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Pferdekalender


Meine Tochter 6 Jahre möchte reiten lernen - viele Fragen

» User #19855 schrieb:

Hallo Zusammen,

meine Tochter 6 Jahre möchte gerne reiten lernen. Finde ich im Prinzip ja auch sehr gut - aber da ich eher sehr unerfahren bin in Sachen Pferde.. - hoffe ich Ihr könnt mir ein wenig helfen.

Ich habe eine Schnupperkarte für 5 Bambini Reitstunden bekommen, bei denen ich das Pferd in der Halle führe. Diese Stunden sind jetzt bald aufgebraucht und anschließend kämen dann die Longenstunden.
Ich habe heute bei einer Longenstunde zugesehen und hatte kaum einen Unterschied zur Bambinistunde bemerkt (mag ja an meinem laienhaften Wissen liegen)außer das ich das Pferd nicht mehr führen muß. Den Kindern wurde nicht erklärt wie sie auf den Pferd sitzen sollen - noch worauf sie achten sollen.
Außer das sie beim Führen sich auch mal loslassen können und sich nach rechts oder links drehen sollen - wurden keine weiteren Übungen gemacht.

Ich bin ziemlich verunsichert.

Nach den Longenstunden kommen dann die Anfängerstunden.

Da Reitsport nun mal nicht ganz billig ist (ich habe 4 Kinder) - hätte ich gerne mehr Informationen bzgl. reiten lernen und worauf ich achten sollte - muß.

Vielen Dank
Sylvia


» User #14649 schrieb:

Hallo Sylvia

Sofern es bei euch in der Nähe noch eine andere Reitschule gibt, würde ich raten mal da hinzugehen icon_wink.gif Klingt nämlich schon etwas komisch, dass da nicht mit den Kindern gesprochen wird oder dass keine altersgerechten "Spiele" ums und auf dem Pferd gemacht werden! Dürfen sie wenigstens beim Pferd putzen/vorbereiten zuschauen und helfen?

Also bei uns ist eines der Kinder auf dem Pferd, klar am Anfang einfach ein bisschen lassen (nicht direkt mit Anweisungen überfluten), aber dann auch mal nach vorne/hinten beugen lassen, evt. 1 Hand loslassen, umkehren auf dem Pferd (wobei das Turnen wäre dann Voltigieren!). Die anderen Kinder werden in dieser Zeit mit Spielen nebenan beschäftigt (Slalom laufen, über eine Stange balancieren...)

LG


» User #1580 schrieb:

Hallo Sylvia,

also für mich hört sich das nach keine sehr guten Reitschule an. Kleine Kinder müssen spielerisch an das Pferd herangeführt werden um von Vorne herei irgendwelche Ängste im Keim zu ersticken. Kinder gehen erstmal unvoreingenommen an das Pferd heran, aber wenn mal irgendwas passiert oder wenn der Druck zu hoch wird, kann das ganz schnell nach hinten losgehen und das Kind bekommt Angst und Stress wenn es aufs Pferd steigen soll.
Um kleine Kinder spielerisch mit Pferden und deren Bewegungen vertraut zu machen ist eine Voltegiergruppe mit ungefähr Gleichaltrigen perfekt. Die Kinder turnen auf dem Pferd, die eingesetztenm Pferde sind meistens sehr brav und haben bequeme Bewegungen.
Ich bin der meinung, dass man kleine Kinder erstmal das draufsitzen lehren sollte. Das freie Reiten kommt dann später.
Kinder, die eine Weile in einer Volegier Gruppe geturnt haben, aber auch in den freien Reitstunden später ihren Mitreitern einiges voraus, wiel sie schon sicher und ausbalanciert auf dem Pferd sitzen.
Kinder, denen Reiten so beigebracht wird wie du es beschreibst, sehen sich plötzlich vor einem Haufen Aufgaben, die sie gleichzeitig bewältigen müssen:

- überhaupt auf dem Pferd sitzen bleiben wenn es sich bewegt
- lenken/bremsen
- Zügel in der Richtigen Länge festhalten
- vorwärts treiben
- vielleicht noch eine Gerte benutzen/festhalten
- sich auch mal bei einem sturen Pony durchsetzen

Das kann schnell mal zu viel werden, vor allem, wenn die Kinder noch nicht sicher sitzen um im Sattel herumrutschen.

