Haustiere

Der letzte Weg ...

» User #578 schrieb:

Hallo Ihr alle da draussen!

Manche kennen mich hier schon und wissen, das ich 3 Hunde habe. Leider macht der älteste von Ihnen (15 Jahre alter Cairn-Terrier-Rüde, als Welpe zu uns gekommen) mir seit ein paar Tagen arg Kummer icon_sad.gif

Aufgrund des Alters hat der Hund seit ca. 3 Jahren eine festgestellte Herzschwäche, die bis jetzt mit dem Medikament "Vasotop" behandelt wurde. Als es letzte Woche mal wieder brüllend heiss war, ist der Kleine nach dem "Spazierengehen" (er kann und soll nicht mehr weit, deswegen gehen wir mit ihm nur noch 50 m die Straße rauf und wieder runter, außerdem darf er in den Garten wann er will) einfach umgefallen. Atmung und Herzschlag waren weg und er hat alles von sich gegeben (Urin und Kot). Er konnte durch Herzmassage wiederbelebt werden. Also direkt ab zum Tierarzt. Diagnose: Das Herzleiden ist noch schlimmer geworden, Blutbild dem Alter des Hundes entsprechend. EKG wurde auch gemacht. Er hat dann noch weiter etwas für den Kreislauf und Cortison bekommen und die Vasotop-Dosierung etwas hochgesetzt. Er wurde dann auch wieder fit. Seit gestern jedoch ist es wieder arg schlimm. Er ist zwar nicht wieder "umgefallen", aber er ist sehr, sehr abwesend. Es ist so, dass er seine Umwelt kaum noch wahrzunehmen scheint (blind und taub ist er sowieso schon vorher gewesen, konnte damit aber gut umgehen). Er liegt fast nur noch, ist kaum zu bewegen. Der TA meinte gestern, dass der Hund soviel mit sich selbst zu tun habe und ihm schwindelig sei, dass er nicht noch seine Umwelt wahrnehmen kann. Natürlich wird aufgrund der Gesamtsituation darüber nachgedacht, den Hund einschläfern zu lassen. Der TA meinte auch, dass er jetzt noch eine "letzte Chance" bekommen sollte, also gestern wieder eine Cortison-Spritze. Jedoch hat der TA auch darauf hingewiesen, das eine Cortison-Therapie nichts bringt, bzw. nicht bei einem Herzleiden angemessen sei, zumal der Herzmuskel dieses kaum noch aufnehmen kann.
Wir sollten den Hund nun beobachten, ob er wie letzte Woche gut darauf anspricht. Leider war heute morgen keine Besserung zu sehen icon_sad.gif Der TA meinte wohl auch, dass der Hund sich derzeit nicht quälen würde.

Jetzt zum eigentlichen Problem: Was würdet Ihr tun, wie würdet Ihr handeln? Wie seht Ihr das mit dem Einschläfern in diesem Falle? Ich möchte hier keine Tips oder Entscheidungshilfen, da mir schon bewusst ist, das ich diese Entscheidung ganz alleine treffen muss, aber ich mag einfach mal andere Meinungen hören, vielleicht hilft es mir selbst ja auch...

Liebe Grüsse, Ronchos


» User #8 schrieb:

Ronchos hat folgendes geschrieben::
... Wie seht Ihr das mit dem Einschläfern in diesem Falle? Ich möchte hier keine Tips oder Entscheidungshilfen, da mir schon bewusst ist, das ich diese Entscheidung ganz alleine treffen muss, aber ich mag einfach mal andere Meinungen hören, vielleicht hilft es mir selbst ja auch...
Liebe Grüsse, Ronchos


Guten Morgen Ronchos,

mitfühlende Grüße aus der Katzenfraktion - auch da gab es diese "Frage" vor kurzem. Aber ob Katze oder Hund - egal - wenn man vor der Entscheidung steht, "erlösen oder nicht?" hat man es sehr schwer als tierlieber Mensch, der ja nur das Beste für sein Tierchen möchte.

Vielleicht magst du ja auch mal ein paar Ansichten aus dem Katzenforum lesen?
Vor allem das Gedicht von Hase im letzten Eintrag finde ich sehr sehr schön - vielleicht kann es auch dir und deiner Familie ein bisschen helfen, die richtige Entscheidung zu treffen - zur rechten Zeit ...

Ganz liebe Grüße
Claudia


» User #1081 schrieb:

Hallo Ronchos,

wir haben dieses Thema mit unserem Siberian Husky auch durchgemacht. Er hatte zwar keine Herzschwäche aber innerhalb von 1 Jahr 2 schwere Schlaganfälle.

Nach dem 1. haben wir ihn mit viel Liebe wieder aufgepeppelt sodass er noch ca. 1 Jahr ganz gut über die Runden kam.

Aber im Nachhinein war es kein Leben mehr für ihn. Er konnte kaum noch laufen, wenn es draußen wärmer war war ein Aufstehen sehr Mühevoll.

Nach dem 2. Schlaganfall ging dann eigentlich gar nichts mehr. Er konnte seine langen Beine nicht mehr sortieren, gar nicht mehr aufstehen und die Nieren wollten auch nicht mehr. Als er dann einen ganzen Tag keinen Urin mehr lassen konnte, haben wir nicht mehr gezögert und ihn erlösen lassen.

Er wurde 15 Jahre und 9 Monate alt.

So wie Du seinen Leidensweg beschreibst, würde ich persönlich auf keinen Fall mehr zögern ihn zu erlösen.

Sicher ist das für jeden Tierbesitzer eine harte Entscheidung, aber sollten wir nicht froh sein das wir unseren Lieblingen in solchen Situationen durch die Erlösung helfen können?

Ich wünsche Dir und deinem kleinen alles Gute.

