast ebenmäßiges Schweißbild.

Aber ich war trotzdem verunsichert. War das mit dem polstern richtig? Würde sich die Muskulatur entsprechend auf- und die speckpolster abbauen und würde der Sattel dann perfekt passen? Oder doch einen Tick zu eng in der Schulter? Allen Versuchen zum trotz, ich kam zu keiner eindeutigen Antwort und war eher der Meinung, er sei ganz knapp zu eng.
Da der Sattel obendrein als gebrauchter Sattel nur knapp unter Neupreis liegen sollte, und dazu noch aussah, als wär er mal ne Schotterpiste runtergeschubbelt worden, hab ich dann an der Stelle das rumprobieren beendet. Traurig hab ich den Sattel zurückgebracht und Kontakt zur Firma Deuber aufgenommen um nach einem Händler in meiner Nähe zu fragen.

Tja, Nähe ist relativ, aber es gibt einen der nurrrrr knapp 150 km entfernt sitzt. Eine andere Freundin hat ihren Sattel auch von dem und ist voll des Lobs.
Aber gut ... warum soll ich 1200 Euro ausgeben für einen ramponierten Sattel über den ich mir nicht sicher bin, wenn ich den gleichen Sattel in Neu für 1500 kriegen kann inkl professioneller Beratung? Eben, gibt keinen Grund.
Also hab ich Kontakt zu der Sattlerei aufgenommen, leider erstmal erfolglos. Auf meine E-mails kamen keine Reaktionen. Nach drei Wochen warten hab ich dann Samstag da angerufen und heute morgen haben wir lang und ausführlich gesprochen über die Problematik.

Mico ist inzwischen nämlich durch das Nichtstun so fett geworden, das die Situation irgendwie immer schwieriger wird. Je fetter er wird, desto schwerer wirds nen Sattel zu finden. Hat der derzeit das Format eines gemästeten Quarterhorse tendiert er immer mehr zur Marke schlachtreifer Masthaflinger. Wohlgemerkt, für die die es nicht wissen .. ich rede von einem Vollblutaraber! Da kann man locker zwei draus machen. Und obendrein hab ich, dank des bisher nicht passenden Sattels, noch nicht wirklich mit ihm arbeiten können. Okay, er geht gradaus und um die Kurve, kriegt inzwischen Wendungen hin und geht auch wenige Schritte zurück, kann Schritt und Trab und anhalten, aber das wars. Galopieren tut er, aber er springt nicht an sondern rennt rein. Sprich Trab wird immer schneller bis irgendwann der Wechsel da ist. Auch das wird schon besser, aber wie gesagt ... ich hab bisher immer nur Sättel getestet so das wir über die Gewöhnung an Geländehindernisse noch nicht wirklich hinaus sind. Wirklich Muskeln hat er also noch nicht aufbauen können, und man kann ihn nicht mal eben kurz und knapp in allen Bereichen testen. Ein verlässliches, unausgebildetes Geländepferd, so gesehen icon_wink.gif

Jetzt muss ich sehen wann ich den Hänger mal haben kann und dann werde ich mit dem Tier das verladen in Angriff nehmen, der wurde nämlich zuletzt vor 4,5 Jahren mal verladen, da war er grad mal ein Jahr alt. Und dann muss ich die lange Fahrt auf mich nehmen zu dem Sattler.
Ungern, ich häts lieber gehabt er kommt her, aber so rum bietet es einige Vorteile. Statt nur fünf oder sechs Sätteln die er mitbringen kann, hat der da ca. 50 zur Auswahl, dazu noch die rohen Sattelbäume, so das man umfassend suchen und probieren kann den besten zu finden. Und dann hat er Roundpen und Reitplatz um sich das ganze dann auch sofort in Bewegung anzuschauen und sich selbst ein bild davon zu machen, wie sich Mico bewegt. Erzählen kann ich ihm ja viel, ich bin nur Laie ... er ist Profi. Und das ist er wirklich, der Mann bildet nämlich auch aus und trainiert, und arbeitet mit 'Problempferden'. Der müsste also wissen wovon er redet. Zumindest hab ich bisher nur gutes über ihn gehört.

