Haustiere

Klage: Übermäßiges Hundegebell

» User #309 schrieb:

Hallo,

suche auf diesem Weg Kontakt zu Leuten, die mit ihrem Nachbarn wegen angeblichem übermäßigen Hundegebells Probleme hatten oder noch haben bzw. vom Nachbarn verklagt wurden.

LG
Setterfreundin


» User #44 schrieb:

Hallo,

habe zwar selber nicht das Problem, weiß aber, daß es zum Thema Hundegebell schon sehr unterschiedliche Gerichtsurteile gegeben hat. Manche Urteile schränken die Zeiten ein, in denen der Hund bellen darf (aber welcher Hund kann schon die Uhr lesen?), in anderen Urteilen wurde die jeweilige Klage abgewiesen. Hängt wohl sehr vom einzelnen Gericht ab.
Unschön wird es, wenn Du in einem Miethaus wohnst und Deine Nachbarn auf die Idee kommen, ihre Miete wegen des Gebells Deines Hundes zu mindern, dafür könnte der Hauseigentümer Dich in Regress nehmen.

Viele Grüsse

Pitu


» User #309 schrieb:

Hallo,
nein ich wohne nicht in einer Mietwohnung, sondern wir haben ein eigenes Haus mit Garten und eben drei Setter.
Mein schlauer Nachbar hat dann einmal in irgendeiner tollen Zeitung gelesen ,dass man in Wohngebieten höchstens zwei Hunde halten darf. Anschließend ging es rund. Tierschutz, Bürgermeister, sogar ein Staatssekretär der Bayerischen Regierung wurden eingeschalten. Man sollte uns die Hunde wegnehmen und zwar alle, so unser Nachbar.Als er damit nirgends durchkam, klagte er auf Beseitigung. Diese Klage wurde nach drei Jahren! als unbegründet abgewiesen. Nun ist er in Berufung gegangen.
Es ist tatsächlich so, dass es bei solchen Streitigkeiten sehr auf den Richter ankommt. Mag der keine Hunde, hast du schon verloren.

LG
Setterfreundin


» User #934 schrieb:

Hallo!
Habe zwei dobis und kenne das leidliche Problem mit den Nachbarn nur zu gut!
Nachdem einer unserer Nachbarn meinte, er könne ohne zu fragen auf einen unserer Hunde zugehen und auf " bist du aber ein netter, kutzikutziku" machen, hatte sie ihm gezeigt, daß sie keinen wert auf seine annäherung legt.
nichts passiert, sie hat nur mal gebrummt...
So, und jetzt sind wir die bösen Kampfhundhalter!
es dauerte keine 14 tage, da kam ein brief vom Bürgermeisteramt.
Bla, bla, bla gefährliche hunde, unbeaufsichtigt, laut, usw, usw...
Es ging fast soweit, daß wir die Hunde weggeben sollten.
Nach langem hin und her, hatte sich der Fall allerdings aufgeklärt.
Nachdem ich als mutter von 3 Kinder (die jüngste ist 4 monate) wohl kaum den ganzen Tag auf achse bin, hätte ich ja merken müssen, hätten meine Hunde gebellt. es stellte sich heraus, daß es sich bei dem Lärm, der offensichtlich da war, um einen sogenannten Züchter in unmittelbarer Nähe handelte.
Besagter Züchter bietet gleich 10 verschiedene Rassen an, den Rest kann man sich denken...
Die angelegenheit löste sich in wohlgefallen auf, mit dem nachbarn sind wir allerdings immernoch auf Kriegsfuß... Leider
Lg. Alisha


» User #309 schrieb:

Hallo Alisha,
das Problem ist eben immer, dass man als Halter von großen Hunden erst einmal der Buhmann ist. Wenn sich das ganze ,wie in euerem Fall aufklärt, hat man Glück gehabt.Es wird immer erst einmal angenommen, der Beschwerdeführer hätte Recht. Ich bin auch zu Hause, die Hunde sind praktisch nie unbeaufsichtigt und einen Zwinger haben wir auch nicht.Bei uns in der Nähe gibt es zwar keine Züchter aber viele Kleinhunde, aber die dürfen bellen, soviel sie wollen.
Meistens geht es ja gar nicht um die Hunde, sondern darum ,dass diese ein dankbares Objekt zum Streiten sind (siehe oben)Nun müssen wir erst einmal abwarten, ob das Gericht die Berufung unserer streitsüchtigen Nachbarn gleich abweist, oder ob es noch einmal eine Verhandlung gibt.Ich bin auch der Typ, der in einem solchen Fall eine Versöhnung für ausgeschlossen hält.Anstatt einen überall zu diskreditieren, und das zu Unrecht, hätte man ja wirklich darüber reden können.
Liebe Grüße, das Ergebnis werde ich im Forum mitteilen
Setterfreundin


» User #243 schrieb:

Hier mal ein paar Urteile zum Thema Hundegebell:

Mehr als eine halbe Stunde anhaltendes Klaeffen taeglich bzw.laenger als zehn Minuten dauerndes Bellen in den Zeiten von 13.00 bis 15.00 Uhr und von 19.00 bis 8.00 Uhr ist der Nachbarschaft nicht zuzumuten (OLG Hamm, 22 u 265/87).

