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Pferd selber einreiten?!

» User #19432 schrieb:

Hey.
Wir haben uns heute eine 3 1/2 jährige Weltmeyer Stute angeschaut. Sie ist anlongiert und kennt Sattel und Trense, ob sie Reiter schon kennt wusste der Besitzer nicht so genau, weil sie erst wo anders im Stall stand, wo 2 Mädchen die fertig machen sollten...

Aufjedenfall könnte ich sie so wie ein eigenes Pferd bekommen, also das wir alle für sie bezahlen, sie aber jederzeit wieder zurückgeben könnten... (so hatten wir das auch schon mit meiner alten Vollblutstute)
Werden natürlich einen Vertrag aufsetzen, dass der eigentliche Besitzer sie nicht einfach irgentwann ohne Grund abholen kann.

Im Umgang ist die Stute wirklich sehr ruhig und sie hat sehr tolle Gänge.

Meine Frage ist jetzt, wie steht ihr dazu ein Pferd selber einzureiten? Ich meine ich würde sie zwar dann sozusagen selber "fertig machen", halt dann mit der Hilfe meiner Reitlehrerin und Bekannten.

Ein bisschen Erfahrung mit jungen Pferden habe ich schon, da ich knapp 2 Jahre "meine" Vollblutstute in einem Zuchtstall mitstehen hatte und dort bei den jungen Pferden viel geholfen hab & auch teilweise als erstes draufsaß, aber es war halt immer der eigentliche Bereiter dabei bzw in der Nähe. Habe zb den Pferden anbinden, sattel & Trense, longieren, Hänger, im Gelände geführt, den Reiter & sowas "beigebracht". Nur ich glaube, dass es was anderes ist das Pferd danach auch weiter zureiten, die Hilfen beibringen & so.

Deswegen wollte ich mal eure Meinung hören was ihr dazu sagt && ob ihr vllt irgentwelche Tipps habt icon_wink.gif

glg Mellii (:


» User #5889 schrieb:

Traust Du es Dir zu? Hast Du ggf. Hilfe durch einen kompetenten Reitlehrer? Wie sind die Voraussetzungen an Eurem Stall? Gibt es eine Halle, einen abgegrenzten Platz, evt. Longierzirkel usw.?

Unter diesen Voraussetzungen würde ich das Pferd selbst einreiten. Ansonsten würde ich das Pferd lieber mal 8-12 Wochen zu einem Bereiter Deines Vertrauens geben und die erste Grundausbildung dort machen - am Besten natürlich, wenn Du selbst direkt vor Ort auch das Pferd reiten kannst und vom Bereiter Unterricht auf dem Pferd bekommen kannst.Tauchen dann Probleme auf, hast Du direkt kompetente Hilfe.

Allerdings ist das Anreiten an sich meistens das geringste Problem. Die Probleme kommen oft erst dann, wenn die Pferde einige Zeit unter dem Sattel sind, etwas mehr Kraft und Kondition und Sicherheit bekommen - dann werden sie auch mal aufmüpfig.

Ansonsten solltest Du reiterlich in der Lage sein, ein junges Pferd zu reiten. Dabei ist eben zu bedenken, dass ein junges, unerfahrenes Pferd oft anders reagiert als ein altes, erfahrenes Pferd. Also erschrecken, wegstürmen oder wie versteinert stehenbleiben usw.

Ansonsten sollte eine Ausbildung natürlich so vielseitig wie möglich sein, also Longe, Dressur, Springen (auch Freispringen) und Gelände.

Wenn Du diese Möglichkeiten hast, würde ich es so machen.

Mein Pony wurde mir das erste Jahr auch so zur Verfügung gestellt - inzwischen hab ich es gekauft, aber ich finde "zur Verfügung stellen" eine sehr gute Möglichkeit.


» User #4693 schrieb:

Eigentlich ist die Frage ganz einfach zu beantworten.
Stelle dir einfach den ungünstigsten Fall vor, das Pferd bleibt nicht cool bei den ersten Malen (oder auch später) und buckelt rodeomäßig ab, steigt oder schmeisst sich hin.
1.)Bleibst du dann oben?
2.)Wenn nicht, hast du genug Mut hinterher trotzdem wieder aufzusteigen?
3.)Hast du dann hinterher Angst?
4.)Steigst du auch noch nach dem 3. Abflug wieder auf? Und nach dem 5.? Steigst du auch wieder auf, wenn du dich zuvor verletzt hast?

