Haustiere

Welche Impfung für Kaninchen?

» User #8353 schrieb:

Müssen Kaninchen eigendlich geimpft werden?
Ich kenne mich da garnicht aus.
Wenn ja gegen was müssen sie geimpft werden?
Mf3000


» User #4405 schrieb:

gegen Myxtose udn gegen RHD ist sinnvoll. eine von beiden hält nru ein h albes Jahrm, die andere ein ganzes. ich würd im Frühjahr impfen lassen, denn haste im Sommer schutz gegen alles was die lästigen Insekten so mit sich bringen. Falls deine Hoppler im garten sind im sommer ist das besonders wichtig icon_smile.gif
lg
Cat


» User #1482 schrieb:

ich stelle dir hierzu ma eine zusammenfassung ein ...

Warum Sie Ihre Kaninchen impfen lassen sollten ...

Weil die Übertragungswege dieser Infektionskrankheiten sehr vielfältig sind. Sowohl RHD und Myxo werden von Stechmücken übertragen. Welche Wohnung ist frei von Insekten? Manche Erreger werden durch die Luft oder verseuchtes Grünfutter übertragen. Sie können z. B. an Ihren Schuhen und Ihrer Kleidung haften, nachdem in gefährdeten Gebieten spazieren waren.

Die Übertragungswege von RHD (Chinaseuche) sind z. B.:



Tröpfcheninfektion über die Luft
über RHD erkrankte Kaninchen (Vorsicht bei Wildkaninchengästen am heimischen Gehegen
durch Personen (Kleidung, Hände, Schuhe)
Futter jeglicher Art, Einstreu
Insekten
Die Übertragungswege von Myxomatose sind z. B.:

blutsaugende Insekten (Stechmücken, Stechfliegen, Kaninchenflöhe, Milben, Läuse) als Zwischenträger der Infektion
Kontaktinfektionen durch
verseuchtes Grünfutter/Futter
Fliegen
vom erkrankten zum gesunden Kaninchen
durch den Menschen beim Umgang mit erkrankten Tieren
Weder für Myxomatose noch für RHD existiert eine Behandlung. Die Sterblichkeitsrate ist sehr hoch, liegt ca. bei 80%. In wenigen Fällen verläuft die Erkrankung chronisch, also in abgeschwächter Form. Auf Menschen ist Myxo und RHD nicht übertragbar.

Ansteckender Schnupfen - Warum Pasteurellenimpfung?
Der ansteckende Schnupfen ist keine klassische Infektionskrankheit, die durch einen definierten Krankheitserreger übertragen wird, sondern eine Multifaktoren-Erkrankung. Es handelt sich dabei um eine sehr weit verbreitete Entzündung der Nasenschleimhäute. Als bakterielle Krankheitserreger kommen mehrere Erreger in Frage: Pasteurella multocida sowie Bordetella bronchiseptica. Allerdings wird noch darüber diskutiert, ob diese Bakterien nur als Sekundärerreger angesehen werden müssen, die sich auf einen noch unbekannten Virus aufpropfen. Der ansteckende Schnupfen hat nichts mit dem menschlichen Schnupfen gemein, er ist nicht auf Menschen übertragbar und umgekehrt. Oft endet er für die Tiere tödlich. Die Sterblichkeitsrate wird jedoch nicht so hoch empfunden, weil sich die Krankheit über einen längeren Zeitraum erstreckt. Sie liegt ca. bei 90%. An sich wären die ersten Symptome wie Schnupfen und häufiges Niesen ertragbar. Leider breiten sich die Bakterien vor allem in den Nebenhöhlen aus, von wo aus eine Behandlung mit Antibiotika zwar möglich ist und den Erreger auch zeitweise stabilisiert, doch die Antibiotika gelangen leider nur in stark vermindeter Konzentration an den Wirkort und könnten die Bakterien nicht vollständig abwehren. Fälle spontaner Heilung sind möglich, aber eher selten. Von meinen 5 infizierten Tieren, wurde nur ein einziges spontan gesund. Alle anderen starben innerhalb von 2 Jahren. Gefürchtete Folgeerkrankungen aufgrund der stark verminderten Abwehrkräfte sind: Mittelohrentzündungen, Bronchitis, Schiefhals, Lungenentzündung, Abszesse ...

Die Übertragungswege des ansteckenden Schnupfens:

Kontakt mit erkrankten Kaninchen
Kontakt mit anderen Haustieren: z. B. Hunde sind ebenfalls Überträger von Pasteurellen, Mäuse, Vögel u. a.
Begünstigt werden diese Infektionen durch:

Zugluft
schlechte Haltungsbedingungen
Sehr oft stammen infizierte Tiere aus Zoogeschäften, von Züchtern oder von Vorbesitzern mit schlechten Haltungsbedingungen.


