Haustiere

Gibt es Dominanz beim Hund?

» User #15801 schrieb:

Oje, das hört sich schlimm an. Und die Halterin tut mir echt leid, weil ich das gleiche hinter mir habe. Mein mißhandelter, nicht sozialisierter Zweithund von der Tierhilfe hat alles angegriffen, was sich auch nur bewegt hat.Ist förmlich ausgerastet und hat auch mir schon ins Knie gebissen .Und das ist keine Dominanz, sondern Unsicherheit und Angst. Er ist jetzt seit März in Therapie, lernt Vertrauen und ich kann schon ganz entspannte Spaziergänge mit ihm machen. Unsere Hündin trägt das ganze Elend mit Fassung, ignoriert seine gelegentlichen Drohungen.Ist souverän und geht jedem Streit gelassen aus dem Weg. Nur selten, wenn sie die Nase voll hat, gibt sie ihm mal einen Dämpfer. Sie ist halt die Dominante - Meiner Meinung nach.


» User #6689 schrieb:

Hui, da bin ich aber echt froh, dass wir da mit unserem keine Probleme haben. Er hört aufs Wort, ist ganz lieb, würde einen von uns nie mals angreifen, auch wenn wir mal etwas grober mit ihm spielen, er beißt nicht. Wenn er mal schnappt, leckt er danach sofort wieder die Hand ab und weigert sich, weiter zu spielen. Nur bei schwarzen großen Hunden ist er Rassist. Und Rüden, die hier bei uns in der Umgebung sind, mag er auch nicht wirklich, aber da knurrt er nur mal. Allerdings hat er mit Airdale Terriern große Probleme, da hatte er mal ein Erlebnis, uns seitdem geht er auf die immer los, aber sonst... Trotzdem glaube ich immernoch, dass es Dominanz gibt, sonst würde die ganze Rangordnung schief laufen. Ist jetzt vielleicht ein dummer Verleich, aber bei Fischen gibts das auch. Lg, Anne-Sophie


» User #-1 schrieb:

AnneSophie hat folgendes geschrieben::
Jetzt würde ich gerne eure Meinung hören, ob das Dominanz ist.

Der Hund ist schlichtweg unerzogen. Nichts anderes. Ein Hund ist immer erziehbar - mal mit weniger Aufwand, mal mit mehr Energie -, nur scheinbar hat die Dame es nicht in den Griff bekommen.

Weil für die allermeisten das Wort Konsequenz eine leere Hülse ist, sie von Lerngesetzen noch nie etwas gehört haben und sie den Hunden keine klaren Regeln geben, sind Hunde "dominant" - mit verlaub, Quatsch.

Ich halte von der Dominanztheorie zwischen zwei artfremden Spezies nichts - weil es weder um Fortpflanzung, noch um gemeinsames Überleben geht - es geht schlichtweg um das gemeinschaftliche Miteinander und daraus resultierende Kommunikation interspezifischer Art. Also eine Symbiose ...

Genauso wenig, ständig die abgedroschenen Wolfsverhalten auf Hunde zu übertragen - Hunde leben auch in freier Wildbahn je nach Futterangebot, nicht in Rudeln - ist genügen Futter vorhanden, braucht man keine Jagdgemeinschaft bilden, man kann den Nachwuchs dann auch ohne Rudel aufziehen ...

Grüßle
Moni


» User #13286 schrieb:

Schliesse mich Moni an. Ein Hund, der als Welpe ins Haus kommt und sich "nicht erziehen" lässt, sodass er das geschilderte Verhalten zeigt, gibt es wohl gar nicht. Dass der Hund ja schliesslich keine schlechten Erfahrungen gemacht hat, heisst nicht, dass er dann mal lieb und brav sein muss. Ein Hund, der vom Welpenalter an immer "gut" behandelt wurde, immer alles durfte was er wollte, nie oder nur sporadisch Schimpfe bekam, vielleicht nach einem Fehlverhalten noch Leckerli obendrein mit dem Hinweis "nun sei aber wieder schön artig", - das verdirbt einem Hund den Charakter genauso wie eine wirklich schlechte Behandlung.

Mit der "Dominanz" hab ich es auch nicht so, - zu schnell wird heutzutage jedes Problem mit "fehlender Rangordnung" begründet, und während der Besitzer noch damit kämpft, sich doch echt VOR seinem Hund aus der Haustür zu quetschen etc, sagt ihm niemand, dass er den Hund auch hinsichtlich des beanstandeten Fehlverhaltens sinnvoll erziehen muss.

