Haustiere

Kastration Rüde - ja oder nein?

» User #1682 schrieb:

Hallo, mein Name ist Barbara,ich habe zwei kleine Hunde, Rüden und sie sind jetzt 5 Jahre alt.
Ich suche Gesprächspartner, die vielleicht wissen, wie es nach der Kastration ist. Ich meine, wie verhalten sich Hündinnen gegenüber kastrierten Rüden, spielen sie noch miteinander? Werden sie weiterhin von anderen Rüden angeknurrt bzw. gebissen? Knurren sie selbst noch andere Rüden an? Über die Kastration lässt sich viel nachlesen, doch nicht über die psychische Seite danach. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte.
Liebe Grüße
Barbara


» User #578 schrieb:

Hi Barbara,
kann da nur aus eigener, kurzer Erfahrung berichten. Wir mussten einen Rüden mit 13 Jahren noch kastrieren lassen, da er einen beginnenden Tumor hatte. Dieser Hund war anderen Hunden (ausser Hündinnen gegenüber) immer ein super "Giftknubbel", obwohl er sehr klein war (Vergangenheitsform, da wir ihn vor 1 Monat mit 15 Jahren leider einschläfern lassen mussten). Also dieser Kleine hat sich überhaupt nicht verändert, was aber vielleicht auch am Alter liegen mag!? Er hat nachwievor alle anderen Rüden angeknurrt, kam mit Hündinnen aber klar. Leider hat er etwas an Gewicht zugenommen, was aber wohl oft bei Kastrationen vorkommt - ausserdem kam das Alter und die wenige Bewegung hinzu - sodass er mit einem Kilo mehr leben musste, auch Diäten halfen nichts. Aber wie gesagt, an Wesensänderung konnte ich absolut nichts feststellen. Bekannte von mir haben Ihren Hund, den sie als Welpen bekamen, mit 14 Monaten kastrieren lassen, da sie sich davon erhofften, dass der Hund "ruhiger" werden würde. Dies hat sich aber auch nicht bestätigt, der Hund war genauso wie vorher, nahm auch nur etwas zu und läuft nun mit 3 Kilos (die trotz Bewegung nicht mehr weggehen) mehr durch die Gegend icon_wink.gif Ich glaube aber auch, dass das von Hund zu Hund bestimmt verschieden sein kann...
Warum willst Du Deine Wuffs denn kastrieren lassen?
Gruss, Ronchos


» User #1682 schrieb:

Hallo Ronchos,
danke für deine promte Antwort. Tja, mein Dicker (12Kg) hat leider noch einen Hoden innen drin (der 2. ging durch drücken des Tierarztes vor 2 Wochen raus) aber es besteht weiterhin die Gefahr der Verkrebsung. Sie sind schon kleiner als normal. Eigentlich wollte ich gerade meinem Dicken die OP ersparen, da er mit 11 Monaten etliches durchgemacht hat und ich hier in Deutschland 1 1/2 Jahre (wir sind jetzt mit Hunden 2 1/2 zurück) daran gearbeitet habe, dass er wieder zutraulich wird und er überall gestreichelt werden kann. Seit 2 Jahren plage ich mich nun mit der Frage herum, ob Kastration oder nicht. Zuerst dachte ich, dann lebt er halt nicht so lange und hat dafür keine OP-Schmerzen, aber ich habe die Beiden so lieb, dass ich leider um die OP nicht drumherum komme. Den Kleinen lasse ich aus Ranggründen gleich mitoperieren.
Liebe Grüße Barbara


» User #985 schrieb:

Hallo Barbara,

da Tiere ihrem Sexualtrieb nicht aus Spaß an der Freude sondern eben zur Vermehrung und aus dem ureigenen Trieb dazu heraus nachgehen, werden deine Rüden nach einer Kastration wohl wenig Probleme damit haben, keinen Sex haben zu dürfen als vorher, da dieser Trieb damit ja nicht mehr so stark vorhanden ist.
Dass sich das Verhalten deiner Hunde anderen gegenüber in diesem Alter noch sehr ändern wird, halte ich für fragwürdig. Normalerweise kastriert man die Tiere ja schon, wenn sie noch jung sind. Vielleicht werden sie allgemein etwas träger.
Mein kastrierter Rüde spielt sowohl mit anderen Rüden als auch mit Hündinnen, ich konnte auch noch keine Besonderheiten im Verhalten anderer Hunde ihm gegenüber erkennen, die mir Auswirkung der Kastration zu sein schienen. Ich habe zwar auch schon gehört, dass manche Hündinnen Probleme mit kastrierten Rüden haben, aber aus eigener Erfahrung kann ich das bisher nicht bestätigen.

