Haustiere

Pferdekalender


Mix-Wallach - 2 Gesichter - Seltsames Fluchtverhalten!

» User #20021 schrieb:

Hallo,
ich selbst reite auf einer Privatranch einen Appaloosawallach(Western) und eine Freundin von mir den Mix-Wallach Lucky, auch westerngeritten. Lucky ist ein ruiger Typ, hat eine wahnsinnige Ausdauer und hat einen
wunderbaren Joc. Er macht Bodenarbeit perfekt mit und
ist sehr verschmust. Auch im Schritt und Trab läuft
er ganz gut. Doch sobald die Galopphilfe gegeben wird, fängt er entweder an stehen zu bleiben und bewegt sich nicht vom Fleck oder er rennt in Schlangenlinien los. Auf der Linken Hand klappt es mittlerweile prima und er geht auch Galoppzirkel, doch auf die Rechte Hand möchte er sich nicht einmal abwenden lassen sobald er weiß er soll galoppieren.Er merkt scheinbar sehr schnell was man vorhat- sehr inteligentes Pferd. Man kann ihn schwer überlisten.
Ich weiß nicht ob er schlechte Erfahrung auf der Hand gemacht hat, es weißt auch viel auf eine schlechte Muskulatur auf dieser Seite hin, weil er dort nur im Außen- oder Kreuzgalopp galoppieren will.Er zeigt sich oft panisch wenn man von ihm verlangt auf dieser schweren Hand einen Zirkel zu gehen. Was nun...?

Ich hoffe das reicht vorerst als Info.
Ich würde mich sehr über Anregungen, Übungen usw. freuen, villt. hat ja jemand Erfahrung mit solchen Problemen!

Liebe Grüße icon_mrgreen.gif


» User #5889 schrieb:

Erstmal den Galopp auf der schlechten Hand außen vor lassen und die Seite der mit der schlechten Muskulatur dehnen und gymnastizieren. Man muss das Pferd erstmal körperlich in die Lage versetzen, die Anforderung auch erfüllen zu können. Wenn es da muskuläre Probleme gibt, evt. auch mal an einen Physiotherapeuten oder Ostheopathen denken - außerdem die Zähne und den Sattel kontrollieren lassen.

Wie geht es mit der schlechten Seite an der Longe oder im Roundpen?

Ich würde wie gesagt erstmal den Galopp weg lassen und das Pferd durch Seitengänge etc. in der Hinterhand kräftigen und durch weitere Gymnastik lockern, vor allem in der schlechten, festen Seite (aber die andere Seite nicht vernachlässigen!).

Erst wenn der Galopp ohne Reiter an der Longe/im Roundpen funktioniert, würde ich es mit Reiter verlangen. Aber immer nur in kurzen Phasen - also angaloppieren - wenn es die richtige Hand war loben und gut. Nicht Runde um Runde galoppieren.

Das Problem hört sich für mich nach einem körperlichen Problem an, sei es eben steife Muskulatur, eine Blockade oder ähnliches. Offensichtlich hat er auf der schlechten Hand einfach noch nicht so viel Balance, um das auch im Galopp halten zu können.


» User #20021 schrieb:

Erstmal danke für deine Antwort!
Im Roundpen galoppiert er besser an und meist auch richtig. Er ist vom Charakter her sehr stur und das erschwert das Problem etwas. Der Sattel passt und die Zähne sind auch in Ordnung. Ganze Bahn galoppieren ist auch OK für ihn, doch abwenden lässt er sich nicht und hält richtig stur dagegen.Somit ist es sehr schwer ihn auf den richtigen Fuß zu bekommen.


» User #4693 schrieb:

Wie alt ist er? Wie weit ist er bisher ausgebildet?
Habt ihr einen Reitlehrer o.ä.?
Welche Hilfen gibst du, um ihn auf den Zirkel abzuwenden?