Meine Empfehlung hier: such eine Volti-Gruppe für deine Tochter und lass sie erstmal ein Jahr voltegieren. Das ist oft übrigens auch billiger als Reitstunden!

LG
Sabine icon_smile.gif


» User #4693 schrieb:

Ich seh das auch so. Deine Tochter ist schlicht noch zu jung, um "richtig" reiten zu lernen.
Da könnte ein Reitlehrer noch so gut sein, einem 6jährigen Kind die Zusammenhänge zwischen Sitz, Hilfen und den Reaktionen des Pferdes verständlich zu erklären, halte ich für unmöglich.
Allerdings würde ein guter Reitlehrer/eine gute Reitschule auch keine Kinder diesen Alters zum Unterricht annehmen.

So passiert es dann, dass viel zu junge Kinder auf abgestumpften Schulponys vor sich hindödeln und sich nur blöden Angewohnheiten angewöhnen. Im günstigsten Fall. Im ungünstigeren werden sie runtergebuckelt und haben anschließend Angst. Wie SIb schon schrieb.

Die Idee mit dem Voltigieren finde ich gut. Das einzigste, an was man da momentan überhaupt denken sollte. Die Kleine hat das ideale Einstiegsalter für diese Sparte des Reitsportes.

Ich selbst gebe seit gut 2 Jahren zwei Mädchen auf meinem Pferd Unterricht. Als wir anfingen war die eine 10 Jahre alt, bei ihr funktionierte es von Anfang an gut mit dem Erklären. Bei der Jüngeren, 8 Jahre alt, war es teilweise grenzwertig und hat eigentlich nur so gut funktioniert, weil sie offensichtlich nicht untalentiert ist und vor allem ausgesprochen ehrgeizig und fleißig.


» User #14649 schrieb:

Hallo zusammen

Ich finde voltigieren zu Beginn auch ideal für Kids, das machen sie in der Regel ja auch gerne. Auf das Alter der Tochter habe ich mich beim 1. Post gar nicht richtig geachtet. Aber folgende Punkte lassen sich beim Voltigieren nicht üben (da es die „Longiererin“ übernimmt)!

- lenken/bremsen
- Zügel in der Richtigen Länge festhalten
- vorwärts treiben
- sich auch mal bei einem sturen Pony durchsetzen

…und deshalb ist später das „richtig reiten“ lernen wichtig, sprich normale Longe (später auch mit Zügel selber halten) oder selber reiten, wenn jemand nebenher geht. Kann ja auch spielerisch in einer Halle oder draussen sein, muss nicht unbedingt eine Reitstunde in einer grossen Gruppe sein.

LG


» User #1580 schrieb:

Boa ey... verzeiht mir meine unglaublich penetranten Tippfehler. ich schreib zu schnell und schick zu schnell ab -.-

Sorry.


» User #7521 schrieb:

Man darf einfach auch den gesundheitlichen Aspekt nicht vergessen: Die Wirbelsäule eines Kindes ist erst mit 12 Jahren wirklich vollständig ausgereift!
Jede Form von selbstständigem Reiten auf Pferden oder Ponies verlangt ein Können, damit diese Versammelt gehen und Reiter und Pferd glücklich werden/gesund bleiben.
6 Jährigen würde ich das nicht zumuten, meine Tochter ist jetzt auch 6 Jahre alt und lernt nicht reiten!

Meine Freundin (fast 30), die ganz früh mit Dressur angefangen hat und sich auch einen namen gemacht hat, hatte schon 3 Bandscheibenvorfälle, ist aber sehr athletisch...Sie schiebt es aufs reiten damals.
Sie sagt immer, sie hat mehr mitgemacht, als mitgewollt!
Also, egal was deine Tochter gerne möchte, du solltest ein Auge drauf haben, statt sie nur abzugeben und abzuholen.
LG


» User #5889 schrieb:

Ich finde nicht, dass 6 Jahre, sowohl in körperlicher als auch in psychischer Hinsicht, zu früh ist, um mit dem Reiten zu beginnen. Man muss beachten, dass sich Bewegungsmuster in jungen Jahren deutlich schneller festigen als später z.B. bei älteren Jugendlichen oder Erwachsenen.

Ich finde es aber gerade hinsichtlich der körperlichen und geistigen Lernfähigkeit wichtig, dass das Reiten entsprechend des Alters gelehrt wird, also in dem Alter eher spielerisch mit dem Pferd - oder besser: Pony - umgegangen wird.