Jedoch sind die beiden vermutlichen Erreger-Bakterien auch sonst in der Luft enthalten und bilden immer eine latente Gefahr. Normalerweise sorgt das Immunsystem der Tiere für das gesunde Gleichgewicht der Bakterien im Körper. Wenn die Abwehrkräfte aber geschwächt sind, kann das Tier auch dann am ansteckenden Schnupfen erkranken, wenn er keinen Kontakt mit infizierten Tieren hatte.

Behandelt werden beim ansteckenden Schnupfen nur die Symptome. Antibiotika kann die Krankheit eine gewisse Zeit stabilisieren, aber nicht heilen. Vorbeugung und Stärkung der Abwehrkräfte ist die beste Vorsorge gegen die Krankheit.

Aus eigener leidvoller Erfahrung lege ich deshalb die Kaninchenschnupfenimpfung (Cunivac Past) jeden ans Herz. Gerade bei Jungtieren < 9 Wochen, zeigt die Grundimmunisierung die besten Erfolge. Aber auch bei älteren Tieren, kann die Impfung zu einer deutlichen Erhöhung der Abwehrkräfte bezüglich dieser bakteriellen Erkrankung führen.


Die Impfungen
Um Missverständnissen vorzubeugen: Keine Impfung bietet einen 100%igen Schutz. Trotz Impfung können die Tiere erkranken. ABER ... normalerweise verlaufen diese Erkrankungen sehr viel milder und die Überlebensrate ist sehr viel größer.


Wichtig ist das die Tiere gesund sind, wenn sie geimpft werden. Sollte eine chronische Erkrankung vorliegen, so sollte der Zustand der Tiere so stabil wie möglich sein. Lassen Sie sich beraten!

Jungkaninchen, ohne "Impfvorbelastung" z. B. indirekt durch die Mutter oder um einen größeren Impfschutz zu gewährleisten können auch grundimmunisiert werden. Die Impfung zeigt bei Jungkaninchen den größten Erfolg, da das Immunsystem der Tiere am Aufbau ist. Eine Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen innerhalb kürzester Zeit, i. d. R. innerhalb von 2 Wochen. Diese werden standardmäßig bei der ersten Pasteurellenimpfung gegeben (sofern die Tiere nicht von einer Mutter abstammen, die unter Impfschutz steht). Sie wird aber auch von manchen Tierärtzen für die erste Myxomatose-Impfung angeboten. Indirekt erfolgt die erste "Dosis" der Grundimmunisierung durch geimpfte Muttertiere. Falls die Mutter ungeimpft war, kann die Erstimpfung der Jungtiere ab der 6. Lebenswoche erfolgen. Nachkommen geimpfter Muttertieren können ab dem 3. Monat geimpft werden. Lassen Sie sich auf jeden Fall vom Tierarzt beraten!

Myxomatose Impfung
Gegen Myxomatose impft man am besten im März / April, bevor die Mückenzeit beginnt. Sie schützt nur ein 1/2 Jahr. Bei Wohnungskaninchen kann diese Frühjahrsimpfung genügen, für Tiere, die draußen leben, sollte auch im Herbst geimpft werden. Meine Tiere vertragen den Impfstoff gut. Doch es gibt auch Impfrisiken.
Typisch ist die sogenannte Depotbildung des Impfstoffs. Aber die heutigen Impfstoffe sind besser und es kommt kaum noch zu diesem "Knoten", der sich normalerweise aber wieder von selbst auflöst. Speziell bei der Myxo Impfung kann eine sogenannte Impfmyxomatose Folge sein. Es kommt sehr selten vor, aber es passiert ... Es läuft dann eine leichte Form von Myxo ab. Wesentlich ist hier zu erwähnen, dass das Risiko der Impfmyxomatose sich minimiert, wenn das Tier bei der Impfung in einem guten gesundheitlichen Zustand ist.

Normalerweise erfolgt die Impfung mittels einer Spritze ins Muskel- oder Fettgewebe. Aber es gibt auch eine neue Form der Myxomatose-Impfung. Hierbei wird der Impfstoff mittels Pistole ins Ohr injiziert.


Myxomatose Impfung ins Ohr
Die Pistolenimpfung ist eine intrakutane Impfung am Ohr mit einem speziellen Injektor. Im Vergleich zur herkömmlichen Anwendung soll diese Impfform eine bessere Wirksamkeit besitzen. Die Grundlage dafür bildet ein Impfmodus, der einer natürlichen Myxomatoseinfektion durch Stechmücken oder Flöhe nahe kommt und einen zielgerichteten Schutz gegen das Myxomatosevirus aufbaut. Die Impfung geschieht über Druck ins Ohr, ohne Einstich. Verwendet wird ein Lebendimpfstoff. Die Schutzwirkung setzt bereits nach drei Tagen ein und ist nach 9 Tagen (subkutan nach 15-20 Tagen) voll ausgebildet. Die Dauer der Immunität ist angeblich die gleiche.

