Haustiere

Hellenikos Ichnilatis! Und was jetzt?

» User #19378 schrieb:

Hallo ihr Lieben,

unsere Familie hat nun folgendes Problem:

Seit Freitag vor einer Woche haben wir einen neuen Hund. Er heißt Benny,
ist 3 1/2 Monate alt und ein (noch) kleiner Mischling aus Kreta. Wir haben ihn von einer Tierpflegestelle geholt und er ist uns sofort auf den Arm gesprungen und somit war es "Liebe auf den ersten Blick." Er wollte uns schon gar nicht mehr gehen lassen, was die Tierpflegerin total überraschte und daraufhin beschloss das wir die richtigen Besitzer wären. Er ist total niedlich und verschmust.

Natürlich machte es uns sehr neugierig, was in dem Kleinen drin steckt, da wir schließlich keinerlei Informationen haben, außer das er aus Kreta kommt. Das ein bisschen Jadghund mit drin steckt, war uns klar, doch plötzlich stoßten wir im Internet auf die Rasse "Hellenikos Ichnilatis (= griechischer Laufhund), was heißt, dass dieser Hund eigentlich zu einem Jäger sollte, da er angeblich in Familien niemals wirklich glücklich werden könnte und speziell aufs Jagen ausgebildet wurde (dort stand sogar, dass er Wildschweine angreifen könnte, was uns einen ziemlichen Schock verpasste).

Jetzt wissen wir nicht mehr was wir machen sollen. Eigentlich waren wir gezielt auf einen Hund hinaus, der keinen sehr ausgeprägten Jadgtrieb hat, da wir vor gar nicht langer Zeit, unseren Hund Pauli (English Pointer Mix) verloren hatten, in dem er einer Katze auf die Straße hinterherjagte und unter ein Auto kam. Mit ihm hatten wir wirklich alles versucht, von Hundeschule bis Spezielle Hundetrainerin(nnen), wobei uns ständig gesagt wurde, dass sie so einen ausgeprägten Jagdtrieb noch nie erlebt hätten.

Nun besteht unsere Angst darin, dass Benny sich noch zu einem richtigen Jadghund entwickeln würde und wir das gleiche Problem wie vorher haben (mit einem furchtbaren Ende.. ). Und ihn wieder abzugeben, ist auch fast schon unmöglich, da er uns schon so ans Herz gewachsen ist.

Kann uns vielleicht jemanden helfen?
Hat jemand Erfahrung mit griechischen Laufhunden?
Was würdet ihr in unserer Situation machen?

Ich freue mich über jeden Ratschlag und Information ..

Liebe Grüße.

Chrica


» User #18721 schrieb:

Hallo und herzlichen Glückwunsch zu Eurem Zuwachs!
Wir sind auch Besitzer eines Hellenikos, und ich kann nur sagen, dass das ein wundervoller Hund ist.
Und keine Angst, mit der richtigen Erziehung und Beschäftigung braucht ihr ihn bestimmt nicht abzugeben.
Die gute Nase dieses Hundes kann man auch für andere Sachen einsetzen. Ich z.B. mache mit unserer Hündin Mantrailing, wobei sie sehr viel Spass hat, und sie nach der Suche wirklich mal müde ist, was aber nicht am laufen liegt, sondern daran, dass die vom Kopf her ausgelastet ist.Wäre so etwas nicht auch in ein paar Wochen etwas für euch?
Ich denke schon, dass diese Rasse etwas mehr Beschäftigung braucht, wie manch andere, denn nur mit einer Stunde spazieren gehen, ist es nicht getan.
Es gibt aber so viele Sachen, die man mit einem Hund machen kann, zu Hause, aber auch bei dem Spaziergang (Spielzeug werfen, Leckerlis verstecken,..).
Für den Anfang würde ich in eine Hundeschule gehen.
Und keine Angst, bei uns gibt es viele Wildschweine, aber unsere Hündin hat noch keins erledigt. Nur einen Hasen hat sie mal auf uns zugetrieben.
Und ein Familienhund ist unsere auch. Aber eins muss ich sagen, sie mag lieber in ihrem Zwinger (auch wenn ich hier jetzt wieder als Tierquäler getadelt werde) schlafen, als bei uns im Haus.Aber das muss ja bei eurem Kleinen nicht so sein.
Kannst Du nicht mal ein Bild einstellen?
Würde mich sehr interessieren, wie der Kleine aussieht.