Er beschafft sich jetzt auch mal genau den Sattel, den ich zuletzt hatte, um bei dem anzufangen und mir zu sagen, ob ich richtig oder falsch lag, und von da arbeiten wir uns dann vor zum perfekten Sattel. Und findet sich nicht der richtige, oder ich will was geändert haben, kommt er ab der zweiten Anprobe zu mir an den Stall .. dann ist die Auswahl ja schon auf weniger Modelle reduziert und er muss nicht mit nem Reisebus anreisen icon_wink.gif
Nett finde ich, das er eine Rücknahmegarantie bietet. Wenn ich bei ihm den Sattel kaufe und der passt aus diversen Gründen nicht mehr (Pferd nimmt ab, noch mehr zu, verändert sich ... ist ja alles zu erwarten), nimmt er den Sattel zurück bzw in Zahlung, natürlich gegen Kostenausgleich (der Wert sinkt ja) und beschafft mir einen passenden.

Also, jetzt muss ich nur noch meinem Pferd die Sache mit dem Hänger verklickern und nen Termin ausmachen .. ein Klacks. Ich verrat euch jetzt mal nicht das es deswegen grad in meinem Magen rumort wie wild. icon_rolleyes.gif
Vielleicht findet das Drama ja dieses Jahr noch ein Ende ... ich will ennnnnndlich mein Pferd reiten. Ich hab so lang nun schon gewartet, langsam werd ich ungeduldig. icon_confused.gif Ehrlich, mir reichts. So ein schöner Spätsommer und Herbst und ich kann anderen nur zuschauen beim reiten. Manchmal möcht man glatt heulen vor Frust.

Drückt mir mal die Daumen das es endlich was wird .

t.b.c.


» User #11837 schrieb:

Hi Chiandra!

Ich drücke Dir natürlich sämtliche verfügbaren Daumen ... hätte ich das eher gewusst, ich hätte Dir meinen Diamond C Westernsattel mit Araberbaum angeboten ... ich brauche ihn nämlich nicht mehr ... aber nun drücke ich Dir die Daumen für Deinen Traumsattel!

LG Barbara


» User #5889 schrieb:

Hi, Du Arme!

Sattelsuche kann einem schon den allerletzten Nerv rauben! Glaub mir, ich spreche aus Erfharung... und ich habe zwei Pferde... Der Eine läuft zum Glück seit vielen Jahren mit seinem Sattel - bis wir den gefunden hatten, hat es allerdings auch einige Jahre gedauert. Das Pony hat in drei Jahren jetzt den dritten Dressursattel. Und ich bin immer noch am Experimentieren.

Deine Erfahrungen mit dem ROC kann ich allerdings nicht teilen - ich habe für mein Pony einen ROC-Distanzsattel, der passt perfekt und ich kann auch vom Boden aus aufsteigen ohn das er rutscht. Beim Dressursattel ist es leider nicht ganz so einfach gewesen.

Ich drück Dir die Daumen, lass Dich nicht entmutigen!


» User #6297 schrieb:

Ich bin da wohl einfach verwöhnt von meinem letzten Sattel den ich für den Oldie gekauft habe. Da war ich garnicht auf der Suche, sondern mein Vater sucht für sich was leichteres zwecks Distanzreiten. Und dabei wurde ihm zufällig ein Stocksattel angeboten, den er jedoch ablehnte, denn so viel leichter als sein kleiner Westernsattel war der nicht. Neugierig hab ich den mal meinem Oldie aufgelegt, weil dessen Rücken sich damals gerade verändert hatte, so das sein Sattel auch nicht mehr sooo dolle lag ... und der passte wie Maßgefertigt.
Zack, war mein Westernsattel umgetauscht gegen den Stocksattel, den ich heiß und innig liebe.

Was den ROC angeht ... das Problem bestand aber schon immer. Ist so ein kleiner ROC I, und auch mein Vater musste immer den Blumenkübel als Aufsteighilfe nutzen, oder das Pferd in einen Graben stellen, eine Bank oder einen Baumstumpf oder was grade verfügbar war. Beim so aufsteigen kam einem der Sattel immer entgegen. Wurde übrigens auch vom Sattler ans Herz gelegt, eine Hilfe zu nutzen.

