Haustiere

Pferdekalender


Pferd reagiert nicht auf Zügelhilfen, Hilfe!

» User #20081 schrieb:

Da ich wirklich schon fast am Verzweifeln bin, schildre ich euch mal meine situation:( könnte auch etwas lnger werden :p)

Seit ein 3 Monaten habe ich eine RB auf zwei Haflingern. Der eine ist total brav und super zum reiten! Hansi, der andere, dagegen ist total hart und stumpf im maul. Auf dem Platz lässt er sich noch unter Kontrolle halten, aber wenn wir ausreiten gehen, ist das meist nicht mehr so spaßig. Beispiel:
Wenn er eine Wiese sieht, auf der wir reiten, galoppiert er im Jagdgalopp drüber, reagiert GAR NICHT mehr auf irgendwelche Zügelhilfen, Paraden usw. Er macht seinen Hals fest, beißt aufs Gebiss und rennt los. Das ist aber nicht nur auf Wiesen so ( da ists eben besonders extrem), sondern auch auf Schotter- und Waldwegen. javascript:emoticon('icon_neutral.gif')
BIs ich ihn dann wieder unter Kontrolle habe, dauert es ziemlich lang und benötigt viel Kraft.
Als ich und meine Freundin noch ganz neu am Stall waren, hing an seinem Platz in der Sattelkammer keine Trense, sondern eine Dressurkandare. Eine 3. Mitreiterin ritt ihn nur noch auf Kandare, da sie ihn nicht mal mehr auf dem Platz unter Kontrolle hatte. Nach dem ertsen Monat habe ich dann die Kandare in einen Schrank geschlossen und eine normale Trense geholt. Mit der Trense läuft es zwar schon besser, aber das Gebiss ist trotzdem immer noch ziemlich "scharf"...
An den zügel geht er überhaupt nicht, er ist steif wie ein brett, von Dehnung keine Spur. javascript:emoticon('icon_eek.gif')

Ich will ihm nicht immer im Maul "rumziehen", weil er nicht mehr anhält sondern immer weiterrennt. Aber ich weiß nicht mehr weiter, was ich machen kann! Würde evtl. eine Futterumstellung was bringen? dass man das Kraftfutter reduziert? oder ein anderes (aber KEIN schärferes! -->Teufelskreis icon_sad.gif ) Gebiss? ich weiß nicht mehr weiter...
Ich will ihm ja nicht wehtun, ihm irgendwie im Maul rumziehen und dauernd rumschreien müssen. ich liebe ihn wirklich voll, und wenn er dann mal brav am langen zügel über die wiese im schrit (!) geht, dann lobe ich ihn auch sofort!javascript:emoticon('icon_rolleyes.gif')
würd mich über tips und ratschläge voll freun...


» User #12321 schrieb:

Hi,
hört sich ja nach einem gründlich verrittenen Problemfall an...
Um etwas Maulaktivität und -sensibilität herzustellen, kann ich dir nur das aus der Légereté entlehnte Abkauenlassen empfehlen. Man kann ein Pferd im Halten, Schritt oder Trab abkauen lassen (manchen fällt es zunächst entweder im Halten oder im Schritt leichter, Trab ist für Fortgeschrittene). Beispiel: rechts abkauen lassen: du nimmst die rechte Hand extrem hoch, sodass deine Zügelhilfe statt auf dem Laden im Maulwinkel ankommt, und spielst ein wenig mit dem Zügel ("Schwamm ausdrücken"), bis er sich nach rechts stellt. Dann machst du so lange weiter, bis er zu kauen beginnt, und schickst ihn dann vorwärts-abwärts. Am Anfang kann es eine Weile dauern, bis er abkaut, aber wenn du es konsequent jedes Mal beim Reiten machst (vorher und dazwischen), wird sich die Maulaktivität stark verbessern.
Zuerst einmal würde ich mit ihm auf dem Reitplatz bleiben und wenn, dann nur langsame (Schritt-)Ausritte machen. Vermeide auf jeden Fall Situationen, in denen er durchgeht, damit er keine weiteren negativen Erfahrungen macht. Arbeite zunächst auf dem Reitplatz daran, dass er sich vernünftig an den Zügel stellen lässt und vor allem daran, dass er sich dehnt und über den Rücken geht, weil er dann merken wird, dass Reiten vielleicht doch angenehm sein kann. Versuch ihn wie ein Jungpferd zu reiten und wirklich so lange an der Dehnung zu arbeiten, bis es hundertprozentig funktioniert. Wird wohl eine Weile dauern, sich aber für die weitere Arbeit mit ihm doppelt und dreifach auszahlen. Zusätzlich zum Reiten empfehle ich dir Longieren mit Dreieckszügeln oder Chambon, um ebenfalls Dehnung und Hinterhandaktivität (= lockerer Rücken) zu erreichen, dabei hilft, wie beim Reiten auch, Stangenarbeit wahre Wunder, oder auch einmal ein kleines Hindernis, sofern er dabei ruhig bleibt. Erst, wenn die Dehnungsbereitschaft und die Hinterhandaktivität da sind und er locker ist, kannst du daran arbeiten, ihn an den Zügel zu stellen, aber bring ihn immer wieder in Dehnungshaltung. Bei steifen Pferden wirken auch "wilde Volten" Wunder, reite einfach im Reitplatz fernab von jeglichen Hufschlagfiguren irgendwelche Kreise, mit tausend Handwechseln, sodass er zum einen aufpassen muss, zum anderen nie geradeaus läuft, wobei er sich leichter festmachen kann, und durch die vielen Handwechsel lockerer und biegsamer wird.
Erst wenn du dein Pferd im Reitplatz sicher beherrschst, gehst du wieder öfter ins Gelände und meidest zunächst Galoppstrecken, die er kennt oder reite diese im Schritt. Auch auf einem Waldweg kann man Dressur reiten: Schenkelweichen, Schulterherein, Travers... (je nachdem, was er kann). Das lenkt ihn ab und beschäftigt ihn und ist nebenher noch gut für die Rittigkeit.
So kannst du dich ganz langsam steigern, aber es könnte einige Zeit dauern...
viel Glück!
lg, ice


» User #20081 schrieb:

Hey!
Vielen dank für deine Tips icon_wink.gif
ich war heut mit ihm draußen - alleine! Hat supergut geklappt, ich hab mit dem gebiss "gespielt" --> "schwamm ausdrücken", und er hat super gekaut, hatte voll den schönen schaum am maul icon_smile.gif

ja, wir arbeiten zur zeit viel auf dem reitpatz, wird wirklich von tag zu tag besser...wenns auch nur kleine schritte sind, ist er wirklich schon weicher im maul geworden nur an der haltung von ihm und an der dehnung muss noch viel gearbeitet werden...
aber danke nummal!
grüßle


» User #12321 schrieb:

hört sich ja super an! glückwunsch! icon_smile.gif Und auch weiterhin viel Spaß und Erfolg euch beiden!
lg ice