LG


» User #19378 schrieb:

Danke! Dann bin ich fürs Erste ja mal beruhigt icon_smile.gif!
Also sollte man nicht jeden direkt zu einem Jäger geben,
sondern man kann es selbst auch in die Hand nehmen - mit Erfolg!
Das klingt ja mal sehr positiv, nach dem Schock von heute Nachmittag.

Unser kleiner ist auch so verschmust, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, das dieser Hund kein Familienhund wäre. Doch man weiß ja nie, es heißt schließlich auf oft, dass der "Höhepunkt" des Jagdtrieb erst nach 1-2 Jahren hinauskommt. Und nun heißt es Geduld.

Der erste Termin für die Hundeschule steht nächste Woche an.

Wie funktioniert denn das Mantrailing? Gibt es dazu vielleicht gute Seiten im Internet, die man empfehlen kann? Wenn ich mit ihm Gassi gehe, ist seine Hauptbeschäftigung jede 5 Meter die Nase in Mauselöcher zu stecken. Heute hat er sogar eine kleine Maus gefangen.

Achja, Bilder sind drin icon_smile.gif


» User #14825 schrieb:

Hallo, Chrica

Wichtig ist einfach, den Jagdtrieb umzuleiten. Auch Parson Terrier sind Jagdhunde und deshalb machen wir Agility. Zu hause gibt es Suchspiele, bei denen die Nase zum Einsatz kommt.

Hilfreich ist auch, wenn ihr zum Hund eine feste, gute Bindung aufbauen könnt. So eben, daß er in allen Situationen gut abrufbar ist. Das lernt ihr sicher in der Hundeschule. Viel mit dem Hund spielen und sich selbst interessant für den Hund machen. Also auf dem Spaziergang findet der Mensch interessante Dinge wie Stöckchen oder mitgebrachtes Spielzeug. Und der Mensch ist auch höchst interessiert daran, was der Hund so findet und uns zeigt. Zum Beispiel einen Käfer oder eine Vogelfeder.

LG Marion


» User #19378 schrieb:

Das habe ich im Internet gefunden:

Geschichte

Schon in der griechischen Antike kannte man diese Rasse und auch damals war sie Jagdhund gebräuchlich. Man züchtete im Laufe der Zeit einen den klimatischen Bedingungen perfekt angepassten Laufhund, der jedoch niemals als Familienhund Einzug gewann. Diese Rasse ist durch Vermischung und fehlender Reinzucht vom Aussterben bedroht.
Haltung

Diese selbsbewusste Persönlichkeit würde als reiner Familienhund niemals glücklich werden. Ihr lebhafter, ausdauernder Charakter braucht eine jagdliche Beschäftigung, sollte also auch nur in Jägerhände gegeben werden.


» User #18721 schrieb:

Netter Kerl!
Genau wie du haben wir auch am Anfang etwas Angst gehabt.
Aber mach dich nicht so verrückt.
Wohnt ihr auf dem Land?
Kannst du ihn frei laufen lassen?
Du hast jetzt einen Laufhund, den du mit einer halben Stunde spazieren gehen nicht müde bekommst.
Unsere Hündin braucht neben ihrem Auslauf, unbedingt Kopfarbeit.
Wir schaffen das ganz gut.Und du wirst es, wenn du willst, auch schaffen!
Wie schon erwähnt, ist unsere Hündin auch ein Familienhund, die gerne mit unseren Kindern spielt. Sie läuft beim Reiten mit, und ihren Jagdtrieb haben wir bis jetzt auch unter Kontrolle.Vielleicht hast du Bekannte, die auch Hunde haben, lass ihn viel mit den anderen spielen, nimm einen Ball beim Spaziergang mit, tobe mit ihm, Hauptsache Beschäftigung.
Diese Rasse lernt schnell, wobei ich bei meiner gut über
Futter arbeiten kann.
Mantrailing wurde mir von der HS empfohlen. Es wird auch dort angeboten, genauso wie Fährtensuche und Agility.
Und in Jägerhände soll doch wohl jeder Jagdhund, nach Wunsch des Züchters, abgegeben werden.
Was ich sagen muss ist, dass die Rasse wirklich einen Dickkopf hat und sehr stur sein kann. Womit man aber nach einiger Zeit lernt, umzugehen.
LG
Sabine


