Haustiere

Zur "Kampfhunde"-Diskussion

» User #12972 schrieb:

Hallo labitrail,
es gibt nichts schlimmers als gefährliches Halbwissen. Es ist in meinen Augen keine eigene Meinung, sondern kindliches und naives Nachgeblabber von den Medienberichten.

Uns muss bewußt sein, dass es auch unsere Hunde treffen kann, wenn wir nicht entschieden und mit aller Konsequenz (auch, dass uns der Schreiber nicht mag - obwohl Gefühlsdussellei ist hier fehl am Platz - dagegen vorgehen.
Wie schon erwähnt ist es ja nicht das 1.Mal das ich Beiträge gelesen habe und bis dato mich relativ zurück hielt, aber wenn ich lesen muss, dass unsere "Kampfschmusser" alle Killermaschinen sind und nur in der Ecke hocken um irgendwann gnadenlos zu zuschlagen, fällt mir nur der "geistige Unfug" ein.
Um noch irgendwo kulant zu bleiben und keine Abmahnung vom Admin zu kassieren.

Dem Beitragschreiber bzw. -schreiberin ist höchstwahrscheinlich gar nicht bewußt (Schäferhundhalterin), dass ihr Hund, den sie nicht als "Kampfhund" (Unwort des Jahrhunderts übrigens) deklariert, von heut auf morgen einer werden kann.
Und da kann er noch so gut erzogen sein, wenn es den zuständigen Behörden möglich ist, werden sie ihn auf die s.g. Liste setzen, denn laut ihrer Statistik ist er ein sehr beißfreudiger Hund.

Mir ist es auch schleierhaft, wie man aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes, der Beißkraft und eigener Gefühle eine Rasse so defamieren kann. Bis dahin gehend, dass man ein Zuchtverbot befürwortet.

Fängt man einmal an so zu argumentieren, frage ich mich ernsthaft, wo wir die Grenze ziehen sollen?
Wer ist der nächste Hund, der aufgrund seines Erscheinungsbildes, seiner Beißkraft und menschlicher Ängste von der Bildfläche verschwindet.
Das hat auch nichts mit natürlicher Auslese zu tun, wie Du argumentierst, sondern mit der Willkür und Dummheit der Menschen.

Vielleicht sind die nächsten Hunde, die so defamiert werden, große schwarze Hunde? Wer weiß?

Wenn ich so einen Hund führe (bezogen auf Größe und Gewicht), muss ich mir im klaren sein, welche Kraft dieser Hund hat. Und muss von Anfang an konsequent und artgerecht halten, als auch erziehen.
Die meisten (unabhängig von Rasse oder Mix) kommunizieren mit ihren Hund falsch, sind inkonsequenz und wirklich der Annahme, der hat dies und jenes noch nie gemacht, ergo wird er es nie machen. Das ist falsch! Das ist unverantwortlich!
Es sind Tiere, sie folgen ihren Instinkt, es sind keine Killermaschinen und auch kein Kinderersatz oder Partnerersatz. Sie sind das was sie sind HUNDE!

Es sind nicht die Hunde, die mir Kopfzerbrechen bereiten, es ist der Mensch.
Mit Hunden kam ich immer klar, bin ja Trainer. Aber die Menschen könnte ich hier und da doch mal ungespitzt in den Boden rammen, wenn sie beratungsressistent sind.

Ich kenne einige Menschen, die solche Hunde führen und diese Menschen haben tagtäglich mit Vorurteilen und Vorverurteilungen zu tun, bis dahin gehend, dass sie eine nicht begründete Hundesteuer zahlen müssen.
Ca. 600 € (so jedenfalls hörte ich dies mal) sind eine Menge Holz! Und für was?

Mir hing mal ein GR am Ärmel...der s.g. Kampfhund, den ich zu diesen Zeitpunkt mit trainierte, war in diese Situation nicht einbezogen. Mein Glück war es einfach nur, dass es Winter war und ich dementsprechend 2 Jacken trug. Hätte ich ein T-Shirt getragen, wäre das Ding voll in die Notaufnahme gegangen.

Ach ja und im August dieses Jahres dachte sich ein kleiner Yorki, dass mein Hosenbein eine tolle Mitlaufgelegenheit wäre.

Ich find das nicht witzig, wenn mir ein Hund an die Wäsche geht und ich find auch die Sätze nicht mehr witzig: Ups, das hat der ja noch nie gemacht!
Oder: Der will ja nur spielen!

Meine Schwägerin hat diesbezüglich einen sehr zynisches Bild auf ihrem Shirt. Sie ist ja auch Trainierin und ihr geht die Kampfhunddiskussion gepaart mit gefährlichen Halbwissen genauso auf den Keks wie mir.