Ich weiss nicht ob es irgendwo in diesem Thread war oder ob ich es anderswo gelesen habe, aber ich fand die Formulierung ganz treffend : Und wenn Dein Hund dich noch so sehr als Big Boss betrachtet, - daraus folgt noch lange nicht, dass er kommt, wenn du "hier" rufst. Das musst du ihm schon beibringen.


» User #12972 schrieb:

Hallo,
ein Hund kommt nicht auf die Welt und sagt sich: HEUTE werde ich hier der BOSS!, sondern der Halter versagt kläglich und findet sich in unmöglichen Situationen wieder.
Ich mag das Wort Dominanz nicht.
Selbstbewußte Hunde sind sogar leichter zu erziehen, wie nicht so selbstbewußte Hunde, die evtl. ein Angstverhalten zeigen. Bei ihnen muss man die Wurzel der Angst erkennen und dies wieder richten. Bei einem selbstbewußten Hund, braucht man nur konsequent zu erziehen, da braucht man und dies sollte man bei keinem Hund, nicht den Militärton anzuschlagen oder sogar härtere "Methoden" anzuwenden. Sondern wirklich ein absolut astreines konstequentes Tun an den Tag legen. Und was das Wichtigste bei der Hundeerziehung ist, die Körpersprache des Hundes zu erlernen, denn nicht jeder rudewedelter Hund ist freundlich gestimmt, um das zu erkennen, muss man den ganzen Hund anschauen, wie z.B. seine Ohrstellung in diesem Moment ist usw.
Einen selbstbewußten Hund links neben sich zu führen, ist einfach nur Klasse. Einen dominanten Hund an der Leine zu führen, ist erziehungsbedingt und da sollte der Halter einfach mal über sich nachdenken.

Gruß eggi


» User #15865 schrieb:

DieMoni hat folgendes geschrieben::

Genauso wenig, ständig die abgedroschenen Wolfsverhalten auf Hunde zu übertragen - Hunde leben auch in freier Wildbahn je nach Futterangebot, nicht in Rudeln - ist genügen Futter vorhanden, braucht man keine Jagdgemeinschaft bilden, man kann den Nachwuchs dann auch ohne Rudel aufziehen ...


Das sehe ich auch so. Jagdgemeinschaften und damit Rudelverbände bilden sich in freier Wildbahn dort, wo hochwertiges Futter in geringem Maße vorhanden ist (also Beutetiere, die gemeinsam erjagd werden müssen). Leben Hunde aber in Menschennähe - wie z.B. auf Müllkippen, wo genug Futter vorhanden ist, gibt es nachgewiesen nur einen lockeren Verband. Und damit auch kaum Dominanz.
Die Tatsache aber, dass die meisten Menschen ihren Hund zu bestimmten Zeiten füttern (z.B. 8.00 morgens und 8.00 abends) führt wieder zu einer Situation, in der das hochwertige Futter in geringem Maße vorhanden ist. Es ist also nicht jederzeit und überall zugänglich, sondern der Mensch bestimmt wann und wo.

Deshalb ist meiner Ansicht nach schon von einer gewissen Rudelstruktur zwischen Mensch und Hund auszugehen. Meiner Meinung nach hat das auch mit Dominanz zu tun - und zwar dahingehend, dass ich entscheide, wann und was mein Hund frisst. Ich entscheide, ob er aufs Sofa und ins Bett darf oder nicht. Ich entscheide draussen, welchen Weg wir wohin gehen.
Das Ganze aber nicht Kraft meiner körperlichen oder geistigen Überlegenheit oder mit Gewalt. Sondern mit Selbstvertrauen und Gelassenheit. Also ich bestrafe meinen Hund nicht, wenn er was falsch macht oder nicht so, wie ich das will. Ich ignoriere das Falschverhalten und lobe wie blöd, wenn er was richtig macht icon_wink.gif

Ansonsten bin ich auch dahingehend dominant, dass ich ab und zu entscheide, Verbote zu missachten (also ihn z.B. kurz zum Kraulen auf die Couch zu lassen) und gewisse Dinge zu gewähren. Dabei büsse ich aber nicht meine Stellung als "Leitmensch" ein icon_lol.gif
Es geht meiner Meinung nach nicht um Unterwerfung oder die strenge Alpha-Beta-Wolfsrudel-Struktur. Hunde sind keine Wölfe - sie verhalten sich nur ähnlich. Wie halbwüchsige Wölfe und bei denen ist die Rudelstruktur kaum ausgeprägt.

