Haustiere

Pferdekalender


Matrazen Einstreu mit Leinenstroh

» User #7859 schrieb:

Hallo,
gestern hing bei uns eine Art Werbezettel einer Firma die Leinenstroh verkauft, mit dem man Matrazenstreu machen kann. Ich versuch mal grob wieder zugeben, was in der Anzeige stand:
Man füllt zunächst die Box mit einer dicken Lage Stroh. Um den Matrazen-Effekt zu beschleunigen kann man diese auch mit Wasser anfeuchten. Darüber kommt noch eine Lage Stroh. Dann muss man jeden Tag die Pferdeäpfel absammeln und die untere Schicht in Ruhe lassen, damit die Matraze quasi gedeihen kann. Richtig angewendet, soll es zu keiner Amoniak-Belastung kommen, sofern man an die untere Schicht kein Sauerstoff kommen lässt, umdrehen z.B. darf man das ganz nicht. Die obere Schicht soll dabei schön trocken bleiben, der Urin von der unteren Schicht aufgesaugt werden. Mindestens zweimal im Jahr sollte komplett ausgemistet werden...

Tja, nun meine Meinung, zuerst war ich geschockt und hatte (bzw. habe) die Befürchtung, der Werbezettel wurde von SB aufgehängt, damit wir uns schon mal dran gewöhnen können und das demnächst kommt...
Nach dem ersten negativen Eindruck versuche ich das ganze nun mal objektiv zu sehen: bei uns wird leider sehr wenig eingestreut, d.h. in der Mitte der Box kommt teilweise der Boden raus, gemistet wird jeden zweiten Tag. Das mit dem wenigen Stroh ärgert mich sehr, vor allem weil sich noch zusätzlich Stroh nachnehmen eigentlich nicht gestattet ist. Auf der anderen Seite frage ich mich, funktioniert das wirklich oder wird sich bei Matrazen-Streu immer mehr Amoniak Gase bilden als bei täglichem Misten.
Und ein Punkt der mit auch nicht gefiel ist das Leihenstroh zwar gefressen werden darf, so wie es in der Anzeige stand, aber erstens wohl nicht gut schmeckt und zweiten bei übermäßigem Bedarf nicht allzu gut für die Verdauung ist. Bei uns wird bisher sehr wenig Heu gefüttert und meiner frießt immer ziemlich viel Stroh, wenn nicht mehr Heu gefüttert würde bei der Einstreu würde ich mir da auch Sorgen machen wegen Koliken, auch wenn meiner da nicht so anfällig ist...

Ich würde mich freuen wenn ihr eure Meinung dazu schreiben könntet. Noch mehr würden mich natürlich Erfahrungsberichte freuen, aber ich glaub das System ist noch recht neu..

LG Katja


» User #6297 schrieb:

Also, mit Erfahrungen zu diesem System kann ich jetzt nicht dienen. Aber ich kann grad mal erzählen, was ich bei meinen Boxen beobachtet habe. Beide Boxen haben übrigens Betonboden.

Box 1 - Oldtimer:
Die streue ich immer sehr dick ein. Zusammengesunken ist die untere Schicht gute 15 cm dicht, da kommt dann noch frisches Stroh drüber, so das der in gut 30 cm Stroh wattet. Ich mach das bei ihm, weil er wegen seiner Ataxie manchmal beim aufstehen wieder umstürzt. Zudem liegt er gern, oft und lange, da soll ers weich haben.
Ist die Schicht zu dünn, scharrt er nen Haufen zum drauflegen.

Das wird täglich gemistet. Äpfel raus (die der Alte alle schön auf eine Ecke setzt), oberste Schicht Stroh zur Seite und die Pinkelplatte raus. Mit 'altem' Stroh ausfüllen und frisches drüber. Solang ich da nicht dran rühre riecht es lediglich nach den Äpfeln und man kann in der Box sogar barfuss laufen. In dem moment wo ich die obere Schicht zur Seite hebe haut einen der Gestank um.
Selbst wenn mal was ist und ich einen Tag aussetzen muss mit misten ist die Box noch okay.