Aber:

Ein Hundehalter ist nicht verpflichtet, seine Hunde so zu halten, daß sie nur zu bestimmten Zeiten, nicht länger als 10 Minuten am Stück und insgesamt nicht mehr als 30 Minuten am Tag bellen. So entschied das Landgericht Schweinfurt über die Klage eines Nachbarn wegen der Lärmbelästigung. Damit wich das Gericht von einer vorangegangenen Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln ab. LG Schweinfurt 21.2.1997 Az. 3 S 57/96

Ständiges Bellen nicht zumutbar

Mieter und Hausbesitzer haben ein Recht darauf, in ihrer Wohnung ungestört zu leben und deshalb einen Anspruch, sich gegen unzulässigen Lärm zu wehren. Nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes ist ein Geräusch allerding nur dann unzulässig, wenn es "ein normal empfindlicher Durchschnittsmensch nicht mehr erträgt, es sei denn es ist ortüblich oder unvermeidlich. Beispiel: Anwohner einer verkehrsreichen Straße werden Lärm eher erdulden müssen, als Besitzer einer Wohnung in einer ruhigen Nebenstraße. Ähnlich ist die Rechtslage bei Hundegebell. Wenn ein Hund in der Nachbarschaft gelegentlich bellt, ist dies zumutbar. Zieht sich das Gebwell aber über mehrere Stunden hin, so muß es nicht hingenommen werden. Ein Hundebesitzer, der seinen Schäferhund in einer Wohngegend den ganznen Tag über bellen läßt, kann nach Auskunft des Mieterbundes sogar wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit ruhestörendem Lärm bestraft werden.
Dreißig in einer Anlage gehaltene Hunde laermten oft zur Nachtzeit. Ein Nachbar fuehlte sich gestoert. 200 Meter von der Anlage entfernt wurden 46 dezibel gemessen. Gutachterlich wurde auf einen Grenzwert von 40 dezibel zwischen 22 bis 7 Uhr hingewiesen. Der Bau einer Laermschutzwand sollte weiteren Laerm verhindern (OLG Nuernberg, 9 u 3216/89, vgl., OLG Duesseldorf, 5 ss owi 251/88 -208/88 roem 1, 500.- DM Bußgeld)

Der Hausmeister einer Schule hielt einen Wachhund. das Tier bellte unmotiviert zu jeder Zeit und stoerte die Nachbarn im Schlaf. Vom Amtsgericht wurde der Hundehalter zu 600,-- DM Bußgeld verurteilt. Das Oberlandesgericht bestaetigte die Entscheidung, dem Tier ist keine Bellfreiheit zuzubilligen. Der Hund darf im Rahmen seiner Taetigkeit nicht auf jedes Geraeusch reagieren. Nach einem Alarmgebell hat der Hundehalter unverzueglich fuer Ruhe zu sorgen (OLG Duesseldorf, 5 ss - owi - 170/90 - 87/90)

Urteile zur Lärmbelästigung durch Hundehaltung

Mietminderung wegen Hundegebell
Störendes Bellen der in einer Nachbarwohnung gehaltenen Hunde rechtfertigt die Mietminderung. AG Düren, Az.: 8 C 724/88

Widerruf der Haltungsgenehmigung wegen Ruhestörung

1. Die Erlaubnis zur Tierhaltung kann widerrufen werden, wenn der Hund andere Mieter belästigt. Gelegentliches Bellen oder Jaulen ist jedoch nicht zu vermeiden und muß hingenommen werden. AG Hamburg-Altona, Az.: 316a C 97/89 und

2. Gelegentliches Bellen ist kein Grund eine Haltungsgenehmigung zu widerrufen. Das kurze Anschlagen eines Hundes bei Besuch, das längere Verbellen fremder Personen, das heftige Begrüßen naher Angehöriger sind artgerechte Reaktionen des Tieres, die mit der Zustimmung zur Hundehaltung bereits in Kauf genommen worden sind. AG Hamburg-Wandsbek, Az.: 716c C 114/90