Also breche ich mir keinen Zacken aus der Krone, wenn mein Hund mal vor Eifer vor mir durch die Tür stürmt. Ich muss ihm nur beigebracht haben, dass er normalerweise ruhig wartet, bis ich ihn auffordere zu gehen. Und das nicht, weil ich der Boss sein will, sondern weil es für ihn einfach zu gefährlich ist, vor mir durch die Haustür auf die Straße zu rennen.


» User #12972 schrieb:

AnneSophie hat folgendes geschrieben::
Ich muss jetzt auch mal was sagen, habe heute meinen "Forum-Tag". Also. Ich glaube sehr wohl, dass es Dominanz gibt. Bei uns im Ort (fängt schon gut an, gell?)ist eine Schäferhündin. Die war im Wurf Alpha-Weibchen, wurde gekauft, ohne dass der Besitzer Ahnung von Hunden hat. Die Hpndin ließ sich nicht erziehen, beansprucht alles für sich, Bett, Sofe, Futter (wenn ihr beim Fressen jemand zu nahe kommt, beißt sie um sich, auch ihr Frauchen, dass musste schon zwei mal ins Krankenhaus) und beim Spazierengehen hört sie überhaupt nicht. Die Frau traut sich nur noch nachts aus dem Haus, weil ihr Hiund auf alle anderen los geht. Wn sie sie zurückhalten möchte, oder gar an die Leine nimmt, greift die Hündin sie an. Ich denkt schon, dass es etwas mit Erziehung zu tun hat, aber so extrem ist das doch nicht ganz normal, oder. Der Hund hatte keine schlechten Erfahrungen gemacht und wurde direkt vom Züchter geholt. Jetzt würde ich gerne eure Meinung hören, ob das Dominanz ist. Grüße, Ciao, Anne-Sophie


Heute hab ich auch irgendwie den Forumtag!
Hallo Anne - Sophie,
Schäferhunde im Allgemeinen nur für Familienzwecke sich ins Haus zu holen, empfinde ich schon alleine als Beleidigung dieser Rasse, die haben mehr drauf, als nur Familienkuschelhund zu sein.
Wenn man einen selbstbewußten Hund an der Leine hat und dies erkennt man in dem Moment, wo man die Welpenkiste betritt, muss man von Anfang an darauf achten, dass man seinen Standpunkt als ranghöheres Mitglied klar und deutlich formuliert.
Man braucht da nicht brutal zu werden, sondern und hier nehme ich bezug auf den Beitrag von "blaurose3" und stimme ihn absolut zu.
Dein negativ Beispiel zeigt mir nur wieder mal, wie notwendig und wichtig es ist, konsequent zu sein, und zwar von klein auf.
Die Hündin ist der Boss geworden, weils Frauchen so gewollt hat, denn sie hat ihr es in irgendeiner Form, zwar unbewußt, gezeigt, ist ok, mach ruhig.

Allerdings kann ich auch dem Frauchen nicht die ganze Schuld in die Schuhe schieben, denn der Züchter hätte im Vorgespräch erkennen müssen, dass diese Hündin absolut ungeeignet für einen Hundeanfänger ist.
Hier ist sein Anteil an dieser tragischen Geschichte.
Und Frauchen hat sich leider auch nicht an eine gute Hundeschule gewandt, was man als Anfänger auch tun sollte. Schule da denken immer viele, ich bin doch nicht dumm, ich kann das. Dumm ist keiner, aber man ist noch nie zu alt gewesen, um noch was dazu zulernen.
Abgesehen vom Spaßfaktor und man hätte der Hündin auch noch ne Aufgabe verpassen können, so dass ihr ganzer Entwicklungsweg positiver verlaufen wäre.
Es lässt sich jeder Hund erziehen, es gibt keinen Hund, der sich nicht erziehen lässt.
Der Weg ist das Ziel und der ist bei jedem Hund unterschiedlich.
Gruß eggi


» User #16275 schrieb:

