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RB: Wer sollte was 'leisten'?

» User #5724 schrieb:

Hallo zusammen!
Ich schilder euch kurz mal meinen 'Fall' und versuche Objektiv zu bleiben.

Ich reite seit 2 Jahren einen recht schwierigen Hannoveranerwallach 3X/Woche.Der Besitzer reitet kaum. Ich zahle 60€.
Im 'Normalfall' reite ich im Gelände oder auf dem Reitplatz so lange ich will (meist ne Stunde), miste die Box, füttere, stelle ihn rein und versorge das Pferd natürlich angemessen (abspritzen, Hufe ölen, eindecken, oder was sonst anfällt).

Nun war der Besitzer kürzlich 2 Wochen im Urlaub und hat mir die Verantwortung übertragen. In der Zeit hatte er nen Einschuss (durch Rangkämpfe auf der Weide) und musste intensiv vom Tierarzt betreut werden. Ich war 2-3X am Tag da, auch vor der Arbeit, um zu bandagieren, einzuschmieren,auf den Tierarzt zu warten, grasen zu gehen und 'Huf zu halten' icon_biggrin.gif
Er fiel also reit-technisch insgesamt fast 4 Wochen aus, die Tierarztrechnung hat natürlich der Besitzer getragen.

Nun meine Frage: habe ich das 'Recht', weniger RB-Geld zu zahlen? Ich meine im Sinne der Reitbeteiligung fiel das Pferd ja nunmal nen Monat aus, auch wenn ich dort war. Außerdem habe ich dem Besitzer viel Arbeit abgenommen (zugegebenermaßen gerne). Als ich diesen heute fragte, ob wir uns darauf einigen können, dass ich für diesen Monat die Hälfte zahle, meinte er ich müsste mir als RB im klaren darüber sein dass das Pferd auchmal krank ist und ihn ja trotzdem Stallmiete kostet und dass er für den Tierarzt eh schon 800€ zahlen musste.Er könne mir da nicht entgegenkommen.
Was meint ihr, sollte ich das Übliche zahlen? Ein bisschen undankbar finde ich das schon...
Einen Vertrag haben wir nicht.
Ich freue mich auf eure Antworten icon_biggrin.gif
Sumsum


» User #5889 schrieb:

Meine RBs haben auch während verletzungsbedingter Pausen weiterbezahlt. Allerdings hatte ich keinen monatlichen Betrag vereinbart, sondern einen Anteil am Hufbeschlag des Pferdes.

Habt ihr einen Vertrag geschlossen? Wenn es nicht vertraglich geregelt ist, musst Du es entweder so hinnehmen, wie der Besitzer es möchte, oder eben mit ihm klären, dass Du nur für ein reitbares Pferd zahlen möchtest.

Ich denke allerdings, dass bei kurzen Ausfallzeiten (damit meine ich jetzt keine Verletzungen, die ein halbes Jahr andauern, aber so 2-6 Wochen) durchaus der Betrag weitergezahlt werden sollte.

Ich sehe eine RB auch immer als Vorbereitung darauf, ein eigenes Pferd zu haben und Verantwortung zu übernehmen. Und dazu gehört dies eben auch, wenn man denn bezahlt.

Natürlich, die Gegenargumente sind, dass Du Dich um das Pferd gekümmert hast, als es verletzt war - aber wenn er nicht verletzt gewesen wäre, hättest Du jeden Tag reiten können.

Aber ein Pferd zu haben bzw. eine Reitbeteiligung an einem Pferd bedeutet auch Verantwortung zu übernehmen in unangenehmen Situationen.

Viele Grüße, Yvonne


» User #5724 schrieb:

Danke für deine Antwort Yvonne.
Ich finde es selbstverständlich dass eine Reitbeteiligung Verantwortung übernehmen muss - sonst würde das alles eh nicht funktionieren.
Aber ich sehe nicht ein, dass Verantwortung = zahlen heisst.
Mir sind schließlich durch das täglich mehrfache Fahren auch Kosten entstanden (der Stall ist 15km weit weg), die ich sonst nicht gehabt hätte.
Und ich bin ja auch bereit die Hälfte zu zahlen.
Der Besitzer weiß genau dass ich ne RB habe und kein eigenes Pferd mehr, weil ich es mir strikt nicht mehr leisten kann.
Wenn es mir nicht schwer fallen würde die RB zu bezahlen würde ich ja garkein Aufhebens um die Sache machen.