Box zwei - Junior - Hengst:
Bei dem Kerl streu ich die Box nur dünn ein, also etwa 10 cm dick. Grund dafür ist, das er eine Pottsau sondergleichen ist. Er äppelt wo er geht und steht, in alle Ecken und mitten rein, und pinkelt nach dem gleichen Prinzip. Zudem wandert er in der Box ständig herum, so das sich das Stroh zu den Seiten verteilt und ne Mauer bildet, während die Mitte blank liegt. Das muss ich wenn ich den Stall abschliess dann immer nochmal gerade ziehen. wenn er sich legen will, macht er das allerdings auf dem verdickten Randstreifen.

Er schaft es also bequem seine Box innerhalb von 24 Stunden in eine braune Kackmatsche zu verwandeln, wo echt nichts mehr dran zu retten ist. Ich muss täglich komplett austauschen. Deswegen die dünnere Schicht, denn es ist egal ob ich drei Halme reinwerf, oder drei Butzen oder die doppelte Menge. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Da ist mir dann ehrlich der Strohverbrauch zu groß, bzw meine Mist ist zu klein und ich bin da auf Hilfe angewiesen, das mir wer den Mist abnimmt. Und a da sehr schlecht klappt, versuch ich Mist zu sparen.
In seiner Box stinkt es immer, eben weil er das ständig aufwühlt und durchmatscht.

(Ich hoffe ehrlich gesagt, das mein Bruder mir Hilft seine Box dieses Jahr zu vergrößern, und das sich das dann legt. In der Weidehütte z.b. äppelt er brav in die eine Hälfte, und schläft in der anderen, sauberen. Da ist ist er nicht ansatzweise so ein Ferkeltier. Vielleicht legt sich das also mit ner größeren Box.)


Dieses Matrazending könnt ich mir für meinen Kleinen also nicht vorstellen, solang der nicht ruhiger wird .. was vielleicht in 20 Jahren sein wird. Bei meinem Oldtimer käme es auf einen Versuch an, denk ich mal. Nur dieses Leinstroh wär mein Ding auch nicht so wirklich, obwohl meine kein Stroh fressen. Ich weiß nicht, kann sein das es klappt, aber ich fühl mich wohler mit dem Gedanken täglich zu misten.


» User #463 schrieb:

Hallo,

also mit dieser Leinenstrohmethode direkt kenn ich mich nicht aus, aber ich kann dir ähnl. wie Chiandra berrichten.
Was bei dir noch bedenkl. ist, ist das bei euch ja echt spärl. eingestreut wird. Denn um eine Matratze zu bilden sollte ja auch genug frisches oben drauf. wenn da nur wenig drauf kommt wühlt dein Pfd. die Matratze noch von selber auf...

Eine Mögl. wär noch Gummimatten einzulegen, dann brauchst auch nicht so viel Stroh. Haben auch eins im Stall, welches EGAL wieviel eingestreut wird alles immer hin und herschiebt und nachher 2 "Riesenmauern" geschaffen hat, und auf dem blanken Boden liegt. Sie hat nun Gummimatten bekommen.

Der Gegenüber ist phänomenal. Frisch eingestreut haben alle einen Riesenberg (leicht glattgezogen) in der Mitte, verteilen tun sie es meist gleich selbst.
Er dreht sich einige male, begradigt sein Bett, und pinkelt mittig, scharrt sich frisches drüber und hat's somit immer schön warm und sauber. Äpfeln tut er brav ins Eck. Den musst fast net misten... icon_razz.gif

bei so einer Matratze muss schon einges beachtet werden, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, warum nicht!? Aber ich muss ehrl. sagen, da du eh jeden Tag Äpfel rauslesen musst, kommt's nicht so sehr drauf an, obs auch bissl mehr ist,was man rausnimmt...

VOm Untergrund wärs eben besser, warm und weich (besonders im Winter).


LG;
Renate


» User #7859 schrieb:

Danke schonmal für eure Antworten. Meiner gehört leider auch so ein bisschen zu der Gruppe "Überallhin-Kack-und Chaos-mach-Pferd".