LG
Zwurbel


» User #1682 schrieb:

Hallo Zwurbel,

ich wollte die Beiden nicht in Afrika operieren lassen, da mir das schon gereicht hat, was sie mit meinem Dicken nach seinem Unfall angestellt haben. Daher auch ein wenig meine Angst, dass er wieder aggressiv wird, wenn er OP-Schmerzen hat und auf der anderen Seite hoffte ich schon, dass sie anderen Rüden gegenüber etwas ruhiger werden, vor allem wegen meiner Kids, auch wenn ich im Innersten wußte, dass das nicht der Fall sein wird, da die negative Einstellung meiner beiden Doggis gegenüber dominanten Rüden daher kommt, dass sie schon ein paarmal gebissen wurden. Die Leinenkeiferei habe ich ihnen schon abgewöhnt, doch wenn mein Kleiner aus Angst bellt, ist der Dicke sofort da und greift (ohne Beißen, sondern bellend) an und verteidigt seinen Bruder. Doch meist wird er dann von dem Großen gebissen, naja woher soll der auch wissen, dass der Dicke nur bellt und bisher noch nicht gebissen hat. Aber zurück zum Thema, dann kann ich nur hoffen, dass er mit Schmerzmittel die OP im Herbst gut übersteht.
LG Barbara


» User #1392 schrieb:

...ich kann mich nur anschliessen, in dem Alter werden sie ihr Wesen nicht mehr gross verändern, ausser dass eben der Trieb nachlässt. Meiner wurde sehr früh im Tierheim kastriert und hat, naja, eine ziemlich weibliche Seite (fängt z.B. jetzt mir 4 Jahren erst an, das Beinchen zu heben icon_smile.gif ) und wird wenn, dann von Hündinnen nicht geliebt. Das ist aber die Ausnahme weil er vom Wesen eher unterwürfig ist. Jeder Hund reagiert anders, aber wegen der Schmerzen würde ich mir nicht allzu grosse Sorgen machen. Und fit, schlank, lebendig und verspielt ist meiner auch...
Viele Grüße
Sigi


» User #985 schrieb:

Sigi,

genau ... hatte ich ganz vergessen:

Ein kastrierter Hund muss nicht fett werden. Meiner hat auch eine prima Figur, dafür muss ich ihm eben sein Futter genau zuteilen (abwiegen). Denn wenn er mehr bekommen würde, dann würde er das auch in sich reinstopfen, aber dies zu verhindern, liegt dann schließlich am Halter. icon_wink.gif

LG
Zwurbel


» User #991 schrieb:

Hallo barbara,

ich hab meinen Rüden (5 Jahre alt) im Februar kastrieren lassen. Im Wesen hat er sich nur soweit geändert, dass er mir ruhiger/ausgeglichener vorkommt. Ihm ist halt ein Trieb von mir genommen worden, was aus medizienischen Gründen nicht anders ging.

Ansonsten ist er ganz der alte. Er kommt weiterhin im großen und ganzen sowohl mit Rüden als auch mit Hündinen aus.

Für mich gab und gibts es eine neue Situation zu meistern, da er in seiner intakten Zeit kaum an andere Hunde interessiert war und lieber den Mädelspuren nach schnüffelte. Da ihm diese nun allerdings völlig egal sind ist das Interesse für andere Hunde um so mehr gestiegen und somit laufen auch Begegnungen mit anderen Hunden anders ab.

Er ist weder dick geworden noch hat sich sein Fell wesentlich verändert. Mittlerweile bin ich fast bei der alten Futterration (ich hatte es anfänglich als reine Vorsicht etwas reduziert).
Nervige Hündinen werden schon mal korrigiert, was aber äußerst selten ist. Mit Aufreitversuchen anderer Rüden gibts bis auf wenige Ausnahmen - welche fair aber unmissverständlich von ihm unterbunden wurden - keine Probleme.

Sowohl der Eingriff selbst als auch die Nachbehandlung liefen völlig problemlos. Selbst der Trichter war nicht notwendig, da eine Hose Nachts ausreichte. Tagsüber lief er vom ersten Tag an ohne Trichter - die ersten Tage verständlicher Weise an der Leine um die Bewegungen ein wenig unter Kontrolle zu haben.
2 Hunde gleichzeitig kastrieren zu lassen ist natürlich eine andere Situation, aber ich denke dein TA wird dich da gut informieren.
Wichtig ist, dass die Hunde die ersten Tage nicht großartig toben oder springen, damit die Naht gut verheilen kann. Und vorallem, dass nicht daran geleckt wird.
Ricky´s Naht hab ich ab den dritten Tag Abends immer
mit einer juckreizstillenden Salbe, welche ich vom TA bekommen hatte, vorsichtig eingerieben.