Ein Hund und dann hör ich auch auf, denn es ist alles gesagt, ist immer nur so gut, wie der Typ am anderen Ende der Leine.
Ein Hund - ergo Rasse oder Mix unbenannt.
Und das muss Fakt sein!
Und es hilft auch kein Zuchtverbot, denn die Leute, die unlautere Ideen mit ihren Hunden haben, kennen die Quellen, wo sie entsprechende Hunde auch finden.
Und gegen diese Leute muss man vorgehen.
Genauso muss man gegen Vermehrer und sorry gegen gefährliches Halbwissen vorgehen.
Schlußsatz:
Es existieren keine Kampfhunde in der Realität!
Nur in den Köpfen der Menschen, die mit Vorurteilen schnell zur Hand sind und sich alles reinziehen und als ihre eigene Meinung verkaufen, was die lieben Medien uns so vorkauen.
Gruß eggi


» User #18600 schrieb:

Sorry,aber was hat es mit Halbwissen zu tun,wenn ich im Sinne des Hundes sage,das es besser ist,wenn es diese "Kampfhunde" nicht mehr gibt?
Und klar hat der Mensch schuld,das diese Hunde erst so geworden sind,aber wo willst du in Zukunft anfangen zu sagen,der darf so ein Hund haben,der nicht?


» User #20160 schrieb:

Hallo eggi..
das was du da mit dem yorky und dem GR schreibst ist ja genau das was ich meine. Meiner meinung nach (ich lasse mich aber gerne belehren) sind die kleineren hunde doch die die öfter zubeißen als große oder nicht? okay sie haben nicht so viel kraft wie ein großer aber es kann auch ordentlich weh tun..
Zu dem punkt mit der erziehung: Als ich milo bekam war er noch sehr jung, der ta schätzte ihn auf ca 5-6 wochen also noch zu jung eigentlich.. hätte ich ihn mir damals aussuchen können hätte ich ihn auch wahrscheinlich aufgrund seines "alters" nicht haben wollen weil ich zu viel angst gehabt hätte dass er stirbt. nun gut er war quasi ein mitbringsel meines damaligen freundes aus schweden...
es hat zwar lange gedauert bis ich ihn stubenrein hatte aber ansonsten war er doch recht gut erzogen.. er hat aufs wort gehört war nicht aggressiv und auch klein wirklicher "kläffer"..er war halt einfach eine schusselbirne und ein wenig ängstlich was ich aber, aufgrund seines alters in dem ich ihn bekam, nachvollziehen kann.. er hat nie probleme gemacht, nur wa seine gesundheit anging aber dafür konnte er ja nichts..aber ein solcher hund kann ja leider gottes noch so gut erzogen sein, bringt ihm auch nichts wenn er halt als "kampfhund" verpöhnt ist...


» User #12972 schrieb:

Waffi hat folgendes geschrieben::
Sorry,aber was hat es mit Halbwissen zu tun,wenn ich im Sinne des Hundes sage,das es besser ist,wenn es diese "Kampfhunde" nicht mehr gibt?
Und klar hat der Mensch schuld,das diese Hunde erst so geworden sind,aber wo willst du in Zukunft anfangen zu sagen,der darf so ein Hund haben,der nicht?


Hallo,
verbessere mal: gefährliches Halbwissen!

In einem Punkt stimmen wir überein: Der Mensch!

Wenn ich Deine Argumentation aufnehme und sie fortsetze, nun ja, dann gebt mal folgende Hunde ab:

als aller 1. mal den Deutschen Schäferhund und bitte auch gleich mit einem Zuchtverbot.

Denn laut einer Statistik ist diese Rasse der beißfreudigste Hund.

Dann muss ich gleich mal zur Omchen düsen, mit ihren Yorki, denn dieser war es ja, der mich in die Wade zwickte (ok, er war der Meinung er beißt).
Und alle GR müssen sofort abgegeben werden inkl. Zuchtverbot, denn es war ein GR der mir 2 Jacken durchbiß.
Klar alles mit einem Zuchtverbot!

Ach ja, schwarze große Hunde sind auch gefährlich, so jedenfalls sind einige dieser Meinung, also wech damit.
Dann gibt es auch keinen Ärger. Denn schwarze große Hunde sind immer gefährlich.