Renate hat folgendes geschrieben::

Was bei dir noch bedenkl. ist, ist das bei euch ja echt spärl. eingestreut wird. Denn um eine Matratze zu bilden sollte ja auch genug frisches oben drauf. wenn da nur wenig drauf kommt wühlt dein Pfd. die Matratze noch von selber auf...


Also ich hoffe mal das mein SB intelligent genug ist das zu wissen, dass er dann erstmal mehr reinpacken muss um eine Matraze zu produzieren. Obwohl ich ja bisweilen an seiner Intelligenz zweifel...


Das mit den Gummimatten wäre wohl echt eine Überlegung. Das Problem das ich dann bloß habe ist, dass es dann wohl trotzdem nur Leinenstroh geben würde, denn ich glaube kaum, dass der SB nur für mich noch eine zweite Strohsorte hinstellt.

Aber noch ist ja nichts beschlossen, ich weiß bisher noch nicht mal ob der SB den Zettel aufgehängt oder bloß ein EInsteller oder ein Vertreter der Firma.. icon_confused.gif


» User #6342 schrieb:

Hi

Also bei uns gibt es 3 Leute die Leinenstroh einstreuen. Die haben ca 3 Ballen Leinenstroh in die Box geschüttet und dann immer nur die Äpfel rausgemacht. Das lockere haben sie schön in die Mitte gemacht, aber die untere Schicht wird nicht berührt. Alle 2 Monate wird die Pinkelschicht rausgemacht und frisch eingestreut. Zusäztlich wird einmal im Monat ein frischer Ballen drübergestreut. Das Zeug komprimiert sich super und die Boxen riechen nicht und es sind alle 3 kleine Schweinchen... Also ich finds positiv auch wenn ichs nicht selbst anwende. Das Zeug ist pur nämlich erst mal ordentlich rutschig...
Kannst es ja mal ausprobieren, obs bei deinem Pferdchen auch so prima ist.

Lg


» User #1580 schrieb:

Bei uns stand der Schiwago auf Leistrohhäckseln... da war es ähnlich... also Pimkelschicht drunter und lockeres, fricshen Material oben. Die Box hat auch nicht wirklich gestunken... aber wenn ich nicht immer mal wieder die schlimmsten Pinkelstellen rausgenommen hab, wurde das ganze doch recht feucht und die Hufe gammelig. Da musste ich einmal die Woche frisches material nachstreuen. Und die ballen Leinstrohhäcksel fand ich recht teuer. Und ja... rutschig ist das Zeug in frisch icon_biggrin.gif
So ganz hat mich das nicht überzeugt.
Vor meiner zeit wurde wohl mal ein Experiment mit Leinstroh gemacht... und da laen wohl fast alle Pferde mit Kolik in der Ecke.
Im Momenz stehen Duc und Ria auf normalem Stroh. Da mach ichs so wie Chiandra. Ich miste zweimal täglich und hole Äpfel und die Pinkelstellen raus... an sonsten haben beide ne schön dicke Einstreu. Bei Ria lass ich die pinkelstellen auch manchmal länger drin, weil die nicht wühlt. Der Duc kackt zwar brav an den hinteren Rand und pinkelt nur an eine Stelle, aber zwischendurch zerwühlt er seine Box und schichtet sich auch Strohwände auf. Desshalb nehm ich bei ihm immer alles an nassen Stellen raus.
Vor mir wurde bei allen mit Matratze gearbeitet... ich hab das abgestellt... und seitdem hat Duc auch keine Strahlfäule mehr icon_twisted.gif
Crarabella steht auf Spähnen, weil die Ziege so verfressen ist, dass sie ne Strohbox komplett auffressen würde icon_biggrin.gif
Da funktioniert die matratze sehr gut. Die feuchte Spähne komprimiert drunter, die schlimmsten Stellen nehm ich immer mal wieder raus und regelmäßig (meist 1-2x die Woche) frische Spähne obendrauf, damits trocken bleibt. Ihre Hufe sehen super aus und das ist für mich immer das zeichen, ob die Matratze funktioniert oder nicht...