Gruß Michaela


» User #1682 schrieb:

Hallo Zwurbel, Sigi und Barbara

danke für eure Antworten, ich hoffe, bei meinem Dicken geht das auch so glatt über die Bühne. Mit dem Dickerwerden dürfte er keine Probleme haben, da Beide von Hand gefüttert werden und jetzt 150g - 300g Nassfutter am Tag und abends Trockenfutter bekommen. Ansonsten steht nur Wasser herum.

Ich habe eher Angst, wie er auf die Schmerzen reagiert, er ist ziemlich empfindlich und falls er die Halskrause tragen muss, gibts hier ein super Theater. Er geht dann keinen Schritt mehr (haben wir vor 3 Wochen gehabt, da musste er eine tragen, wegen seiner Allergiestellen).
Auch das Treppensteigen mit den kurzen Beinen geht mir ständig durch den Kopf, da er zwei Etagen runter und rauf steigen muss und er sich bei Schmerzen ungern anlangen und auf den Arm nehmen läßt.
Wegen dem Kontakt zu anderen Hunden werde ich wohl meine Nerven stärken müssen, das scheint mein Hauptproblem zu sein. 2 1/2 Jahre in Afrika konnten sie fast tun und lassen was sie wollten, nur ein paar Erziehungsmaßnahmen über sich ergehen lassen. Doch jetzt die 2 1/2 Jahre in Deutschland haben sie alles nachholen müssen, wie an der Leine gehen, Straße beachten und auch der Kontakt zu anderen Hunden, sie haben viel gelernt, doch ab und zu gibts halt immer wieder die "Andere-Rüden-Probleme". Hoffe. dass ich das auch noch irgendwann in den Griff bekomme, bzw. ich ein wenig cooler werde und mir nicht immer gleich ins Hemd mache. Zu 50%, je nachdem wie sie aufgelegt sind, klappt es ja schon. Im Urlaub ist es viel besser, da das nicht ihr Revier ist, nur ins Zelt darf keiner.
LG Barbara


» User #1677 schrieb:

Sehr geehrte Damen und Herren,

da in meiner näheren Nachbarschaft mehrere Hundedamen wohnen, die auch des öfteren ohne Leine durch den Ort stromen, habe ich meinen Rüden auch kastrieren lassen. Zum einen, weil ich mehrfach beobachtete, wie sich eben diese Weibchen in der Läufigkeit gegen den Zaun oder das Tor meines Hofes pressten und "Puschkin" somit rasend machten. Somit war es offensichtlich das dieses Tier leidet, wenn er gerne seinem Trieb folgen möchte aber nicht darf.Ebenso beim spazieren gehen, wenn er läufige Hündinnen traf oder sie auch nur witterte.
Da ich "Puschkin" aus einem Todeslager in Spanien holte, war er vom Wesen sehr ängstlich und kannte nichts außer Schläge (Narben im Gesicht).Er zitterte bei jeder Berührung. Dennoch musste ich ihn kastrieren lassen, da er bei jedem "Mädchengeruch" fast alles vergaß und dann Gehorsam nicht mehr zu erwarten war.Gegenüber Rüden war er ebenfalls eher aufbrausend.
Er ist nun seit ca. 1 Jahr kastriert und erheblich ruhiger. Andere Hunde interessieren ihn zwar aber er trollt sich wenn Ärger in der Luft liegt. Ebenso spielt und tobt er wie vorher.Nur, dass er nichtmehr unter seinem Trieb leiden muss wenn "heisse" Hündinnen seinen Weg kreuzen, da es ihn gänzlich kalt lässt.Ebenfalls konnte ich nie garantieren, dass er nicht doch einmal ausbüxt und eine Hündin deckt. Dies möchte ich jedoch nicht, da es genug Tiere gibt.
Zudem hat er NICHT zugenommen oder wurde gar faul. Dies liegt doch wohl am Futter und dem was "aus versehen" vom Tisch fällt.
Die OP an sich hat er NICHT mit mir verbunden. Somit ist er mir und anderen Menschen gegenüber mittlerweile freundlich und aufgeschlossen. Er hat in seinem Hundeleben wohl erheblich schlimmeres durchmachen müssen, als eine Kastration bei einem netten Tierarzt und das Aufwachen in einem liebevollen Zuhause.
Natürlich hatte er danach Schmerzen, aber der steckte dies besser weg als ich ,der sich um seine Schmerzen einen Kopf machte. icon_wink.gif

Mit freundlichem Gruß

Alexander und sein immernoch "männlicher" Bordeauxdogge - Mix "Puschkin" der weiterhin der Damenschwarm bleibt. icon_smile.gif


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