Und da wir gerade dabei sind, es kann ja nun nicht im Sinne des Hundes sein, dass viele Ohrenentzündungen bekommen, kupieren wir die Dinger wieder und schon haben wir das Problem gelöst. Kann doch nur im Sinne des Hundes sein!
Es kann auch nicht im Sinne des Hundes sein, in einer Wohnung gehalten zu werden.
Also wer keinen Garten hat, muss seinen Hund abgeben und sollte ein Hundehalterverbot ausgesprochen werden.
Und wer 8 Stunden am Tag arbeiten muss, der sollte entweder seinen Job kündigen oder sich gar keine Tiere zu legen.
Wo ziehst Du die Grenzen?

Liest sich wie ein schlechter Witz!

Aber so kommen Deine Argumente rüber. Egal welchen Beitrag ich von Dir nehme.

Ich habe den Eindruck, dass Du Deine Ängst so hochpuschst und die Hunde es auszubaden haben. Vorurteile, Vorverurteilungen...Anstatt an Deinen Ängsten und Vorurteilen zu arbeiten.
Es ist ja auch viel einfacher etwas von der Bildfläche verschwinden zu lassen, was einen nicht in den Kram passt, als sich damit auseinander zusetzen. Bzw. es zu tolerieren, dass es Menschen gibt, die genau wissen, was sie tun und diese Hunde einfach als das ansehen was sie sind. Hunde! Nichts weiter, einfach nur Hunde.

Du hast noch nie etwas mit diesen Hunden zu tun gehabt, gehst ihnen aus den Weg wo Du nur kannst.
Ich schlußfolgere Du hast keinerlei Erfahrung mit diesen Hunden. Da frag ich mich aber jetzt mal ehrlich wo Deine Objektivität bleibt?

Deine 2. Argumentation: ihre Kraft, ihre Beißkraft...

Hat eine Dogge auch, ein Yorki auch...

Wenn mich ein Yorki in die Wade beißt, schüttel ich mein Bein und der Kleine sieht die Welt im Flug.
Wenn ein Yorki ein Baby beißt, schwebt dieses Kind in Lebensgefahr.

Beißt mich eine Dogge, ergeht es mir höchstwahrscheinlich wie dem Kind, wenn er an den richtigen Stellen mich packt. Ein Kind hat keine Chance, nicht die geringste.

Wo ziehst Du bitteschön die Grenze? Wenn wir einmal mit solchen Argumenten anfangen und diese auch noch kommentarlos stehen lassen, wird es sich ausbreiten wie die Pest und wird auf andere Gebiete übergehen.
Der Mensch ist so gestrickt.

Dann trifft es die Oma und dann trifft es Dich früher oder später.
Keine schöne Vorstellung!

Ich bin gegen ein Zuchtverbot, ich bin gegen die Defarmierung von Rassen und von Hunden im Allgemeinen und dazu stehe ich auch.
Man braucht kein Kreuz um aufrecht zu gehen, man braucht Rückrad.

Und ich hab es schon mal deutlich gemacht, um gewissen Kreisen den Zugang zu bestimmten Hunden schwieriger zu gestalten, ist das Zuchtverbot der falsche Weg.

Es wird immer Menschen geben, die ihre Hunde falsch erziehen, dass ist leider so. Aber deshalb alle Hunde einer bestimmten Rasse so zu defarmieren, nein Waffi, falsche Adresse.

Vor mir haben auch einige Menschen einen heiden Respekt. Die kennen mich gar nicht. Die sehen mich nur. Die gehen mir, obwohl sie noch nie ein Wort mit mir gesprochen haben, aus dem Weg.
Ist mir schnuppe, ich kann mich wehren.
Aber diese Hunde können sich nicht gegen sowas wehren, deshalb gibt es Menschen wie mich, die sich stark machen und es für geistigen Unfug halten, diese Hunde nicht mehr zu züchten und sie halten es auch für geistigen Unfug zu argumentieren, dass diese Hunde von Grund auf gefährlich sind.

Man nennt es Tierschutz!
Gruß eggi


» User #12972 schrieb:

LadyBodom hat folgendes geschrieben::
Hallo eggi..
er hat nie probleme gemacht, nur wa seine gesundheit anging aber dafür konnte er ja nichts..aber ein solcher hund kann ja leider gottes noch so gut erzogen sein, bringt ihm auch nichts wenn er halt als "kampfhund" verpöhnt ist...