Wenn es besser läuft, umso besser. Ich glaub sogar, das es mit guter Vorbereitung in den meisten Fällen besser läuft. Aber es kann auch so laufen.
Wenn du die Fragen 1,2 und 4 mit "ja" und die 3. Frage mit "nein" beantworten kannst, kannst du es auf jeden fall allein machen.
Ansonsten ist es ein Risiko. Für das Pferd möglicherweise der Beginn seiner Karriere als "Verbrecher". Wär nicht das erste Pferd, welches das runterbuckeln von Reitern lernt, weil der Anreiter nicht sattelfest und angstfrei genug war.


» User #19082 schrieb:

hallo melli,
ich reite meine Stute auch selbst ein, allerdings mit Hilfe eines kompetenten Reitlehres der vier mal in der woche auf den Hof kommt und mir Reitunterricht gibt.
Ich denke wenn du dir zutraust dein Pferd selbst anzureiten dann solltest du es auch tun.
ich bin ebenfalls der Ansicht dass du dich bevor du mit der Arbeit am Pferd beginnst ob die nötigen Fähigkeiten mitbringst. Viel Geduld und Ruhe aber auch die nötige Konsequenz dürfen nicht fehlen. Ebenso reiterliches Geschick ist sehr wictig.
Ich finde es wichtig dass ein Reiter in jeder Situation die Ruhe behält und nicht hektisch oder aggressiv reagiert wenn mal etwas nichtklappt.
Wenn du denkst das du es kannst dann mach es.
Lg Sabrina


» User #14048 schrieb:

Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen.
Was ich noch erwähnen möchte:

Junge Pferde verstehen oft nicht, was man eigentlich von ihnen will, wenn man die Hilfen nicht absolut exakt gibt. Davon entstehen auch Konflikte, die ein Profi vermeiden könnte.

Ich habe mein Pferd auch selber eingeritten, und ich hatte viele Konflikte und habe viele Probleme eingebügelt, die ich mühsam wieder korrigieren musste. Ich hatte einen Reitlehrer (einen Pferdetrainer von Beruf und nebenbei Reitlehrer) der mir sehr viel geholfen hat. Ich hatte zwei bis dreimal in der Woche Unterricht, doch drei Tage war ich alleine auf mich gestellt. Da konnte viel schieflaufen.
Ich muss sagen, am Anfang war ich auch noch nicht die allerbeste Reiterin.
Ich hab mit dem Pferd gelernt.

Es war billiger als ein Beritt. Ich brauchte drei Jahre bis das Pferd solide wurde (inkl. Winterpause). Im Beritt dauert das vielleicht vier bis fünf Monate.
Es hat Spaß gemacht, mir viele Nerven gekostet und dem Pferd auch.

Jetzt bin ich happy das alles funktioniert, was ich aber anders auch wäre und den Galoppwechsel können wir immer noch nicht.

Nur mal so in Kurzform was auf dich zukommt icon_mrgreen.gif

Predator hat schon recht mit dem Buckeln, aber das ist nicht die einzige Prüfung die der Reiter bestehen muss, nicht die einzige Sache bei der er als Sieger hervor gehen muss, bzw. wo ein Konsens gefunden werden muss.

Lieben Gruß
Squalaw


» User #14048 schrieb:

squalaw hat folgendes geschrieben::
Ich hatte zwei bis dreimal in der Woche Unterricht


Ich hab vergessen hinzuschreiben, dass das im besten Fall so lief.
Manchmal war mein RL für einen Monat im Ausland, dann war ich völlig alleine.

Die Korrektur der Fehler dauerte unterschiedlich lang. Einmal hatte ich ein Problem, das sich über ein Jahr hinzog und die ganze Ausbildung zum Stillstand brachte.


» User #5889 schrieb:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten jungen Pferde gar nicht buckeln. Mal ein Hüpfer oder mal losrennen, aber Buckeln ist eher selten.

Erzähl doch mal, ob Du Dich schon entschieden hast?