Bei uns in der Gegend gibt es einige Ponyreitschulen - die speziell Unterricht für kleinere Kinder machen - sehr spielerisch aufgebaut - auch Putzen, Tüddeln, Spielen mit den Ponys steht da auf dem Programm, also nicht nur das Reiten an sich. Natürlich wird auch geritten, zuerst auf dem geführten Pony, später dann frei in der Halle, bei erfahreneren Kindern dann auch im Gelände. Aber alles spielerisch, d.h. viele Sitzübungen, Ponyspiele, ohne Sattel reiten usw. Da wird zum Einen die Balance geschult, das Vertrauen zum Pferd gefördert und es ensteht keine Angst.

Schau doch mal, ob Du sowas bei Euch in der Gegend findest. Beispiel kannst Du Dir hier anschauen: www.wolfshof-bartolfelde.de


» User #6297 schrieb:

cindylindy hat folgendes geschrieben::
Man darf einfach auch den gesundheitlichen Aspekt nicht vergessen: Die Wirbelsäule eines Kindes ist erst mit 12 Jahren wirklich vollständig ausgereift! (...)
Meine Freundin (fast 30), die ganz früh mit Dressur angefangen hat und sich auch einen namen gemacht hat, hatte schon 3 Bandscheibenvorfälle, ist aber sehr athletisch...Sie schiebt es aufs reiten damals.


Nur am Rande, bevor jetzt unnötige Ängste geschürt werden... sowas kann man nicht pauschalisieren, meiner Meinung nach.
Ich habe mit ca. 4 Jahren angefangen zu reiten (im Gelände) und habe seither regelmäßig geritten (turniertechnisch aktiv seit ich 11 war). Zeitweise täglich mehrere Stunden intensiv, gerade im jüngeren Alter unter 20. Heute bin ich fast 33 und ich habe keinerlei Beschwerden. Mein Rücken, Wirbelsäule, Hüften usw sind kerngesund. Und sämtliche meiner Freundinnen haben mit spä. 8 angefangen zu reiten und von denen hat heute keine Beschwerden die aufs reiten zurückzuführen wären.

Ich will damit nicht unterstützen das zu junge Kinder zuviel gefordert werden, aber ich kann auch nicht bestätigen das gesundheitliche Beschwerden auftreten müssen.


» User #4693 schrieb:

Das mit dem spielen sehe ich sehr kritisch.
Pferde sind nunmal genausowenig Spielzeug, wie sie Sportgeräte sein sollten.
Und Ponyspiele, Entschuldigung, aber wie sieht das aus?
Meistens so:
Kinder, die in keiner Weise gelernt haben (weil noch gar nicht in der Lage dazu), Pferde mit Schenkel und Gewicht zu lenken, zerren wild an irgendwelchen Ponys rum, die sich im günstigsten Fall damit abfinden und es tolerieren.
DAS führt dazu, das diese Kinder sich angewöhnen, über "Zügellenkung" zu reiten.
Das geht voll zu Lasten der Pferde.

Ich bleibe dabei:
mit 6 Jahren geführtes Reiten, ggf. auch im Gelände, auch bei einem guten, erfahrenenem Reiter als Handpferd möglich, super Sache.
Oder Voltigieren. Oder beides.
Ab ca. 10 Jahren (immernoch früh genug, nähmlich vor der Pubertät) über mind. 6 Monate Longenstunden zum freien Reiten kommen.

Das ist für mich der optimale Weg. Dass es in dem einen oder anderen Fall auch anders funktioniert hat, will ich gar nicht bestreiten. Natürlich. Weil eben jeder Mensch und jedes Pferd anders ist und es dadurch manchmal bei dem einen paßt, wo´s bei dem anderen nicht paßt.
Aber ich kenne eben auch Fälle, wo Mädchen, die sich nichtmal blöd anstellten aus Angst mit dem Reiten aufgehört haben. Oder Probleme haben, sich eine gefühlvolle Zügelführung anzugewöhnen, weil sie früher bei eben solchen Ponyspielen die Ponys durch die Gegend gezerrt haben.

Ich selbst habe übrigens erst mit 14 angefangen und war froh drüber. Gerade in der Anfangszeit gab es einige Aua-Erlebnisse, die ich einige Jahre früher wohl nicht so weggesteckt hätte.
Und Reiten habe ich trotzdem noch gelernt. Nicht extrem-supertoll, aber auch nicht wirklich schlecht.


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