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Pferdekalender


Probleme: Marchador Wallach. Lange gestanden; unausgelastet,ängstlich,dominant,schreckhaft

» User #19452 schrieb:

Hallo!
Ich reite einen 13Jährigen Mangalarga Marchador Wallach, mit dem lange nichts gemacht wurde. Er stand ein Jahr fest auf der Koppel, wurde nicht geritten und auch sonst in den letzten Jahren selten bewegt.

Seine Kondition ist somit sehr schlecht, aber gleichzeitig ist er vollkommen unausgelastet und will sobald man ihn unter dem Sattel hat nur noch laufen/rennen. Wenn man ihn pariert läuft er im Stechschritt und will immer schneller werden, beißt sich im gebiss fest, habe dann kaum kontrolle.

Dazu kommt, dass er extrem schreckhaft und ängstlich ist. Bei auch nicht nachvollziehbaren Gründen scheut er, tänzelt, steigt teilweise sogar. Bei Autos, also "großen" Dingen ist er vollkommen unkontrolliert. Andererseits ist er aber auch sehr neugierig, so nach dem Motto: "panische Angst, zittern am ganzen Körper, aber muss es sich trotzdem ganz genau anschauen."

Dazu kommt ziemlich viel brasilianisches Temperament und ein sturkopf. "Wenn ich keine Lust hab nach links zu gehen, dann geh ich auch nicht und dann kann die da oben machen was sie will"

Durch diese Kombination ist er sehr schnell hitzig und ist innerhalb von 15 Minuten durchgeschwitzt.

Zusätzlich reagiert er sehr extrem auch den Zügel. Sobald eine leichte Verbindung entsteht, drückt er fast seinen Kopf auf die Brust. Beim Angalloppieren hingegen reißt er den Kopf nach oben und rast los.
(Zahnarzt war da, keine Verletzungen/Schmerzen. Reite mittlerweile mit Gummigebiss)

... was würdet ihr mir raten:
Ich hatte an Bodenarbeit gedacht. Er lernt eigentlich sehr schnell und gerne, er kann schon auf Kommando stehen bleiben, zu mir kommen und Rückwärtsrichten klappt auch schon super.
Wobei ich noch Probleme habe ist beim "Treiben und Bremsen des Pferdes"
Bzw. wenn er ersteinmal läuft klappt es ganz prima, er ist ruhiger als unterm Sattel, schwitzt nicht so schnell durch, wobei er seine Aufmerksamkeit nicht immer auf mich richtet, bei unbekannten Geräuschen und zwischendurch auch mal lospreschen kann. (haben leider nur einen Reitplatz um den immer viel Trubel ist) Aber das wird auch besser.
Aber das Problem ist, dass er immer wieder zu mir kommt und ich ihn auch, wenn ich ihn aufgefordert habe nicht mehr von mir wegbekomme. Er läuft mir immer ganz treu hinterher. Gerte und Reitpeitsche jucken ihn nicht. Ich will ihn aber auch keinen Fall erschrecken, weil er ja gelassener werden soll und sowieso so ängstlich ist.
Wie bekomme ich ihn nach außen?

Wie würdet ihr es machen? Habt ihr noch ein paar "Aufgaben" die ihr machen würdet? Oder "Spiele"?
Wie kann ich ihn anlongieren, kommt immer zu mir und will kuscheln. (auch wenn er oben wie ein horrorpferd klingt, eigentlich ist er wirklich lieb... nur "verwirrt")

ich weiß viele Fragen
würde mich über antworten freuen icon_smile.gif

liebe grüße, blueMe icon_redface.gif


» User #4693 schrieb:

Klingt nach einem ganz schön komplexen Problem. Habe meine Zweifel, ob das aus der Entfernung lösbar ist. Besser wäre wohl ein guter RL vor Ort.

Das einzige, was mir dazu einfällt, nachdem ich bei youtube mal nachgeschaut hab, was das für Pferde sind, ist folgendes:

Hast du Erfahrung mit Gangpferden? Du beschreibst ihn als "verwirrt", könnte es sein, dass er auf komplett andere Hilfen ausgebildet ist, als du sie ihm gibst und er damit nicht zurecht kommt?