Hallo,
ich bin mit Leidenschaft Trainer. Das ist meine Berufung.
Ich hab ein gewisses Fundament an Wissen und ich kann darauf bauen und mit Fug und Recht behaupten, wenn ich geistig umnachtet wäre könnte ich aus dem gutmütigsten Trottel von Hund einen unberechenbarsten und beißfreudigen Hund machen.
Deshalb gibt es keine Kampfhunde.
Es gibt nur bösartige Medienberichte und Menschen, die diese Halbwahrheiten aufsaugen wie ein Schwamm, diese verinnerlichen es entweder für gut beheißen und es ausleben oder die, die dann mit gefährlichen Halbwissen und Defamierungen auf uns los gelassen werden.
Gruß eggi


» User #20160 schrieb:

Also wenn waffis "idee" wirklich mal an die regierungen kommen würde (zumindest so wie du, eggi, es "weitergesponnen" hast) müsste demnächst jeder seinen hund abgeben denn wenn dann auch die großen schwarzen hunde weg müssen, müssen die klienen auch bald weg, weil schwarz ja generell böse heißt egal welche größe.. und dann ist man eh schon bei kleinen hunden angekommen und da gibt es dann auch wieder was auszusetzen..
wäre schon super für leute mit angst vor hunden wenn es bald keine mehr gäbe..
aber jetzt mal ernsthaft: ich verstehe nicht wieso man sich als tierfreund (was ich denke dass waffi es ist sonst wäre sie hier sicher nicht angemeldet) FÜR die ausrottung einzelner hunderassen aussprechen kann und das schlägt mir extrem aufs gemüt...
das mit der ausrottung von Staffs würde für mich auch bedeuten, dass jetzt, weil ich angst vor hornissen habe auch alle ausgerottet werden müssen denn ein hornissenstich kann ja auch tödlich enden...
soweit doch richtig oder?
oder manche menschen haben angst vor spinnen, müssen die deshalb auch ausgerottet werden? und wenn wir schonmal dabei sind, menschen können auch töten, wie sie ja oft unter beweis stellen, dürfen menschen sich deshalb nicht mehr fortpflanzen? doch sie dürfen es und wasrum? weil die anderen tiere uns nicht verbieten kinder in die welt zu setzen...
jedes lebewesen hat das recht auf leben.. der mensch ist doch auch nur ein säugetier und hat somit nicht das recht zu bestimmen welche tiere leben dürfen und welche nicht...!


» User #18180 schrieb:

Das war leider die falsche Antwort. icon_heul.gif
Es geht nicht darum, jemanden von seiner Meinung abzubringen, sondern Argumente auszutauschen und andere Gedanken kritisch zu würdigen. So verstehe ich jedenfalls dieses Forum.

p.s.: Diese Anwort galt dem Beitrag von Waffi über "Meinung abbringen", habe jetzt erst den Rest der Diskussion gelesen.


» User #20160 schrieb:

ich versuche doch nur waffi klarzumachen, dass es nicht so einfach ist zu sagen: diese tiere sind böse und dürfen deshalb nicht leben!


» User #18180 schrieb:

Wenn Ihr meine Beiträge aufmerksam gelesen habt, dann wisst Ihr, dass ich genau der Meinung von eggi bin und den Menschen als das Hauptproblem des "Kampfhundes" sehe.

@ Waffi:
Das, was eggi als Drohszenario an die Wand malt, haben wir in anderen EU-Ländern leider schon. In Frankreich z.B. dürfen Hunde, die nur den Anschein erwecken, als sei eine "Kampfhunderasse" eingekreuzt, von der Polizei ohne weitere Möglichkeit der Rechtsmittel getötet werden - ohne konkreten Anlass!

Das hat dazu geführt, dass eine Reihe von Rettungshundeteams sich bereits geweigert haben, dorthin zu fahren, denn in der Rettungshundearbeit, gibt es Mischlinge, die "kampfhundähnlich" aussehen: Rottweiler, Dobermänner etc. Friedliche Hunde, die Menschen retten, aber als Kampfhunde disqualifiziert werden.

Verhältnisse wie in Frankreich oder den Niederlanden möchte ich nicht bei uns haben. Dann wird mein friedlicher Labimix auch noch als Kampfhund qualifiziert, weil er so breite Schultern und so große Zähne hat.

Deshalb wehren sich alle so gegen Deine Meinung über ein Zuchtverbot, weil es in Gesetz gegossenem Unsinn Tür und Tor öffnet.

Übrigens stimmt es, dass die meisten Kleinhunderassen aggressiver und beissfreudiger sind als grosse Hunde. Das liegt ganz einfach an der Auslese. Die wurden gezüchtet, um Füchse zu töten. Und dazu braucht man aggressive Kampfmaschinen.


» User #20160 schrieb:

Danke für die Bestätigung was die kleinen Hunde angeht... Dies soll jetzt nict heißen, dass das für mich bedeutet, dass die "kampfhunde" damit fein raus sind...Ich wollte nur zeigen, dass klein nicht auch automatisch lieb bedeutet...


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