Haustiere

Staffi - Verhaltensstörung?

» User #18701 schrieb:

Die Hündin (Sina, Staffordshire Bullterrier, fast 10 Monate) meiner Tochter macht mir Sorgen.

Meine Tochter ist im Januar mit ihrem Freund und ihren beiden Hunden (Rüde fast 2 J. und Hündin) zusammengezogen. Eine schöne große 3 Raumwohnung im Grünen mit Weinbergen. Beide sind berufstätig, wobei die Hunde das Alleinsein schon kannten und es ist auch immer gutgegangen. Wenn sie alleine sind bekommen die beiden Kalbsknochen und Rinderohren zur Beschäftigung. Sie sind höchstens 6 Stunden alleine.

Jetzt hat Sina innerhalb von vier Stunden acht kleine Pfützen von ca. 10cm Durchmesser gemacht und sie hat nachts ins Bett meiner Tochter (meine Tochter lag schlafend drin) gepinkelt und in ihr Bettchen hat sie auch schon gemacht (Hunde sind ja eigentlich keine Nestbeschmutzer).
Außerdem wenn meine Tochter "komm", "sitz", "liegen" etc. sagt fängt Sina an zu zittern, zieht den Schwanz ein, rennt weg (oft zum Freund meiner Tochter) und pinkelt. Oft nagt sie auch die Wände an (sie bekommt Calcium, weil wir dachten, dass sie einen Mangel hat).
Sina ist noch nie was passiert - zumindest nicht seit sie bei meiner Tochter ist. Meine Tochter hat sie mit 12 Wochen bekommen.

Nebenbei muss ich erwähnen, dass Sina bisher noch nicht läufig war. Das schreibe ich, weil mich das Minipfützenmachen an Markieren erinnert.

Sina ist eine unglaublich liebevolle, ehrliche und verschmuste Maus.

Der Rüde ist eine französische Bulldogge und auch unglaublich lieb (wie Bullys eben so sind).

Was meint ihr zu diesem Verhalten? Kennt das jemand und kann mir sagen was es zu bedeuten hat?
Mir macht das große Sorgen, ich glaube an eine Verhaltensstörung ausgelöst durch was auch immer.

Noch was: Sina hatte Angst vor Handtüchern, sie lief weg und zitterte wenn meine Tochter sie abtrocknen wollte. Inzwischen bleibt sie da, mag es aber dennoch nicht.

Auch wenn meine Tochter (als sie noch hier wohnten) abends zu Bett ging und ihre Hunde rief, zitterte Sina, versteckte sich bei/ hinter mir und pipperte ab und an.

Die Hunde schlafen im Ehebett. Eigentlich dürfen sie das nicht, schleichen sich aber nachts - wenn meine Tochter und ihr Freund eingeschlafen sind - mit ins Bett.

Im ganzen wirkt sie recht unselbstbewusst.

Vielen dank fürs Mitlesen und Antworten.
Gruß
Uli


» User #17985 schrieb:

Hallo,

hat sich die Hündin von Anfang an so verhalten? Sie ist ja erst 10Monate alt. Das Verhalten gegenüber Deiner Tochter klingt im ersten Moment des Lesens nach Angst und Meideverhalten.

Ich finde es sehr extrem, wie sie sich verhält. Sie scheint absolut KEIN Vertrauen in Deine Tochter zu haben. Sie läßt das Abtrocknen ja schließlich auch nur über sich ergehen, obwohl sie lieber flüchten würde. Und das Puschern tut sie ebenfalls aus Angst und Unsicherheit.

Zeigt die Hündin dieses Verhalten bei jedem? Also auch bei Dir, wenn Du "Sitz" sagst? Kann ihr Freund sie Abtrocknen, oder flüchtet sie da auch?

Wenn sie sich wirklich nur gegenüber Deiner Tochter so verhält, hat sie dahin überhaupt keine Bindung/Vertrauen und sie hat Angst vor ihr, deshalb zeigt sie Meideverhalten.

WARUM das so ist, kann ich von hier logischerweise nicht beurteilen. Das müßte eigentlich die Tochter selbst wissen. Sorry, wenn das wie ein Vorwurf klingt, aber ein Hund, den ich als Welpe bekomme, zeigt nicht plötzlich und grundlos nach mehreren Monaten eine solch gravierende Unsicherheit. Und der Umzug in die neue Wohnung allein kann es auch nicht sein, was sie verunsichert. Du schreibst, daß sie vorher auch schon so reagiert hat.

Für mich klingt das schwer nach Ursachenforschung und professioneller Hilfe (Hundetrainer). So auf die Entfernung kann man da keine Tips geben, wenn man den Umgang und die Umstände nicht kennt.

Ich finde es sehr schön, wie Du Dir Sorgen machst und ich stelle mir die Hündin nach Deinen Schilderungen wie ein kleines Häufchen Elend vor. Das tut einem in der Seele weh, versteh Dich gut. Wenn das Verhältnis zu Deiner Tochter recht gut ist, würde ich mit ihr reden und ihr nahelegen, sich einen Trainer zu holen, um der Hündin zu helfen.

