Haustiere

Pferdekalender


wahnsinniges/schizophrenes Pferd?

» User #7975 schrieb:

So gestern hatte mein Freund mit der Stute eine Dressur-Stunde. Er hat sie erst zusammen mit der Trainerin longiert, lief ganz gut. Als er sich dann rauf gesetzt hat war die Schrittarbeit schlecht. Sie regte sich beim Schulterherein etwas auf und fing ein paar mal an zu steigen.
Nachdem sie dann traben durfte wurde es dann besser. Galopp hat auch geklappt.
Unsere Trainerin meint, das sie wohl doch keine Probleme mit den Zähnen hätte.
Heute haben wir seit langem mal wieder eine Springstunde. Vielleicht läuft es ja danach im normalem Training wieder besser, weil die Stute das Springen "vermisst" hat.

@Predator: Was könnten wir denn machen, damit die Stute wieder Vertrauen fasst?

LG


» User #4693 schrieb:

Im allererster Linie Ruhe bewahren. Immer. Egal, was das Pferd macht. Niemals mit "mitgebrachtem" Streß auf´s Pferd steigen.
Ich habe das früher auch nicht so gut unter Kontrolle gehabt. Wenn ich dann zu Hause irgendwelchen Streß hatte, hab ich lieber auf´s Reiten ganz verzichtet. Und mein Pferd ist normal, also halt nicht mal andeutungsweise so kompliziert, wie eure Stute. Mal nicht reiten macht nix kaputt. Wenn du aber eh schon gestreßt bist und dann das Pferd noch "blöd" ist, kann man sich da ganz schnell reinsteigern und dann machst du in Sekunden alles kaputt, was du dir vielleicht Wochen zuvor mühsam aufgebaut hast. Wenn du ein Pferd ungerecht behandelst, versteht es nicht warum. Es versteht nicht deine Verzweiflung weil nix geht oder deine sonstigen Probleme. Es merkt nur: da oben ist schlechte Stimmung. Und davor hat es Angst. Weil es die Erfahrung gemacht hat, das das u.U. schmerzhaft enden kann.
Und wenn dann eh schon das Problem besteht, dass das Pferd unkontrolliert losrennt, wirkt Wut, Ungeduld oder was auch immer 100%ig problemverstärkend.

Also: Möglichst viel unter Aufsicht eurer Trainerin reiten (die ggf. eingreifen kann, wenn man sich doch mal nicht so unter Kontrolle hat).
Sich immer wieder bewußt machen, dass nur Ruhe und Geduld gepaart mit einer korrekten und konsequenten Reitweise zum Ziel führen.
Die Anforderungen für lange Zeit niedrig halten, Prioritäten setzen, wobei die Problembeseitigung den Vorrang hat vor der weiteren Ausbildung.
Erst, wenn über längere Zeit die Probleme nicht mehr auftreten würde ich überhaupt an schwierigere Sachen denken.


» User #1580 schrieb:

Ich würde trotz allem die Gesundheitlichen Aspekte nicht ausser Acht lassen, auch wenn predator natürlich 1ßß% recht hat.
Aber gerade dass sie beim Schulterherein komisch wurde lässt mich wieder an den hannoveraner denken, der das auch nicht gut konnte und böse wurde wenn man ihn gezwungen hat...weils halt weh tut.
Erst wenn man sicher sein kann, dass der Stute wirklich nichts weh tut, kann man auch erfolgreich am Vertrauen arbeiten. Wenn der reiter dem Pferde ständig Schmerzen verwursacht (ob gewollt oder nicht) födert Vertrauensarbeit nicht wirklich icon_smile.gif


» User #4693 schrieb:

Ja, klar. Natürlich. Ich bin jetzt mal von einem gesunden Pferd ausgegangen, das aufgrund schlechter Erfahrungen unter Strom steht, wenn ein abgenervter Reiter oben sitzt.

Gerade Schulterrein bietet Fluchtmöglichkeiten, wenn der Reiter zu sehr versucht, das Pferd am inneren Zügel nach innen zu ziehen und außen nicht genug begrenzt. Dann ist der äußere Zügel quasi wie eine geöffnete Tür durch die das Pferd prima abhauen kann.
Versucht der Reiter das dann wiederum zu verhindern, wird da leicht ein sinnloses gezerre draus.
Könnte so sein, muß nicht. Kann man schlecht beurteilen ohne es gesehen zu haben.

Ich denke aber, solche Lektionen gehören nicht in die Übungseinheiten mit einem Pferd mit solch grundlegenden Problemen (=> Anforderungen niedrig halten).


» User #7975 schrieb:

Update:

Mein Freund hatte jetzt seit langem mal wieder eine Springstunde. Er konnte die letzten Male wegen seinen Schichten beim Zivildienst nicht mit, oder es war ein Feiertag.
Die Stute lief super. Alles klasse, kein Rennen oder ähnliches.
Am Wochenende hat mein Freund sie ohne Trainerin geritten und da lief es auch ganz gut. Er hat sich aufs Vorwärtsreiten beschränkt und kein Schulterherein oder andere Übungen gemacht. Am meisten Spaß hatte er beim Galopp. Er ist fast 20 Min nur galoppiert.
Gestern hatten wir wieder Dressurtraining. Alle zwei Wochen haben wir zwei Stunden pro Woche. Schulterherein hat diesmal geklappt, dabei ist sie nicht gestiegen. Dieses mal hatte sie sich die Vorhandswendung ausgesucht zum Rumzicken. Es ist nicht so das sie es nicht kann sondern einfach keine Lust hat. Der Rest war ganz gut, im Galopp wurde sie etwas schnell, ließ sich aber noch kontrollieren. Teilweise hob sie sich aus der Anlehung wenn mein Freund die Hände nicht hoch genug hiel.

Was sagt ihr dazu?
LG


» User #4693 schrieb:

Klingt gut.
Die beste Rückmeldung gibt euch das Pferd. Solange die Stute bei dem, was ihr mit ihr macht, gelassen und willig mitmacht, kann es so falsch nicht sein.
Rechnet aber damit, dass es auch mal wieder schlechter läuft. Dann nicht dran festbeißen, irgendwas anderes mit ihr machen, etwas, das leicht ist, von dem ihr wißt, dass sie es kann und dann eine schlecht angelaufene Reitstunde mit einem positiven Erlebnis abschließen. Dann hat sie vielleicht nicht viel dazugelernt, aber es ist auch nichts kaputt gegangen.


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