RHD (Chinaseuche) Impfung
RHD wird 1 mal im Jahr geimpft. Da der Übertragungsweg noch nicht gänzlich geklärt ist und auch eventuell Mücken in Frage kommen, sollte dagegen auf jeden Fall auch geimpft werden. Nebenwirkungen sind mir nicht bekannt. (Das bedeutet nicht, dass es keine gibt.)

Kaninchenschnupfen Impfung
Kaninchenschnupfenimpfung ist jahreszeitenunabhängig. Zur einmaligen Grundimmunisierung sind 2 Spritzen nötig. Auffrischimpfungen erfolgen in jährlichem Turnus.

Fragen Sie Ihren Tierarzt. Seien Sie aber nicht überrascht, wenn er die Impfung nicht kennt oder Ihnen ausreden will. Der Impfstoff ist relativ neu (1997) und leider steht es bei vielen Tierärzten um die Weiterbildung schlecht.

Nebenwirkungen der Impfung: vor allem in den ersten paar Tagen kann es zu Müdigkeit und Schlappheit der Tiere kommen. Sie erholen sich jedoch rasch. Außerdem wurde mir von einer Kaninchenbesitzerin berichtet, dass ihre Tiere nach der Impfung auf der Impfseite ungern mit der Vorderpfote aufgetreten sind, was auf eine lokale Irritation hindeutet. Zudem bildeten sich bei allen ihren Tieren Impfbeulen (Impfdepots), die sich jedoch - mit Ausnahme bei einem Tier - wieder zurückbildeten.


RHD und Myxo können zusammen geimpft. Die Pasteurellenimpfung würde ich lieber separat machen lassen.


» User #5086 schrieb:

Hallo MF3000

also...Myxo und Pasteurellen ist eine Lebendviren-impfung, die dürfen keinesfalls gleichzeitig geimpft werden, RHD kann jeweils mit einer der beiden gleichzeitig gegeben werden.

Myxo ist sinnvoll im Frühjahr und eine Auffrischung im Sommer, RHD ist einmal jährlich zu impfen.

Pasteurellen ist etwas umstritten, ich habe es früher gemacht aber heute nimmer.

Die Tiere sollten gesund sein, bei den Myxo- und Pasteurellenimpfungen *kann* es zum Ausbruch der Krankheit wegen der Impfung kommen, aber in abgeschwächter Form und es ist sehr selten.

Also...superwichtig ist Myxo und RHD und alle Tiere gleichzeitig!

Liebe Grüße
Heike


» User #9788 schrieb:

auch auf jeden fall impfen, selbst wenn das kanichen kein auslauf im freien hat.
die erreger können auch im frischfutter sein. also immer schön impfen icon_razz.gif


» User #8353 schrieb:

Super damke!
Muss ich sonst eigendlich Parasitenmäßig aufpassen(Ninchen haben m Sommer jeden Tag Ausslauf im Garten


» User #9788 schrieb:

kaninchen halten sich von selber recht sauber, aber am besten kaufst du dir einen flokamm, der hat dicht beieinanderstehende zacken und die sind abgerundet. damit ab und zu das fell durchkämmen, dann solltest du nichts übersehen. meiner findet den ganz klasse. damit kommst du auch durchs unterfell, was bei anderen bürsten nicht der fall ist. auch kletten findest du damit schnell.


» User #9032 schrieb:

Mein Rambo (Schwarzlohzwerg) ist auch tollwutgeimpft.


» User #10209 schrieb:

Hallo,
ich lasse immer im März gegen RHD und Myxomatose impfen; und im August wird Myxomatose noch mal nachgeimpft.

LG, Sabine


» User #8134 schrieb:

Ich hab bei uns den TA gefragt, und der meinte dass in unserer Region (oberbayern) weder Myxomatose noch RHD Impfung notwendig ist, da diese Krankheiten hier nicht oder äußerst selten vorkommen. Und da jede Impfung ja eine Belastung für die Kleinen ist, lasse ich meine auch nicht impfen, solange es nicht wirklich notwendig ist.
Zu Parasiten: Mein Teddyzwerg hat öfter winzige Zecken an Augen und Ohren. Die tu ich dann mit einer Zeckenzange raus, auch wenn das ziemliche Arbeit ist.
LG Susanne


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