Liebe Grüße und viel Geduld und Einfühlungsvermögen

BETTY und Ronja


» User #12972 schrieb:

Hallo,
bitte das Folgende nicht falsch verstehen!

Wenn deine Tochter sie ruft oder ihr Befehle gibt und die Hündin reagiert mit zittern, Schwanz einklemmen und pieseln, inkl. verstecken, dann frag bitte mal Deine Tochter, was für Erziehungsmethoden sie angewandt hat.
Ursache ist für ihr "komisches" Verhalten die Beziehung von Hund zu Tochter.
So hört es sich jedenfalls für mich an.
Sie sucht Schutz beim Freund und bei Dir...
Versuchs mal rauszubekommen.
Schöne Ostern noch eggi


» User #18701 schrieb:

Vertrauen ist ein gutes Stichwort, das scheint es mir mitunter auch zu sein. Hundetrainer bzw. Hundepsychologe habe ich auch schon angeraten.

Das mit dem Handtuch fing an nachdem meine Schwester mit ihren Kindern (7, 6 und Baby) ein paar Tage zu Besuch war. Die Kinder sind überaus ängstlich gegenüber Tieren (auch gegenüber unserem Babykater welcher zu dem Zeitpunkt grade mal 10 Wochen alt war - in diesem Alter findet wirklich jedes Kind eine Katze süß!). Heute vermuten wir, dass meine Schwester oder deren Kinder mit einem Handtuch nach Sina gewedelt oder gar geschlagen haben, wenn sie mit ihr alleine waren. Natürlich behaupten die, dass da gar nix war... Die Kinder sind meiner Meinung nach eh zurückgeblieben und das gewaltig.

Ansonsten reagiert sie seit neuestem auch so, wenn der Freund meiner Tochter Befehle gibt.

Natürlich habe ich eine gute Beziehung zu meiner Tochter, sie lebte bis Januar ja bei mir mit ihren beiden Hunde und sie macht sich selber auch gewaltige Sorgen.

Meine Tochter ist lieb und geduldig mit Sina. Die Maus kuschelt ja auch mit meiner Tochter. Meine Tochter sagt es sähe aus als würde sie Schutz suchen. Zudem zudem haart sie extrem, wenn sie so unter Stress steht.

Die Kleine ist von einem befreundeten Züchterehepaar welches sich zum Zeitpunkt der "Kinderstube" in bösem Blut getrennt hat. Damals war viel Stress in der Züchterfamilie (lautstarker Streit etc.), was nicht gerade klug war...

Die Hunde meiner Tochter sind mit Katzen großgeworden und sind allgemein sehr gut sozialisiert. Nur bei kleinen Kindern hat die Sina so leicht ihre Probleme, womit sich wieder der Verdacht erhärtet, dass die Kinder meiner Schwester irgendwas gemacht haben oder meine Schwester selber (Sina war noch nicht mal 3 Monate alt als die da waren).

Sina schien immer eine sehr dominante Hündin zu sein. Der Rüde ist auch dominant (wer Frenchies hat, weiß wie dickköpfig und besonders sie sind) er liebt seine Sina so wie sie ihn auch, die beiden kuscheln viel miteinander. Stehen auch gemeinsam wie eine Wand wenn ein anderer anfängt beim einen oder anderen zu "mucken".

Meine Tochter kann sie aus der Hand füttern, kann ihren Knochen, Spielzeug , Futter etc. wegnehemen ohne, dass Sina knurrt oder schnappt. Da scheint sie meiner Tochter zu vertrauen. Auch wenn beim Gassigang etwas neues ist (Ast, Tüte etc.) was Sina Angst macht, kann meine Tochter ihr die Angst nehmen indem sie ihr zeigt (anfassen, mit dem Fuss dagegentreten), dass es nichts Bedrohliches ist.


» User #12972 schrieb:

Hallo,
Staffifellnasen sind im Allgemeinen sehr sensibel. Kraftpakete, aber hochsensibel...so wie ich! lach***

Du könntest sogar richtig liegen, mit deinem Verdacht.

Hier hilft nur eins Desensibilisierung.
Man muss im Kopf eben wieder alles auf Punkt Null zurückspulen und z. B. die Handtuchgeschichte neu aufbauen.
Man fängt aber mit einem kleinen Handtuch an, streicht mit diesen auch über den Körper des Hundes, auch, wenn es nicht notwendig ist und hat Leckerchen in der Hand. Damit ihr ängstliches Verhalten aber nicht verstärkt wird, spricht man mit dem Hund nicht.
Streicht über den Körper des Hundes, gibt Leckerchen, streicht wieder drüber, gibt Leckerchen usw.

Befehle, wie Sitz und Platz usw.
egal wie sie sich verhält, Befehle werden immer ruhig und gelassen gegeben und klar die Leckerchen dürfen nicht fehlen.
Da sie doch recht eingeschüchtert ist, würde ich ein paar Wochen bis eine Besserung ersichtlich ist, mich etwas kleiner machen, damit es eben nicht bedrohlich rüberkommt.
Also Tochter hockt sich meinetwegen hin und hat ein Leckerchen und sagt:Komm!
Mehr nicht, immer und immer wieder und dann wenn die Süße da ist, wird richtig abgelobt.
Keine hektischen Bewegungen, alles muss geduldig und ruhig über die Bühne gehen.
Freund und Tochter sprechen mit freundlicher Stimme und holen sich ein Fass mit Geduld.