Ich selbst hab es aus trotziger Gewohnheit imemr wieder ohne Hilfe versucht, aber da war ehrlich gesagt kein Raufkommen wenn nicht wenigstens jemand gegenhielt. Auch bei dem Kleinen ... selbst mit Hilfe ist mir dann noch oft genug der Sattel entgegengekommen, was nicht grad zu seinem Wohlgefühl beitrug, wenn ich aufsitzen wollte. So fest konnte ich den Sattel garnicht gurten das der oben geblieben wäre, zumal ich persönlich nichts halte vom erwürgen per Gurt. icon_confused.gif Ich habs nur einmal gemacht, das ich den Sattel fester gegurtet hab, weil mein Kleiner durch den xten Anlauf raufzukommen soviel Luft abgelassen hatte, das es nicht anders ging ... mit dem Ergebnis das er unterwegs die ganze Zeit 'röchelte' und total unlustig lief ... man hatte den Eindruck er würde hinter der nächsten Kurve blau angelaufen umkippen.


Ich will ja im Prinzip nichts gegen den ROC als System sagen, mein Vater hat den sehr gern genommen. Ich war ja selbst drauf und dran mir einem zu kaufen, nur eben in Westernoptik, weil ich die Vorteile im Auge hatte die er bietet. Das ändert aber nichts an den bisher fast nur negativen Erfahrungen, die ich mit ihm habe. icon_neutral.gif Ich wunder mich ja selbst.
Ich hätte es klasse gefunden mir einen Sattel zu kaufen, der relativ leicht dem sich verändernden TRainingszustand des Pferdes angepasst werden kann. Und das der Kleine sich verändern wird ist nun einfach mal Tatsache. Im Härtefall muss ich bei einem normalen Sattel dann in einem Jahr wieder nen neuen kaufen, das hät ich mir gern gespart.

Aber das Risiko immerhin 1500 für einen gebrauchten Western-ROC auszugeben und mit dem dann das gleiche Problem zu haben wie dem I war mir einfach zu groß. Ich kann bei einem jungen Pferd keinen Sattel brauchen, wo mir jemand den Stuhl sozusagen nachtragen muss. Da ich rein im Gelände ausbilde kann es immer wieder mal eine Situation geben wo ich absteigen muss, und dann will ich nicht nach Hause laufen müssen, auch wenn das den teuren Sattel ganz sicher schonen würde icon_wink.gif
Und meine Frage, ob ich den Sattel mal unverbindlich testen könnte, wurde abgelehnt, bzw ich sollte 150 euro zahlen um ihn eine Woche zu testen. Das fand ich arg happig.

Letztlich ist es ja kein Problem, in dem Sattel von Deuber hab ich mich pudelwohl gefühlt und da kommts am Ende ja auch drauf an ... das er dem Pferd passt UND das ich mich darin wohl fühle. Und falls es wirklich das Endurance-Modell wird, bin ich ja zumindest optisch wieder näher am I als am Westernsattel .. nur mit 'mehr' Sattel unterm Hintern.

Ich wünsch dir also viel viel Spaß mit deinem ROC. Es ist interessant zu hören, das andere diese Probleme nicht haben. Mir war bisher nämlich schleierhaft warum dieser Sattel so viele Fans hat icon_lol.gif icon_wink.gif


Hab gestern übrigens mit meinem Bekannten gesprochen, mit dem ich mir den Hänger teile. Mittwoch nach seiner springstunde stellt er ihn mir auf den Hof und holt ihn erst Dienstag wieder ab ... in der Zeit dazwischen kann ich dann mit meinem Kleinen mal das verladen üben. Da bin ich echt mal gespannt, eigentlich hat er mich bei allem bisher positiv überrascht. Während ich noch überlegte wie ich ihn auf eine Plane kriege und losflitzte um Möhrchen zu holen, stand er schon mitten drauf und fands ganz toll. Ich hoffe mal beim Hänger läufts ähnlich glatt.