Zeitliche Beschränkung des Hundegebells

1. Ein Urteil, mit dem ein Tierhalter verurteilt wird, seine Hunde so zu halten, daß Hundegebell, Winseln oder Jaulen auf dem Nachbargrundstück nur außerhalb der Zeitspannen von 13:00 bis 15:00 Uhr sowie von 22:00 bis 06:00 Uhr, und zwar nicht länger als zehn Minuten ununterbrochen und insgesamt 30 Minuten täglich, zu hören ist, ist hinreichend bestimmt. Der Festlegung eines bestimmten Schallpegels bedarf es dagegen nicht. Denn auch nur ein leises Wimmern oder Jaulen eines Hundes kann für den Nachbarn höchst lästig sein, wenn dieses sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. OLG Köln, Az.: 12 U 40/93

2. Einem Hundehalter kann nicht durch Urteil aufgegeben werden, seinen Hund nur zu ganz bestimmten Zeiten bellen zu lassen. Dies würde nämlich nahezu einem völligen Verbot der Hundehaltung gleichkommen. Gerade ein kurzes Bellen ist nämlich dem Einflußbereich eines Hundehalters entzogen. OLG Düsseldorf, Az.: 9 U 111/93


Nachts darf der Hund nicht bellen

... Dauerkläffen ist nicht erlaubt. Deshalb müssen Tierfreunde vor allem von 21.00 bis 07.00 Uhr, zur Mittagszeit und an Sonn- und Feiertagen dafür sorgen, dass ihr Hund ruhig ist -OLG Hamm, Az. 22 U 249/89

Ununterbrochenes Hundegebell von mehr als 10 Minuten muß nicht geduldet werden! OLG Köln Az. 12 U 40/93


» User #1995 schrieb:

Hmm, wenn du einen Recorder hast, dann leg doch mal ne Kassette ein,drücke auf Aufname, bevor du gehst. Dann kannst du eventuel hören, wie oft dein Hund angeschlagen hat.
Hab ich mit meinem auch gemacht, weil eine Nachbarin zickig wurde und siehe da, in 90 Minuten hat er nur 2 mal kurz gebellt.


» User #309 schrieb:

Schlumpfine hat folgendes geschrieben::
Hmm, wenn du einen Recorder hast, dann leg doch mal ne Kassette ein,drücke auf Aufname, bevor du gehst. Dann kannst du eventuel hören, wie oft dein Hund angeschlagen hat.
Hab ich mit meinem auch gemacht, weil eine Nachbarin zickig wurde und siehe da, in 90 Minuten hat er nur 2 mal kurz gebellt.


Hallo Schlumpfine,
mittlerweile hat ddas Ganze mit einem sehr unbefriedigenden Kompromiss vor dem Landgericht Nürnberg /Fürth geendet. Als Beklagte habe ich nach Meinung der Richter ,die Beweispflicht ,dass meine Hunde nicht bellen, also im Gegensatz zu anderen
Verfahren, auch zu Strafverfahren, eine Umkehr der Beweislast.Da das Gericht aber keine Zeugen hören wollte, ist es unmöglich zu beweisen, dass die Kläger lügen.
Trotzdem Danke für den Tipp

Liebe Grü��e
Setterfreundin


» User #2531 schrieb:

Ich mach's auch so. Bevor ich gehe stelle ich ein Tonband auf Aufnahme. (es lebe das alte Spulentonband)
Nebenbei lass ich noch im Hintergrund ein Radio laufen, so dass ich anhand der Zeitangabe beweisen kann wann und wie lange mein Hund gebellt hat.

LG, Uschi


» User #8250 schrieb:

Hallo Schlumpfine, mein herzlichstes Beileid. Es kann der Liebste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt...

Oder sagen wir so, Dein Nachbar tut mir leid. Wenn ich mir ein Haus baue dann tu ich es deshalb um dort zu tun und zu lassen was ich will. Und wenn ich drei Hunde hab, geht es niemand was an.

Ich lebe in Alanya/Türkei, hab hier nen mittlerweile 5 Monate alten Dobermann. In den vergangenen 6 Wochen wurden wir beide bereits 3 Mal von (zunächst)herrenlosen Pitbull-Monstern ohne Vorwarnung attackiert. Gottlob habe ich ein Geschirr, also konnte ich meinen kleinen am langen Arm hochhalten, damit sie nicht rankamen. Ich hab sie mit Megafon-ähnlichen Urgebrüll davon abhalten können, meinen Artus zu zerfleischen. Das alles auf offener Straße und am hellichten Tag.

Sei dankbar dass solche ***-Viecher nicht in Deiner Nachbarschaft wohnen, du hast "nur" nen dämlichen Neider neben Dir wohnen, der scheinbar nicht verträgt dass Du Spass mit deinen Hunden und ne glückliche Familie hast.

Gib ihm 2 Euro und schick ihn ein Erdinger trinken, dem armen Wicht...


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