» User #20021 schrieb:

Er ist 8 und hat eine gute Grundausbildung und hat schon an versch. Kursen teilgenommen. Problem ist, dass er nie eine feste RB gefunden hat und stänig jemand anderes auf ihm saß. Er ist ja nicht mir, eine Freundin von mir hat das Problem mit ihm. Sie legt den äußeren Schenkel an den Bauch und versucht mit den Zügeln wenig zu machen, da er nicht gerne kurz gehalten wird. Wir werden demnächst zu Oliver Wehnes fahren, mal sehen was der sagt.


» User #4693 schrieb:

Ich hätte da so spontan die Idee, dass die Reiterin beim Abwenden auf den Zirkel vielleicht eher gradeaus sitzt, also den Oberkörper nicht genug in die Wendung reindreht. Wenn man dann noch zusätzlich versucht, die Wendung am inneren Zügel einzuleiten, während der äußere Zügel durchhängt, brechen die Pferde gern mal über die äußere Schulter weg und galoppieren fröhlich gradeaus weiter.

Westernreiten mag hier und da etwas anders funktionieren, aber grundsätzliche Dinge werden ähnlich sein, wie bei den "englischen".

Letztlich ist es (idealerweise und entsprechenden Ausbildungsstand bei Pferd und Reiter vorausgesetzt) eine recht zügelunabhängige Reitweise und das macht korrekte Gewichtshilfen vielleicht sogar noch wichtiger.

Wenn dieses Pferd nun also die von dir beschriebene gute Grundausbildung wirklich hat, würde ich beim Reiter nach dem Fehler suchen.

Allerdings deutet das Stehenbleiben bzw. in Schlangenlinien galoppieren doch eher (oder auch zusätzlich) darauf hin, dass diese Pferd (noch)Gleichgewichtsprobleme hat.

Da hilft dann nur Korrekturberitt bei einem Reiter, der sehr gut sitzt und einwirkt und sehr kontrolliert mit der Hand einwirken kann.
Ich würde dieses Pferd vorerst in Anlehnung reiten.

Auch ein Westernpferd ist nur ein Pferd. Selbst wenn das Endziel ein unabhängig vom Zügel gehendes Pferd ist, in der Anfangsphase der Ausbildung tun sich im allgemeinen die Pferde leichter, ihr Gleichgewicht unter dem Reiter wieder zu finden, wenn sie vorn was zum abstützen, eine Führung haben. Wenn sie vorn nicht "allein gelassen" werden. Das wird bei den Westernpferden nicht anderes sein. Kann ich mir zu mindest nicht vorstellen, wenn ich es auch nicht genau weiß.

Wegen der Einschätzung, das Pferd sei stur würde ich sagen, die wenigsten Pferde sind stur im eigentlichen Sinne. Entweder verstehen sie die Reiterhilfen nicht oder bei stänigem Reiterwechsel schalten sie einfach irgendwann ab, weil sie mit dem Einfühlen auf den immer neuen Reiter nicht hinterher kommen.


» User #20021 schrieb:

Im großen und ganzen gebe ich dir Recht. Am Pferd liegt es meistens nicht, er ist zwar kein Anfänger Pferd, dass bedeutet aber noch lange nicht das er ein sogenanntes ,,Problempferd sein muss''. Er hat viel Talent und wenn man sich durchsetzt und richtig sitzt läuft er auch passabel. Ich denke es ist sinnvoll, dass man den Fehler immer erst beim Reiter sucht, sovern dieser sich überhaupt etwas sagen lässt icon_wink.gif...

Zu der Anlehnung möchte ich jetzt keine Diskussion hervorrufen, aber mit dieser würde man ihn nur unnötig verwirren, klar gehört das zur Grundausbildung aber der Fehler liegt nicht am Zügel sondern an den Gewichtshilfen, die im Westernreiten ohnehin sehr groß geschrieben werden. Bei Anlehnung ist er sehr verwirrt und versucht zu flüchten. Abwenden im Trab und das sogenannte Neck-Reining beherrscht er so gut dass er es ab und an sogar übertreibt icon_wink.gif xP Ich denke mit viel Geduld und Training mit den richtigen Hilfen wird sich das Problem lösen, er wird immer besser.