» User #6297 schrieb:

Nachtrag:

Montag hab ich den Termin mit dem Sattler, also 12.10.
Ich soll mir Zeit lassen, feste Uhrzeit haben wir nicht ausgemacht. Einfach so wie es passt eintrudeln.

Ich hab schon gesagt, falls er sich nicht verladen lässt, zieht er eben den Hänger die 150 km. Dann hat sich auch das Figurproblem erledigt!

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» User #5889 schrieb:

Ich drücke Dir die Daumen für Deinen Sattler-Termin!


» User #6297 schrieb:

JIHAAAAAAAAAAAAAA! icon_razz.gif icon_lol.gif

Ich hab nen Sattel!

Aber von vorne ... Samstag Verladetraining.
Ich hatte den Hänger erstmal frei auf dem Hof, geschlossen, nur die Seitentürte auf und den Hof als Paddock eingezäunt, so das die zwei frei laufen konnte. So hatte der Kleine Zeit und ruhe sich das komische Ding erstmal völlig ohne Zwang anzuschauen und beschnuppern und drumrum zu laufen. In der Seitentüre lagen alte Brötchen, da wurde er also schonmal verführt den Kopf reinzustrecken wegen der Leckerei. Später hab ich den Hänger verschoben und angehängt, so das Hänger drinen, Auto draussen stand. Klappe auf und in den Innenraum etwas Heu geworfen.
Da die zwei zwar von der Weide kamen, aber noch nichts zu fressen bekommen hatten, war die Versuchung natürlich groß und so wurde der Hals lang und länger beim Versuch sich was zu stibitzen.

In der Zeit hab ich ganz normal meine Stallarbeit gemacht, misten, Futter vorbereiten, kehren usw .. also ganz normaler Alltag, nur das da ein Hänger stand.
Als mein Bruder dann dazukam hab ich mir einen eimer frisch geernteter Möhrchen geschnappt und bin einfach in den Hänger spaziert (die Trennwand hatten wir zur Seite gestellt, also voller Platz), vor meinem Kleinen her, der immer noch frei lief ... er kam mit bis die Vorderhufe im Hänger standen, bekam ein Möhrchen und ging schnell wieder raus icon_wink.gif
Das haben wir so lang wiederholt bis er komplett drin stand, jedesmal mit viel Lob und Möhrchen. Dann bekam er wegen irgendwas draussen einen riesen Schrecken, wendete im Hänger und sprang ohne die Rampe zu nutzen raus. Mein Bruder wollte ihm den Weg verstellen, aber ich meinte das sei okay, er soll ruhig merken das er nicht gefangen ist in dem Teil ... und siehe da, er trabte in die Scheune, machte kehrt und kam sofort und ohne zu zögern wieder in den Hänger.

Ich hab ihn dann erst an den Strick genommen und verlangt, das er mal einen Moment im Hänger stehen bleibt und nicht sofort wieder geht .. versüsst wurde das mit einigen Maul voll seines Müslis. Dann wieder raus, kontrolliertes rückwärts ausladen ... herrlich wie vorsichtig er sich rückwärts tastet, keine Spur von rennen und rasen. Einmal trat er neben die Rampe und merkte das da kein Boden war .. also zog er den Huf wieder hoch und schaute nach hinten, wo er ihn hinstellen kann.
Nach noch ein paar Versuchen haben wir die Trennwand langsam in die Richtige postition gebracht und Stange eingelegt .. und wieder Futter. Das auch wiederholt und beim nächsten mal Klappe zu. Gut, da war er erstmal aufgeregt, aber nach zwei Minuten fing er an zu fressen. Also wieder auf, raus, loben ... und weiter im Text. Noch ein paar Versuche weiter haben wir seinen Kumpel mal dazu gestellt und die haben gemütlich gefressen, wieder Klappe zu. Dann ausladen und fertig. Ich hab ihn dann frei gelassen und den Eimer mit den Möhren mitten in den Hänger gekippt ... und obwohl er frei war blieb er halb im Hänger stehen für fast 10 Minuten und schaut nur und frass die Möhren. Keine Spur von Angst oder Scheu. icon_smile.gif