Hallo ihr Lieben, also ich versuche mal Dominanz zu definieren:
Dominanz gibt es in der Beziehung zweier (und mehrer) Individuen, Beispiel Mensch + Hund und unter Hunden. Das heißt also von vornherein es gibt auch eine intraspezifische Dominanz (Mensch + Hund = nicht die gleiche Spezies).Ein Hund kann durchaus dominant im Hunderudel sein aber ünterwürfig gegenüber dem Menschen. Der Hund lebt mit uns als Rudel, also in einer augenblicklich durch Dominanz geprägten Beziehung, in dem der dominantere (im günstigten Fall der Mensch) bestimmt und der weniger dominante durch mehr oder weniger deutlichen Unterwerfungs- und Beschwichtigungsgesten Akzeptanz signalisiert.
Dominanz ist nicht angeboren. Es gibt aber durchaus Hunde, die von Anfang an selbstbewusster sind als andere und zur Dominanz neigen.
Wirklich dominante Hunde sind sich ihrer sehr sicher und gestehen nur sich gewisse Privilegien und Ressourcen zu. Sie halten ihrer "unterwürfigen" Besitzer nicht für einen geeigneten, schutzbietenden Rudelführer - also müssen sie (um das Überleben und die AStruktur des Rudels zu sichern) selbst zum Alphakandidaten werden. In solchen Fällen bestimmt dann der Hund, wann was und wie lange getan wird. Um ein solches Verhalten wieder umzulenken, bedarf es harter Arbeit und absolute Konsequenz. Hier sind dann auch die typischen Dominanzsignale von größter Bedeutung (als erster durch die Tür, keine Sofa für den Hund, kein erhöhter Ruheplatz usw). Bei einem Hund der seinen Besitzer akzeptiert, sind solche Ansagen natürlich nicht immer von Nöten, allerdings kann auch ein überaus unterwürfiger Hund unter dem Weglassen solcher Regeln stark leiden, da keine festen Rahmenbedingungen vorgegeben sind.
Ein dominanter Hund der umkonditioniert werden soll, braucht dringend Rahmenbedingungen, wie auch einen festen Tagesablauf, den wir bestimmten (der dominante agiert der unterwürfige reagiert).
Ich denke Dominanz ist im Grunde ein Begriff, der nur zu leicht überbewertet wird, obwohl er im Grunde auf der Hand liegt...
Jedenfalls hat Dominanz nichts aber auch gar nichts mit Brutalität oder dem typischen "Zeigen, wer der Boss im Hause ist" zu tun, sondern einfach mit der vor allem geistigen Überlegenheit und den daraus resultierenden organisatorischn Fähigkeiten zur Sicherung des Fortbestandes eines Rudels auch Mensch + Hund.
Liebe Grüße icon_biggrin.gif


» User #9682 schrieb:

was ist mit den dominanzgesten wie mit dre schnauze anstoßen oder anrempeln?das auflegen der schnauze auf den rücken von anderen hunden?wenn man in der hundecshule die hunde beim spielen beobachtet gibt es verschiedene situationen wo dominanz zu beobachten ist.der eine unterwürft sich der andere geht drauf.warum wenn es nicht um doninanz und rudelführung geht?


» User #16275 schrieb:

silvi001 hat folgendes geschrieben::
was ist mit den dominanzgesten wie mit dre schnauze anstoßen oder anrempeln?das auflegen der schnauze auf den rücken von anderen hunden?wenn man in der hundecshule die hunde beim spielen beobachtet gibt es verschiedene situationen wo dominanz zu beobachten ist.der eine unterwürft sich der andere geht drauf.warum wenn es nicht um doninanz und rudelführung geht?


Hallo.. icon_biggrin.gif
Na ob das so einfach abzutun ist (der eine unterwirft sich, der andere geht drauf)!? Hast dich bestimmt verschrieben. icon_wink.gif
und im Spiel haben diese Gesten weniger mit Dominanz und Rudelführung zu tun, sondern sind auch mal "nur" als Neckereien zu sehen. Beispiel auch das Anrempeln, das oft nur sagen will "Hallo, ich bin auch noch da". Zwar sind das im Grunde Dominanzgesten, doch müssen sie immer in Verbindung mit derzeitiger Stimmungslage und anderen Signalen gesehen werden.So kann z.B direkt nach einem Rempler eine aktive Unterwerfung stattfinden. So ist eine T- Stellung auch nicht gleich eine T- Stellung.

Wolltest du mir mit deinem Text irgendwas sagen?

Liebe Grüße
Claudia


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