Rennt die Süße bei der Befehlsgabe zum Freund oder zur Tochter, wird die Süße von dem Betreffenden total ignoriert, stellt sie sich dahinter, stellt sich die betreffende Person entweder seitlich oder hinter den Hund.
Diese Person sagt kein einziges Wort! Sondern da ist kein Hund und es wird auch kein Schutzwall geboten.
Sucht sie Blickkontakt zu dieser Person, wird er nicht gegeben, man dreht sich weg vom Hund.

Immer geduldig sein, immer schön relext. Um so ruhiger die Personen sind, um so mehr Sicherheit vermittelt ihr der Hündin.

Pinkeln:
beim TA vorstellig werden, um gesundheitliche Probleme ausschließen zu lassen.
Und wenn das geklärt ist, melde dich einfach mal - dann sehen wir weiter.

Habt Geduld und Geduld...erwähnte ich schon Geduld?
Gruß eggi


» User #4693 schrieb:

Ich hab da mal ´ne Frage:

Ist nicht vor einigen Jahren die Züchtung dieser Rassen in Deutschland untersagt worden? Wie kommt es, dass es da dann noch "Züchter" gibt? Ich meine, so richtig offiziell kann das ja wohl nicht sein, oder sind diese Gesetze wieder gelockert worden und ich hab es nur nicht mitbekommen?

Und wenn man dann liest, dass dieser Junghund verhaltensauffälig ist und man nichtmal sicher ausschließen kann, dass es schon vom "Züchter" her kommt...hmmm...grübel...


» User #18701 schrieb:

Die Kleine ist Kat. 2 und damit darf sie gezüchtet werden.

Erläuterungen:

1: Die Rasse ist als gefährlich aufgeführt.

2: Die Gefährlichkeit der Rasse wird vermutet, kann aber widerlegt werden (Wesenstest).

X: Die Rasse ist als gefährlich aufgeführt, dieses Bundesland unterscheidet nicht zwischen Kategorie 1 und Kategorie 2.


» User #4693 schrieb:

In den meisten Bundesländern scheint es anders zu sein, da sind die Staffordshire Bullterrier als gefährlich eingestuft (merkwürdige Regelungen sind das schon irgendwie, als wenn die Gefährlichkeit eines Hundes vom Wohnort abhinge?!?)

Müßt ihr einen Wesenstest mit ihr absolvieren?
Könnte schwierig sein, so wie sie Momentan drauf ist, oder?
Der Hund muß ja gar nicht böse sein (ist es wahrscheinlich auch nicht), aber wenn sie mal aus Angst / Unsicherheit zubeißt, ist das Ergebnis das selbe, als wenn sie aus Aggresion zugebissen hätte. Dann wird es heißen: Typisch Kampfhund.

Da tragt ihr eine echt große Verantwortung, auch diesen in Verruf geratenen Hunderassen gegenüber.


» User #360 schrieb:

Zur Info:
Der STBT ist in B.-W. Kat.2,daher er hat eine Leinenpflichht in bebauten Gebbieten.Wesenstest wird nicht gefordert,erst in dem Moment wo der Hund auffällig wird und nach Kat.1 mutiert,muß er zum Wesenstest.
Der STBT darf seit 2004 in Deutschland wieder gezüchtet werden,allerdings maßgeblich ist die Landeshundeverordnung des Bundeslandes.

Zum eigentlichen Thema:

Es gibt zwei "pubertäre" Phasen:
1. ca. 7 - 10 Monate alt
2. ca. 15 - 18 Monate

In dieser Zeit kann man gewisse Veränderungen in den Verhaltensweisen feststellen,wie z.B. fremdeln gegenüber Gegenständen,Personen etc.
Hier hilft eigentlich nur konsequentes Verhalten des Besitzers mit wieder heranführen...
Zusätzlich erschwerend ist bei Hündinnen die erste Läufigkeit bzw. Läufigkeit überhaupt.
Sie sind einfach sensibler bis hin zum Mimöschen,gereizter ,reagieren schneller auf Stimme,Bewegung etc.
Ich würde vorsichtshalber mal Urin abgeben beim TA,ob nicht eine Blasenentzündung vorliegt.


» User #12972 schrieb:

predator hat folgendes geschrieben::

Da tragt ihr eine echt große Verantwortung, auch diesen in Verruf geratenen Hunderassen gegenüber.


Hallo,
jeder Hundehalter trägt diese Verantwortung und jeder Halter sollte sich bewußt sein, dass auch sein Hund gegenüber Vorverurteilungen und schlechten Ruf nicht gefeilt ist!
Kann ganz schnell gehen.
Hier in Thüringen kommt nur ein Hund in Verruf, wenn er wirklich den falschen Halter hatte...könnte auch ein Mitzekatze mit Fremdensprachenkenntnissen sein.
Spielt keine Rolle! grins***
Gruß eggi