» User #19378 schrieb:

Ja wir wohnen direkt am Feld. Aber wenn er nichtmal auf seinen Namen hört, wenn wir ihn an der Schleppleine haben, dann können wir ihn nicht frei laufen lassen?

Manchmal reagiert er nicht einmal, obwohl wir versuchen ihn mit Leckerlies zu locken. Viellleicht liegt es daran, dass er erst 3 Monate alt ist? Hunde die wir bis jetzt hatten, waren als wir sie bekommen haben ca. ein halbes Jahr alt, also ist das etwas ziemlich Neues für uns.

Sollte es denn so sein, dass er an der Leine hört bzw überhaupt reagiert, wenn wir ihn rufen?

Ich glaube wenn ich einen Ball mitnehmen würde, würde er ihn gar nicht interessieren, sondern weiterhin nur die vielen Mauselöcher am Feldrand.

Lg, icon_smile.gif


» User #18721 schrieb:

An die Schleppleine würde ich ihn auch noch nehmen, da er erst die Bindung zu dir aufbauen muss.
Mach dich, wenn er sich nicht für dich interessiert, mal so richtig zum Affen! Lauf einfach mal von ihm weg, und wenn er dann kommt, freu dich wie ein König, sei ruhig mal ein bisschen albern (is halt blöd, wenn andere Leute in der Nähe sind ).
Muss ja auch kein Ball sein. Unsere hatte damals ein altes Tuch, mit dem sei am liebsten spielte.


» User #12972 schrieb:

jettehh hat folgendes geschrieben::
Hallo, Chrica

Wichtig ist einfach, den Jagdtrieb umzuleiten. Auch Parson Terrier sind Jagdhunde und deshalb machen wir Agility. Zu hause gibt es Suchspiele, bei denen die Nase zum Einsatz kommt.

LG Marion


Hallo und
dito - genau so! In guten Huschu wird auch das Fährten angeboten. Heißt nix anderes, der Jagdtrieb kann der Hund ausleben, aber unter kontrollierten Verhältnissen.
Wenn es nach solchen Aussagen immer ginge:
er wird niemals in der Familie glücklich?

sträuben sich bei mir die Nackenhaare, denn es kommt auf die Familie an, ob sie Alternativen anbietet, tun sie dies, dann wird der Kleine auch zufrieden sein.
Gruß eggi


» User #4696 schrieb:

Hallo,
also meine Jagdhunde haben auch einen lebhaften, ausdauernden Charakter und sind doch glückliche Familienhunde. Klar, ist der Jagdtrieb da, aber erstmal jagen sie sich gegenseitig. Wird es ernst und taucht ein Hase oder Fasan auf, habe ich meine Pfeife. Und das klappt! Es war zwar intensive Arbeit mit jedem einzelnen und dann auch noch mit der Gruppe und muß dauernd geübt werden, aber es haut hin. Natürlich muß ich Ihnen auch was anbieten. Nur im Feld vor sich hinschlappen ist nicht. Es gibt immer was zu suchen. Was bestimme ich - und was gefunden wird, gehört mir auch. Manchmal teile ich großzügig alte vergammelte Zückerrüben, Maiskolben etc. icon_lol.gif
Und überhaupt: wie definiert man eigentlich Familienhund?
Grüße
Marlene