Haustiere

Pferdekalender


Schlechte erfahrung beim Aufsteigen

» User #19645 schrieb:

Ich habe mir letztes Jahr eine 3 Jährigen Wallach gekauft, später habe ich erfahren, dass die vorbesitzerin ihn beim Aufsteigen mal ganz böse in den Rücken gefallen ist und dabei im Maul zog.
Nun meine Frage, wer kann mir sagen wie ich ihn dazu bringe keine Angst zu haben ohne das er noch schlechtere Erfahrung macht?


» User #1482 schrieb:

Hallo,

wie geht es denn beim aufsteigen?

pferde speichern erlebtes in bildern..daher ist eine korrektur fast nicht möglich du musst nun einfach von deiner seite aus ..das gespeicherte sagen wir mal überlagern denn löschen wirst du es nicht können..

versuch die rituale zu ändern .. steig von der anderen seite auf .. manchmal hilft das schon..

lg petra


» User #4693 schrieb:

Also ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass ein einmaliges, sagen wir mal, ungeschicktes Aufsteigen das Pferd bis ans Ende seiner Tage versaut.
Oder ist sie generell so aufgestiegen? Das wird aus deiner Anfage nicht so deutlich.

Es gibt schon Erlebnisse (z.B Autounfall bei Pferdetransport), bei denen das Pferd eine wirklich bleibende traumatische Erfahrung macht, die dann u.U. schwer zu korrigieren ist. Ein einmalig oder wenige Male in den Rücken geplumpster Reiter gehört sicher nicht in diese Kategorie.

Weiterhin: junge, frisch angerittene Pferde mögen es ohnehin oft nicht, wenn ihr Reiter aufsteigt. Sie müssen erst lernen, dabei still zu stehen, denn ihr Instinkt signaliesiert ihnen "Gefahr" und sagt damit "hau ab". Da können sie noch so brav sein, das kostet sie immer Überwindung, trotzdem stehen zu bleiben. Daher ist es so wichtig, dabei mit viel Ruhe und Geduld, aber auch Konsequenz vorzugehen.

Man kann aus der Entfernung schlecht Rat geben.
Ruhe und Geduld und Lob, wenn es klappt (das Pferd still steht), mißglückte Versuche nicht bestrafen sondern einfach wiederholen, das kann man wohl generell raten.
Was aber speziell bei deinem Pferd hilft, mußt du ausprobieren.

Mal einige Beispiele.
- Mein Wallach rannte Anfangs los, wenn ich aufsteigen wollte. Mein Mann hielt ihn fest, das hat zwar geholfen, damit ich hoch komme, hat aber das Problem nicht gelöst.
Ist aber durchaus trotzdem eine Möglichkeit, ein Helfer, der das Pferd hält und zB. durch streicheln der Stirn ablenkt und dem Pferd damit eine positive Erfahrung verschafft.
Meine Lösung für dieses Problem: Aufstieghilfe, Pferd daneben gestellt. Mich auf die Aufstieghilfe gestellt und von dort aus Pferd gestreichelt, Po geklopft, bis er einige Zeit still gestanden hat, dann erst aufgestiegen. Alles mit viel Ruhe und Zeit.
Das Problem war so in 3-4 Tagen abgehakt.

- anderes Beispiel: junge Stute, schlecht Erfahrung mit Ausbilder gehabt, ging Rückwärts beim Aufsteigen.
Die hab ich einfach mit dem Po in eine Ecke der Reithalle gestellt. So konnte sie nicht nach hinten weg und auch den Po nicht seitlich wegdrehen.
Auf die Art bin ich ohne Helfer hochgekommen, was sonst unmöglich gewesen wäre. Die Stute hat es nach einige Tagen geschluckt und hat mich normal aufsitzen lassen.
Analog dazu könnte man auch verfahren, wenn das Pferd anch vorn wegstürmt, nur dann eben mit dem Kopf in die Ecke.

- der Wallach meiner Freundin wollte anfangs nicht an der Aufsieghilfe stehenbleiben. Sie hat ihn stur immer wieder ran geführt. Das war ein Machtkampf mit der grundsätzliche Frage: "Wer hat den größeren Dickschädel" Anwort: meine Freundin icon_biggrin.gif, der "Kleine" steht jetzt meist brav da und läßt sie aufsteigen. ab und zu probiert er mal, was geht, aber er merkt dann sehr schnell, das nix geht.

Sollte sich das Problem nicht in absehbarer Zeit lösen oder zu mindest verbessern, solltest du auf alle Fälle in Betracht ziehen, dass das Pferd auch Rückenprobleme haben könnte. Wenn das Aufsitzen Schmerzen bereitet, wird sich jedes Pferd dagegen zur Wehr setzen, das eine mehr, das andere weniger.

Eine weitere Ursache für eine bleibende Abwehrreaktion des Pferdes beim Aufsteigen
könnte eine für das Pferd unangenehme Reitweise des Reiters sein. Oder Überforderung (o.g. Beispiel mit der Stute gehörte m.M.n. dazu).
Solche Pferde versuchen das Problem zu lösen, indem sie den Reiter erst gar nicht rauf lassen.
(Das sind die ganz schlauen icon_mrgreen.gif)