Gestern morgen dann der große Tag ... Hänger und alles war startklar und mein Bruder kam extra von der Arbeit heim um mir zu helfen. Klappe runter, pferd hingeführt. mit dem Eimer Möhren reinspaziert und zack .. Pferd drin. Trennwand richtig gestellt, Stange rein, Klappe zu und ab ... garkein zögern mehr, einfach los. Okay, die ersten paarhundert Meter hats gescheppert, aber bis zur Autobahn, was fast 20 km sind, hatte er sich eingerichtet. Immerhin, ich bin gut durchgekommen und war in zwei Stunden da.
Als ich allerdings in den Hänger schaute, ein Bild des Elends! Er war von den Ohrenspitzen bis zu den Hufen tropfnass geschwitzt und zitterte am ganzen Körper wie Wackelpudding. Wir haben ihn sofort ausgeladen, der Sattler half mir dabei, trockene Decke drauf und los gings ... wir haben ihn in die Halle geführt und erstmal frei laufen lassen, damit er sich ein bisserl bewegen kann. Er ging aber immer nur ein paar Schritte weg und stellt sich dann sofort wieder zu mir, Schutz suchen. Dafür das er zum ersten mal in einer Halle war, hat ihn das überhaupt nicht interessiert. Als er sich trocken spaziert hatte hab ich ihn in eine Box gestellt und nochmal geputzt, dann bekam er eine gute halbe Stunde Ruhepause.

In der Zeit sind wir in den Shop gegangen und haben die Sättel angeschaut. Bei denen, die in Frage kamen, durfte ich schonmal Sitzprobe machen, auf einem Rückenmodel (kein grader Bock sondern ergonomisch geformt wie ein Pferderücken). Ein bisschen noch klären, was ich machen will und dann hab ich das Pferd in die Sattelhalle geholt.
Er hatte ihn in der Halle ja schon in Bewegung gesehen und genauestens beobachtet und da hat er ihn sich dann nochmal im Stand gründlich angeschaut. Er hat mir die Stärken und Schwächen gezeigt und erklärt, die der Rücken aufweist, und erklärt was beim Sattel auf mich zukommt. Auch welche trockenen Stellen nach dem reiten ein Problem aufzeigen, und welche harmlos sind.
Dann haben wir angefangen zu probieren ... und der dritte passte perfekt. vorn, hinten, mitte, oben, unten und verkehrt rum icon_wink.gif .. er passte. Obendrein war es der, in dem ich bei der vorherprobe am besten gesessen hatte.
Also, Satteldecke geholt und gesattelt ... so allmählich wurd der Bub nämlich unruhig. Fremde Umgebung, fremde Menschen, Sättel drauf und runter, und permanent sprangen drei Hunde um uns herum und ein mindestens genauso verspielter Praktikant tobte mit ... irgendwann war seine Geduld am Ende. Meine übrigens auch, ich hab ständig wenigstens einem Hund auf den Pfoten gestanden weil die so aufdringlich waren. Als Katzen-Mensch für mich absolut grausam.

Ich hab ihn dann in die Halle gebracht und herumgeführt und sofort war er wieder ruhig. Der Sattler hat dann nochmal den Sitz geprüft, Bügel eingestellt und ennndlich durfte ich aufsteigen. Er hat gegengehalten, weil der neue Sattel in Verbindung mit einem neuen Gurt natürlich nicht bombenfest sitzt. Soll er auch garnicht. Er hat mir klipp und klar gesagt, das ich entweder einen fest sitzenden Sattel habe, der passt wie aufgeklemmt, der das Pferd dann aber auch einengt, oder einen mit etwas Spielraum, der dem Pferd dann aber auch Luft lässt sich gut zu bewegen. Logisch. Das reguliert sich aber so weit, das man ordentlich rauf kommt ohne Bauchlandung.