Die Pferde auf den Videos gehen mit sehr hohem Kopf, werden aber vorn meist kaum angefaßt. Könnte mir vorstellen, dass für ein so ausgebildetes Pferd erstmal eine Welt zusammen bricht, wenn man versuchen würde, es z.B. englisch zu reiten.


» User #19452 schrieb:

Hey, danke ersteinmal für deine Antwort.
Er ist ganz normal englisch eingeritten, hat auch keinen Gangpferdesattel etc, hab den Besitzer nocheinmal gefragt.
Ich habe weiter mit Bodenarbeit gemacht. Und letztes Mal war er zwischendurch wirklich vollkommen entspannt und gelassen icon_smile.gif
Beim Traben hing seine Nase fast ganz am Boden so relaxed war er. Hat mich sehr gefreut.

Allerdings habe ich immer noch ein Problem damit, dass er zwischendurch so sehr an mir klebt. Immer wenn ich versuche ihn wieder nach Außen auf die Bahn zu bekommen, dann dreht er sich immer nur mit dem Kopf zu mir, kommt auf mich zu wenn er weiter wegsteht und wenn ich ihn leich mit der Gerte antippe läuft er nur 2 Schritte rückwärts, kommt dann aber wieder zu mir. Hat jemand ein Tipp gegen kleben?

(Ich belohne ihn zwischendurch mit Leckerli, allerdings weiß er, dass er sie nur bekommt wenn er gearbeitet und auf Kommando zu mir gekommen ist. Er knabbert auch nicht an meiner Jacke oder so)

Helft mir :/

lg


» User #19452 schrieb:

Hey, danke ersteinmal für deine Antwort.
Er ist ganz normal englisch eingeritten, hat auch keinen Gangpferdesattel etc, hab den Besitzer nocheinmal gefragt.
Ich habe weiter mit Bodenarbeit gemacht. Und letztes Mal war er zwischendurch wirklich vollkommen entspannt und gelassen icon_smile.gif
Beim Traben hing seine Nase fast ganz am Boden so relaxed war er. Hat mich sehr gefreut.

Allerdings habe ich immer noch ein Problem damit, dass er zwischendurch so sehr an mir klebt. Immer wenn ich versuche ihn wieder nach Außen auf die Bahn zu bekommen, dann dreht er sich immer nur mit dem Kopf zu mir, kommt auf mich zu wenn er weiter wegsteht und wenn ich ihn leich mit der Gerte antippe läuft er nur 2 Schritte rückwärts, kommt dann aber wieder zu mir. Hat jemand ein Tipp gegen kleben?

(Ich belohne ihn zwischendurch mit Leckerli, allerdings weiß er, dass er sie nur bekommt wenn er gearbeitet und auf Kommando zu mir gekommen ist. Er knabbert auch nicht an meiner Jacke oder so)

Helft mir :/

lg


» User #4693 schrieb:

Die Leckerchen würde ich weglassen. Du kannst ihn genausogut mit Stimme und/oder streicheln/klopfen loben.
Selbst, wenn er wüßte, dass es nur für eine bestimmte Leistung Leckerchen gibt (klingt aber eher nicht so icon_biggrin.gif ), verlockend ist das trotzdem, mal den Versuch zu unternehmen, was außer den Reihe abzustauben. Manche Pferde betteln halt energischer, andere dezenter.
Meiner z.B. senkt den Kopf und kuckt mich von unten mit Dackelblick an. Der würde nie auf die Idee kommen, meine Taschen zu kontrollieren, weil er sehr genau weiß, dass er dafür nur eine Ohrfeige kassieren würde.
Trotzdem ist es betteln und wird nie belohnt. Jedenfalls von mir nicht. Allerdings kann es gut sein, dass er bei anderen mit seinen Faxen erfolgreicher ist, weil das sieht schon sehr süß aus icon_mrgreen.gif

Ansonsten, wenn die Leckerchen nicht die Ursache sein sollten, würde ich sagen, hilft da nur energisches wegschicken.