» User #4693 schrieb:

Nein, zu Anfang buckeln sie oftmals nicht. Dafür manche später, wenn sie etwas mehr Kraft und Gleichgewicht haben, um so mehr.

Ich hab schon einige dieser Exemplare gesehen, bei uns auf dem Hof ist auch gerade wieder so einer, bei dem die Besitzer aufgegeben haben (nachdem sie ihn vom Fohlen an großgezogen haben - echt schade sowas), weil der, soweit ich das mitbekommen habe, wohl ziemlich fies die Reiter absetzt. Ein etwa 5 jähriger Tinker. Macht eigentlich einen ganz braven Eindruck und so richtige Temperamentsbolzen sind das ja eh nicht. Anfangs muß es auch ganz gut gelaufen sein, die waren eigentlich immer ganz glücklich mit ihm. Aber irgendwann muß er dann wohl mal sein anderes Gesicht gezeigt haben und damit waren sie dann wohl anscheinend überfordert.

Daher meine Warnung, lieber den schlimmsten Fall mit einzukalkulieren, als sich jetzt die rosa Brille aufzusetzen und hinterher dann das böse Erwachen.


» User #19463 schrieb:

Hallo,

ich kann Dir nur empfehlen Dein Pferd selber einzureiten. Es ist das Beste was Dir passieren kann.
Wenn Du erstmal das Vertrauen des Pferdes hast, kannst Du sehr viel erreichen.
Ich habe selber einen 3jährigen eingeritten und damals war ich erst 14 Jahre alt. Es hat sich aber gelohnt. nach 5 jahren bin ich bereits M-Springen erfolgreich mit ihm geritten. Wir beiden waren ein
absolut eingespieltest Team. Er hat mir und ich ihm
vertraut. Wenn Du dabei Unterstützung von Deinem Reitlehrer bekommen kannst, ist das nur von Vorteil.
Allerdings, wird nicht alles nur rosig sein. Du wirst
zwischendurch immer mal Probleme haben weil Du nicht weiter weißt.
Ich bin gerade dabei wieder ein 4jähriges Pferd einzureiten. Jedes Pferd ist anders. Dieses mal kann
ich sogar von einem jungen Pferd etwas lernen. So was
sensibles habe ich noch nie erlebt. Eine ganz neue Erfahrung aber es macht spaß. Und igendwann, werde ich stolz auf mich und mein Pferd sein, weil wir beide das allein geschafft haben und ich mein Pferd nicht in Beritt gegeben habe.
Also ich kann Dir wirklich nur empfehlen, versuch es selber. Wenn es nich klappt, kannst Du immer noch einen Beritt ins Auge fassen.
Was Du natürlich brauchst, ist eine menge Geduld und
etwas reiten solltest Du auch können.
LG Tanja


» User #4693 schrieb:

Hallo Aramis,
du stellst es so dar, als wenn es die leichteste Sache der Welt ist. Das ist es aber nicht. Weder das erste Aufsitzen, schon gar nicht das, was danach noch kommt und kommen kann.
Wenn es bei dir so einfach ging, ist es schön für dich. Auch ich bin heute froh, mein Pferd weitgehend selbst ausgebildet zu haben (angeritten war er aber schon), aber es ist nicht selbstverständlich, schon gar nicht ist es IMMER die beste Lösung.
Jemand, den man gar nicht kennt, noch nie reiten gesehen hat, so vehement und bedingungslos dazu zu raten, finde ich ganz schön gefährlich.

Sprech mal mit professionellen Ausbildern. Selbst die geraten im Laufe ihrer beruflichen Karriere mal hier und da an ein Pferd, mit dem sie nicht klar kommen. Und das, obwohl diese Leute Jahr für Jahr einige bis viele Pferde anreiten und ausbilden.

Ich denke, man darf das nicht unterschätzen. Und die Fragestellerin scheint sich ja selbst nicht wirklich sicher zu sein, sonst würde sie diese Frage nicht stellen. Und da bin ich der MEinung, wenn man dann schon einen Rat gibt, sollte man versuchen, möglichst objektiv zu sein. Und nicht nur zuzuraten, weil man selbst gute Erfahrungen damit gemacht hat, sondern auch auf die Probleme hinweisen, die auftreten könnten.


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