Haustiere

Pferdekalender


Hilfe zur Losgelassenheit!

» User #18826 schrieb:

Hallo!

Ich wollte euch mal fragen, ob ihr einige Tipps habt, wie ich eine bessere und konstante Losgelassenheit bei meinem Pferd herstellen kann.
Er hat gerade eine Verletzungspause und ich wollte bei seinem Aufbauprogramm dann gleich richtig nach der Skala anfangen, da es bei uns stark in der Losgelassenheit schwankt. Er ist leider sehr schreckhaft und dauernd unkonzentriert, deswegen gibt er sie oft auf. Das äußerst sich dann manchmal durch buckeln oder aufrollen. Das schlimmste ist, dass er sich nicht gescheit herandehnen möchte. Er bleibt bei langen Zügeln viel zu eng.
Teilweise hab ich das schon im Griff gehabt, aber es ist leider wieder öfters gekommen!

Wenn ihr etwas wissts, hilfts mir bitte!

lg Kathi u Carismo


» User #5889 schrieb:

Vor der Losgelassenheit kommt der Takt. Und wenn ein Pferd taktmäßig läuft, dann kommt oft auch die Losgelassenheit von alleine. Natürlich greifen alle "Bausteine" der Ausbildungsskale ineinander, so auch Takt und Losgelassenheit.

Ein Pferd, welches im taktmäßig in gleichmäßigem Takt- und Raummaß läuft kommt über diesen Weg oft von selbst in eine innere und äußere Losgelassenheit.

Die innere Losgelassenheit ist sozusagen die "innere Ruhe".

Über Erschrecken, Gucken usw. musst Du bei so einem Pferd einfach "drüberwegarbeiten", also nicht beruhigen oder so, sondern einfach ignorieren und weitermachen. Fordere Konzentration auf Dich, auf den Menschen. Wenn Du eine Halle hast, dann arbeite dort, da sind die Pferde meist nicht so leicht abzulenken wie auf einem Außenplatz.

Wenn er sich aufrollt, reite in erster Linie vorwärts, mach nicht so viel mit dem Zügel.

Wie ist es beim Longieren mit dem Aufrollen?

Als Lektüre rund um die Ausbildungsskala empfehle ich: Denksport Reiten und Reiten mit Verstand und Gefühl.


» User #1580 schrieb:

Ist der Rücken völlig in Ordnung? Mag er sich vielleicht nicht dehnen, weil ihn was drück und zwackt?
Wie ist es beim Longieren, wenn keiner drauf sitzt?

Und im Allgemeinen sagt man: Vorwärtsreiten, nicht viel mit der hand machen, nur die Anlehnung anbieten und die Losagelassenheit und Dehnung kommt irgendwann von allein, wenn sonst alles in Ordung ist (Zähne, Rücken, Sattel etc)
Vorwärtsreiten bedeutet natürlich nicht rasen. Flotter Trab mit aktiv schiebender HH. Tempo variieren. Mal zulegen, mal langsamer werden im Trab. Aber bei allem ne ruhige, flexible hand behalten. Tempo und Takt kann man im leichtraben dem Pferd auch ohne Zügel vorgeben. Viele große gebogene Linien reiten. Schlangenlinien durch die Bahn sind ganz hervorragend mMn. Und auch da wieder... viel mit Gewicht und Schenkeln und so wenig wie möglich mit dem Zügel.

Und was mir am Schluss noch so einfällt. Sich ständig erschrecken, buckeln... das kann auch langeweile sein. Da helfen viele Übergänge, Stangenarbeit (hilft auch beim Dehnen) Seitengänge, Schultervor, Schulterherein etc.


» User #240 schrieb:

Hey, da musste ich grade sofort an meine Reitstunde gestern denken! Mein Stutchen ist noch recht jung (6 Jahre alt) und seehr aufmerksam - die sieht und hört wirklich alles und muss dann glotzen. Gestern wars windig und irgendwie war viel los im Stall (Heu mähen, Pferde, Parcours wurde umgebaut...). Da war sie anfangs auch sehr hibbelig, ist mir nur unterm Hintern weggerannt (im Schritt, aber eben zu eilig), stehen wollte sie gar nicht - von konstantem Abwärts ganz zu schweigen. Ständig ging der Kopf in die Luft, weil sie was gesehen / gehört hat.
Ich sollte sie dann ungerührt weiterreiten und sobald sie auch nur überlegt, zu gucken, Lektionen verlangen. Ständig ablenken eben. Stehen und anreiten, Volten, Zirkel, leichtes Schultervor oder Schenkelweichen kann sie ja auch am langen Zügel gehen... Und das hat super gewirkt. Klar, die Lösungsphase ging etwas länger als sonst, aber dafür war sie dann komplett ruhig, im Takt und bei mir. Also versuch, je mehr er guckt, desto mehr beschäftigst du ihn. Er darf gar keine Zeit haben, abgelenkt zu sein! Es ist verdammt anstrengend, sobald man kurz nicht voll konzentriert ist, ist das Pferd "weg"... Aber dafür wird man mit einem aufmerksamen, mitarbeitenden Pferd belohnt!