» User #8713 schrieb:

longierst du ihn oder lässt du ihn frei laufen? auf dem platz oder habt ihr ein roundpen?
Also gesetz dem fall er läuft frei und du bist im round pen: nimm ein Seil und wickel es auf, so dass schlaufen entstehen, das nimmst du in die eine Hand und das andere Ende des Strickes in die andere Hand. Will er zu dir kommen, "winke" energisch mit den schlaufen in seine Richtung. Sollte das nicht reichen, wirf das seil in seine Richtung, damit er versteht, dass er nicht zu dir soll. Er darf erst zu dir kommen, wenn du ihn "einlädst".


» User #8713 schrieb:

achso, noc wichtig: direkte Reaktion!
Also wenn du nur merkst, dass er vorhat zu dir zu kommen, direkt mit dem Seil wedeln, so dass es direkt unterbunden wird, wenn er erst mal auf dem weg ist wird es schwieriger. Und so begreift er auch schneller, dass er raus soll.


» User #19538 schrieb:

Ich habe ein bißchen Erfahrung mir Mangalargas, da wir sie lange in Brasilien züchteten und auch hier einige haben. Alles was du über deinen Wallach geschrieben hast traf auch auf unseren Wallach zu. Er wurde sehr spät kastriert (das behauptet mein Vater)und soll so viele Hengstmanieren behalten haben. Viele der brasilianischen Pferde, die ich in Deutschland sah, waren ehemalige "Arbeitspferde". Sie wurden in Brasilien zum Rindertreiben benutzt und legen somit ganz andere Verhaltensweisen als Freizeitpferde an den Tag. Z.B. mein Pferd wollte auf jede Kuh losgallopieren, macht um Autos u.s. große Bögen, kennt das Longieren nicht und englische Sättel behindern ihn beim tölten, somit gallopiert er lieber. Mangalargas werden mit Kandare ausgebildet und über Halsdruck gelenkt (nicht durch ziehen), wenn man zieht biegen sie den Hals. Ich weiß ja nicht woher dein Pferd kommt, wollte dir trotzdem mal meine Erfahrung berichten. Sollte es sich um ein solches Pferd handeln, würde ich ihn nicht longieren, da es dann gerade dazu ausgebildet wurde dir zu folgen (kapiert er dann nicht wieso er jetzt weg soll), renn´ lieber neben ihn her. Komandos wie BRR bedeuten für ihn er soll schneller laufen. HOO heisst anhalten und Küsschen oder Schnalzer schneller werden. Ich würde gerne wissen, um was für ein Pferd es sich handelt, vielleicht schreibe ich ja schon voll am Thema vorbei. Dann kann ich dir möglicherweise auch etwas nützlicheres berichten und helfen.


» User #19725 schrieb:

Hallöchen,

Bodenarbeit ist so eine Sachen kann helfen aber nicht bei jedem Pferd. Ich würde eher sagen viel Dressur reiten und versuchen auch im Gelände durch richtiges vorwärts reiten (mit anlehnung natürlich sowie das arbeitstempo nicht überschreiten) versuche dein Pferd soweit zubekommen das du den wirklich in der Hand hast und auch mit ihm versuchst zu Arbeiten. Versuche ihn mit viel Zirkelreiten das Tempo zu finden wo er dann nicht jagt und sonder gelassen galoppiert und seinen Kopf am Zügel hat. Noch kannst du ihm zeigen wie angenehm das Arbeiten sein kann wenn du ständig neuses machst z. B. bodenricks und mal ne tüte an den zaun hängst und trotzallem daran vorbei reitest und ihm zeigst auch wenn da was hängt musst du arbeiten, das machst du drei vier mal und hast ihn dann soweit, das du mit ihm in Ruhe arbeiten kannst ohne das er dir davon stürmt. Bei Lkw haben viele Pferde Probleme, da es ja ziemlich erschreckend ist, helfen kann da meisten wenn man weiß wo man mal an einem stehenden Lkw vorbei reiten kann und mal anhalten kann, damit das Pferd den Lkw genauer ansehen kann dies sollte auch öfter geübt werden um damit er lernt das auch ein Lkw ihm nichts tut.

mit freundlichen Grüßen
Kathja


» User #19725 schrieb:

Mit dem Logieren ist es sehr einfach wenn du die Logierpeitsche direkt auf seine Schulter richtest wird er automatisch zur Seite gedrängt und dann versuche ihn mit leichten Peitsche wenken vorwärts zu treiben. Ist eine leichte Lösung ein Pferd an die Longe zu gewöhnen.


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