Fändest du es denn fair, wenn ich den monatl. Betrag voll zahle und der Besitzer mich dafür in der nächsten Zeit das ein oder andere mal öfter kommen ließe? Hatte überlegt ihn das mal zu fragen.


» User #6085 schrieb:

Ich denke , dass es vollkommen legitim von ihm ist, den vollen Betrag zu fordern-ein Pferd kann nunmal auch ausfallen und es war ja nun nicht wirklich lang!

Wenn das in diesem Monat für dich finanziell schwierig wird, dann würde ich ihm das auch so sagen und ihn fragen, ob du ihm in diesem Monat die Hälfte geben und die andere Hälfte im nächsten Monat mitzahlen kannst.


» User #1580 schrieb:

Ich finde es auch vollkommen legitim und normal, das die RB auch bei normalen Verletzungsausfällen weiterbezahlt. Das ist üebrall so. Erst wenn die Verletzung nen wirklich langen Ausfall bedeutet, kann man sich einigen, oder das gleich als Klausel in den vertrag mit aufnehmen.

Aber wenn man ein eigenes Pferd hat, zahlt man ja auch weiter, auch für nicht-gehabt Freuden. Und auch der Besitzer muss weiterzahlen und es kann ja sein, dass er mit dem RB-Geld in seiner Monatlichen Kalkulation rechnet und dann dumm da steht, wenn die RB plötzlich runzickt, weil sie ja nicht reiten durfte. icon_rolleyes.gif

Also... als RB muss man damit rechnen, dass ein Pferd auch mal ausfallen kann. Und mMn hat die RB dann kein Recht zu sagen "Ich durfte nicht reiten, ich zahl nicht!"

Wenn du finanzielle Probleme hast, lässt sich das mit sicherheit anderst lösen. Wenn du dem Besitzer gkleich mit so Forderungen ankommt, fürchte ich dass du dich erstmal unbeliebt machst.
Also ICH würde erstmal die Augenbrauen hochziehen, wenn meine RB mit so ner Forderung kommt. Ich persönlich würde sie zum Schulpferdereiten schicken, weil man da ja nur zahlt, wenn man auch reitet... ne RB ist eben etwas anderes...


» User #11837 schrieb:

Hi,

ich sehe es auch so wie meine Vorredner. Ich habe selbst - als ich noch RB bei meinem jetzigen Pferd war - mehrfach wochenlang "brav" weitergezahlt, obwohl die Stute mal wieder ihre Beine zur falschen Zeit am falschen Ort hatte und sich dabei irgendwelche Verletzungen zuzog ... teilweise bin ich sogar 2-3 Monate nur Pferde"pfleger" gewesen und habe trotzdem weitergezahlt. Ehrlich gesagt wäre ich auch gar nicht auf die Idee gekommen, da irgendwelche Reduzierungen von der besitzer einzufordern, weil auch krankheitsbedingte Ausfälle für mich zum RB-Dasein dazu gehören.


» User #4693 schrieb:

Ich würde dir die RB kündigen.
Willst du wissen warum?
Wenn du für ein Pferd, das du fast allein nutzt 60 € bezahlst und dann, wenn das Pferd mal krank ist, um 30 € schacherst, hast du es nicht verdient, eine RB zu haben.
Dann reit doch Reitschulgäule!
Da mußt du dann keine Verantwortunf übernehmen und zahlst nur, was du auch reiten konntest.

Tzz, Leute gibts... icon_evil.gif


» User #5724 schrieb:

Predator
Entweder hast du meine Beiträge nicht richtig gelesen oder du hattest einfach Lust, mal ein bisschen ausfallend zu werden, hm?
Ich finde es ziemlich fehl am Platz in so einem Tonfall zu schreiben, denn schließlich habe ich dieses Thema hier eröffnet, weil ich mir nicht sicher war wie das unter RB - Besitzer normalerweise gehandhabt wird und mich einfach mal umhören wollte(man lernt schließlich nie aus!).


Zitat:
Wenn du für ein Pferd, das du fast allein nutzt 60 € bezahlst

Was habe ich davon, dass das Pferd den Rest der Woche steht?