Tja, und dann stand mein Pferd vor der nächsten Herausforderung ... laufen ohne Begleitpferd! Hat er ja noch nie machen müssen, also war es erstmal etwas zäh und unruhig .. aber schon nach der zweiten Runde fing er an sich lang zu machen, er hatte verstanden worum es ging. Ich hab dann eine kostenlose Reitstunde bekommen mit vielen tipps. 45 Minuten Schritt und Trabarbeit, natürlich mit Pausen zur Sattelkontrolle und Erklärungen ... er ist so konstantes arbeiten ja noch nicht gewohnt und sollte nicht überfordert werden. Also, ich hab gestern mindestens genauso viel gelernt wie er und hab einiges an Tipps mit nach Hause genommen. Wenn der Mann mal in meiner Gegend einen Kurs gibt, und ich Zeit habe .. hallo, Platz da ich komme!

Er hat dann noch zwei Pferd in die Halle genommen und longiert und ich hab in der Zeit trocken geritten. Als die zwei dann anfingen zu reiten hab ich meinen rausgenommen, da fing er nämlich langsam an unwillig zu werden, das war dann einfach zuviel Input für ihn. Er durfte gut eingedeckt wieder in seine Box und ich hab interessiert dem Training zugeschaut ... zwei Jungpferde, aber auf ganz unterschiedlichen Ausbildungsleveln. Da er alles erklärt hat es er und sein Praktikant machen, hab ich die Ohren aufgesperrt wie ein Luchs. Nach dem Training hat er dann gefragt wie es ausschaut ...

Ja, also .. da er findet, das der Sattel super passt, sowohl zum Pferd, als auch zu mir, von wegen Balance usw. und ich mich richtig wohl fühlte in dem Sattel und das Pferd frei, locker und zufrieden lief, also keine Beschwerden hatte ... wozu noch weiter suchen?
Okay, optisch nicht mein Traum, aber ein schicker Sattel. Naturfarben, also dieses ganz helle Leder, was ich nicht sooo mag, nen Tick dünkler wär mir lieber gewesen, dann sieht man die Gebrauchsspuren nicht so schnell. Dazu ein Moccafarbener Nubukledersitz und lange dunkelrote Lederbänder für Gepäck. Er hat eingeflochtene Verzierungen aus Rohlederhaut und eine ganz zierliche Punzierung als Randverzierung. Schaut natürlich schon krass aus, der helle Sattel auf einem tiefschwarzen Pferd icon_wink.gif
Jetzt brauch ich nur noch die neue Satteldecke und fertig ist das ganze Paket. Wenn das Wetter mitspielt werd ich mal Bilder von dem Schmuckstück machen.

Ich hab den Sattel dann noch gleich bezahlt, jedenfalls soviel wie ich dabei hatte .. ich hatte ja nicht damit gerechnet so schnell fündig zu werden. Den Rest überweis ich heute. Als Geschenk hab ich noch eine Flasche Lederöl und den Sattelgurt bekommen (gut das ich noch keinen gekauft hatte, der stand nämlich auf meiner Liste noch vor der Satteldecke icon_wink.gif )

Wir haben das Pferd dann eingedeckt in den Hänger gepackt, das lief genauso ab wie morgens ... Hin, kurz schauen, nachdenken, reinspazieren ... keine drei Minuten. Klappe zu und Möhrchen fressen. Und das obwohl ihn die Herfahrt so gestresst hatte, ich war wirklich auf Ärger eingestellt. Die Heimfahrt lief wieder sauber, aber zuhaus angekommen konnte ich mein Pferd erneut tropfnass aus seiner Decke schälen ... mei mei, das fahren muss er noch lernen, aber war ja nun das erste mal so lang seit dem Kauf.

Er stürmte dann in seine Box und stürzte sich ausgehungert auf sein Heu, denn im Hänger hatte er kein Heu angerührt. Weil er immer noch sehr warm war hab ich ihn dann auch im Stall gelassen .. als ich später nochmal nach ihm schaute lag er wie ein Fohlen geplättet auf der Seite und war am pennen. Vööööllig erledigt der arme Kerl. icon_smile.gif
Naja, nun kann er sich ein, zwei Tage erstmal erholen auf der Weide und dann gehts los ... spätestens am WE wird geritten! Und dann kriegt ihr mich nicht mehr vom Pferd runter icon_lol.gif

Um einen Batzen Geld ärmer aber superhappy, stolze Besitzerin einen nagelneuen Deuber und Partner 'Reinhold Bartmann Spezial'

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