» User #6297 schrieb:

Prima Beispiel, Sib. Ich denke auch, das es auch etwas aufs Pferd ankommt. Manche kommen damit gut klar, andere weniger. Muss man dann wohl individuell ausprobieren.

Mal sehen, evtl fahr ich mit dem Oldi im Winter mal nen kleinen, zeitlich begrenzten Test, und schau wie es ihm gefällt. Beim Kleinen, wie gesagt ... no way. Der ackert so rum, das ich Stroh und Äpfel in der Stallgasse wiederfinde ... über die geschlossene Tür hinweggeschossen. Ne Matraze käme da nicht zustande.

Was mich allerdings mal interessieren würde, da ich noch nie Kontakt mit Leinstroh hatte ... inwiefern unterscheidet sich das von anderen Strohsorten? icon_confused.gif


» User #4693 schrieb:

Ich halte grundsätzlich nichts von Mattenstreu. Ausgenommen in unseren Offenställen, da finde ich es tolerierbar. Aber auch nur, weil die Pferde da nicht ständig draufstehen. Mehr draußen als drinnen.
Würde mein Pferd in der Box stehen, sei es auch nur Nachts, wäre ich damit nicht einverstanden, egal, mit welcher Strohsorte.

Oben beschriebener Fall von Chiandra ist eine Ausnahme. Wenn es für das Pferd gesundheitlich notwendig ist und eine fachgerechte Reinigung der Box gesichert ist, ist das ok.
Aber gerade in Pensionsställen habe ich Mattenstreu bisher immer nur als besseren Misthaufen kennengelernt.


» User #1580 schrieb:

Ne, in Pensionsställen hab ich auch schon "Matratzen" gesehen, bei denen es offensichtlich war, dass die nicht fachgerecht gepfegt wurden und nur wegen Kosten- und Zeit sparen eingeführt wurden. In solchen Ställen hat es auch schrecklich gestunken und man hat beim Hufeauskratzen immer noch weiches Horn mit runtergekratzt... bäh.

Bei uns stinkt es nicht nach Mist/Amoniak... nur nach Heulage, Pferd und Lederfett... schöner Geruch icon_biggrin.gif


» User #4693 schrieb:

Was ich an dieser Beschreibung auch nicht verstehe ist die Sache mit dem Wasser. Warum soll die Matte angefeuchtet werden?
Damit sich schneller Schimmel bildet?

Ich habe bisher einen einzigen Stall gesehen, in denen einige Pferde auf ordentlichen Matten standen.
Das waren Verkaufspferde und die wurden von ihren Betreitern und uns Auszubildenen versorgt.
Ich muß ganz ehrlich sagen:
Ich habe lieber die Ständer (war zu dieser Zeit noch üblich) ausgemistet. Da hat man das Trockene nach vorn geschmissen, alles, was naß war raus, altes Trockenes verteilt und drübergestreut, fertig.
Die Matten in den Boxen sauber zu halten, war eine ziemlich fummelige Angelegenheit. Einerseits trockenhalten, andererseits nicht durchwühlen. Das war wie Ostereier suchen, nur schlimmer. Und der Chef war pingelig (mit Recht, wer kauft schon ein junges Pferd mit faulem Strahl).
Ich finde eine ordentliche Matteneinstreu eindeutig zeitaufwendiger. Demzufolge wäre ich immer skeptisch, wenn ein Pensionsstallbesitzer sowas einführen will. Weil, die wollen in der Regel weniger Arbeit, nicht mehr.

Aber vielleicht ist das ja wirklich nur ein Werbezettel für das andere Stroh.
Frag doch einfach mal nach, ob sie den einfach nur so ausgehängt hat, oder ob sie sich mit dem Gedanken trägt, das so zu machen.
Manchmal ist es gut, solche Sachen einfach zu klären. Man rennt tagelang rum, macht sich wer weiß was für´n Kopf und am Ende stellt sich die Sache als harmlos heraus.


Weiterlesen: Matrazen Einstreu mit Leinenstroh

Seite 1, 2