Zitat:
um 30 € schacherst

Unter 'schachern' verstehe ich handeln aus Geldgeilheit und nicht aus anderen Gründen.

Zitat:
Dann reit doch Reitschulgäule!
Reitschulgäule? Du hast also nie auf 'minderwertigen' Reitschulpferden gelernt was?
Tzz, Leute gibt's...

Allen anderen Danke ich für die Beiträge.
Ich habe mich mit dem Besitzer darauf geeinigt, diesen Monat nichts und nächsten Monat das Doppelte zu zahlen. Ich glaube damit sind wir beide gut bedient icon_biggrin.gif


» User #4693 schrieb:

Selbst wenn dieses Pferd den Rest der Woche steht, du nutzt es im Prinzip fast wie ein eigenes, auf alle Fälle, wie ein privates Pferd. Niemand verreitet zwischendurch "dein" Pferd. Es muß sich nicht dauernd an unterschiedliche Hilfen anpassen.

Und ich kenne den Unterschied zwischen Privatpferden und Reitschulpferden sehr wohl, auch aus eigenem Erleben. Gerade deswegen regen mich Leute, wie du total auf. Und das ganz sicher nicht weil ich Dampf ablassen muß. Eher, weil du nicht zu schätzen weißt, was du da hast.
Das ist sehr wohl schachern. Sich immer das Beste herauspicken, ohne die Nachteile tragen zu wollen.
So gut und so viel wie möglich haben wollen, aber möglichst nichts dafür zahlen.

Das hat auch absolut nichts mit lernen zu tun. Reiten kann man lernen. Den Umgang mit dem Tier kann man lernen.
Die richtige Einstellung zum Tier hat man oder man hat sie nicht.
Nur finanziell für ein Tier aufkommen zu wollen, solange es gesund und nutzbar ist, ist eine grenzwertige Einstellung zum Tier. Noch dazu, wo es sich, und das kann ich dir als jahrelanger Erfahrung als Pferdebesitzer klar sagen, um eine so dermaßen lächerlich geringe Summe handelt.

Im übrigen: Warum "minderwertige" Reitschulpferde?
Die sind alles andere als minderwertig. Das sind die härtesten Arbeiter unter den Pferden überhaupt!
Das hält nicht jedes Pferd lange durch.
Minderwertig sind höchstens oft deren Lebensbedingungen. Und oft die Reitlehrer und damit als Folge davon ihre Reiter, bzw. deren reiterliches Können.
(Damit sich niemand anderes auf den Schlips getreten fühlt: Ja, es gibt natürlich auch gute Schulen mit guten Lehrern/Pferden und guten Reitern.)


» User #11837 schrieb:

@sumsum:

Das hört sich doch nach einer guten Lösung für alle Beteiligten an! Obwohl es, wenn ich es mal so sagen darf, letztendlich für Dich doch egal wäre, ob Du nun jeden Monat 60 Euro zahlst oder jetzt einen Monat nix und den darauffolgenden Monat das doppelte, oder? Aber wenn Du damit zufrieden bist, ist das doch die Hauptsache!

@predator:

Ich finde, Sumsum hat ihre Ursprungsfrage doch relativ wertneutral gestellt; sie wollte einfach mal ein paar Infos haben, wie andere das handhaben; für mich klang aus dieser Frage eher Unwissenheit raus, als der echte Vorsatz zu "schachern". Vielleicht ist es ihre erste RB und sie hat einfach noch nicht die Erfahrung ... Grundsätzlich gebe ich Dir in dem, was Du an Argumenten anführst, Recht; aber ich fand schon, dass Du ein wenig heftig reagiert hast icon_rolleyes.gif ... unsereiner als Pferdebesitzer und RB-"erfahrener" Reiter hat halt schon mehr Erfahrungen icon_mrgreen.gif

Allerdings hat mich eben beim erneuten Lesen doch ein Satz von Sumsum stutzig gemacht:

Zitat:
Der Besitzer weiß genau dass ich ne RB habe und kein eigenes Pferd mehr, weil ich es mir strikt nicht mehr leisten kann.


Danach müsste sie ja eigentlich wissen, "wo der Hase langläuft" ... aber die beiden haben sich ja nun geeinigt ...

LG


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