Gruß Claus


» User #578 schrieb:

Hallo Claudia,
habe mir das Gedicht durchgelesen, ist wirklich sehr schön, aber auch sehr traurig. Mein Problem ist halt, dass ich an den Kleinen denken muss und nicht an mich selbst. Ich darf nicht für mich die Entscheidung treffen, sondern muss es für ihn tun. Da er aber noch immer recht teilnahmslos "rumliegt" denke ich, ist der Weg zum TA heute Abend unumgänglich... icon_sad.gif Ich habe noch mehr Angst davor, dass er bei mir zu Hause stirbt, ich glaube, dann wäre ich noch hilfloser icon_sad.gif
Gruss, Ronchos


» User #1081 schrieb:

Ronchos hat folgendes geschrieben::
unumgänglich... icon_sad.gif Ich habe noch mehr Angst davor, dass er bei mir zu Hause stirbt, ich glaube, dann wäre ich noch hilfloser icon_sad.gif
Gruss, Ronchos


Hallo Rochchos, ich bin´s noch mal:

also an Deiner Stelle würde ich den TA nach Hause kommen lasse und Ihn dort erlösen lassen.

Halte seinen Kopf, Sreichele ihn und rede Ihm gut zu.

Ich habe es so gemacht und würde es immer wieder so machen. Das war ich meinem Gefährten schuldig.

PS: Diese Gedichte sind zwar schön aber steigern meiner Meinung nach nur noch mehr die Traurigkeit.
Ich habe mir damals Gedichte über die Regenbogenbrücke durchgelesen und konnte meinen Tränen einfach nicht mehr halten.

Claus


» User #985 schrieb:

Hi Ronchos,

das tut mir sehr leid für euch! icon_sad.gif

15 Jahre ist ja schon ein stolzes Alter, aber leichter macht dies die Entscheidung sicher nicht.
Wir hatten früher einen Dackelmix, den ich mit ca. 9 oder 10 Jahren als Welpen angeschleppt hatte. Mit 14 Jahren bekam er Nierenversagen. Nach einigen Tagen mit Infusionen und "Zwangsernährung" mittels einer großen Spritze hat er sich - entgegen der tierärztlichen Vermutungen - tatsächlich wieder erholt und noch ein weiters Jahr munter gelebt. Dann ist er eines Tages einfach eingeschlafen ... ohne vorherige besondere Vorkommnisse. Das war wohl das, was man als "schönen Tod" bezeichnet.

Trotz dieses Erlebnisses könnte ich heute nicht genau sagen, wie ich in deiner Situation handeln würde. Sicherlich sagt mir mein Kopf, dass ein Tier erlöst werden sollte, wenn es leidet und keine Hoffnung auf Besserung besteht, aber da gibt es ja noch den emotionalen Faktor, das nicht loslassen wollen und außerdem weiß man ja nicht immer sooo genau, wie groß denn nun die Chance auf Besserung ist bzw. ob wirklich gar keine mehr besteht.

Ich denke, das ist ein großer Gewissenskonflikt. Wenn dein TA dir glaubhaft erklärt hat, dass der Hund momentan nicht leidet, dann brauchst du ja nichts "überstürzen". So lange das Tier sich nicht quält, kann man ihm doch auch die "Gelegenheit" eines natürlichen Ablebens geben.

Aus heutiger Sicht würde idh sagen, dass ich in einer Vergleichbaren Situation abwarten würde und wenn es so weit käme, dass der Hund unter der Situation leidet, den letzten Schritt tun würde. Aber wie gesagt, garantieren kann man das nie, so lange man nicht tatsächlich vor dieser schwierigen Entscheidung steht.

Ich wünsche euch alles Gute und - wie immer es auch weitergehen mag - dir viel Kraft und für später die Überzeugung, dass deine Entscheidung richtig (für den Hund die beste) war, wie sie auch ausgefallen sein sollte.

Liebe Grüße
Zwurbel


» User #578 schrieb:

Danke an Euch, für die lieben Worte...
Also quälen tut sich der Hund nicht. Er liegt, wie schlafend, mit ganz ruhiger Atmung da. Deswegen glaube ich meinem TA auch, dass er sich nicht quält. Er reagiert auch, wenn ich ihn streichel, halt nur sehr wenig... Deswegen hatte ich ja auch darüber nachgedacht, ihn zu Hause sanft entschlafen zu lassen. Da wäre ich dabei und könnte ihn begleiten. Hierüber habe ich auch mit meinm TA gesprochen. Problem am Krankheitsbild ist es, dass nicht immer davon ausgegangen werden kann, dass er von seiner derzeitigen "Beduseldheit" nicht doch noch erwacht. Wenn das Herz versagt, tritt oftmals eine schwere Atemnot ein. Und dies muss wohl recht schlimm sein, für Hund und Besitzer. Und genau davor habe ich Angst. Ich habe Angst davor, ihm die Gelegenheit zu geben, in gewohnter Atmosphäre zu sein er dann aber die Atemkrämpfe bekommt und sich dann die letzten Minuten nur quält, bevor es dann zu Ende ist und ich hilflos daneben stehen muss icon_sad.gif Das der TA zu mir kommt, ist DERZEIT leider nicht möglich, da wegen Krankheit und Urlaub Personalknappheit besteht... Naja, ich werde weiter beobachten und dann mal sehen, wie es sich entwickelt... icon_sad.gif


» User #1353 schrieb:

Hallo Ronchos,

ebenfalls mitfühlende Grüsse sende ich Dir aus dem Saarland.
Ich möchte Claus´ Worte in mein Posting einbinden...

Black_Labby hat folgendes geschrieben::
PS: Diese Gedichte sind zwar schön aber steigern meiner Meinung nach nur noch mehr die Traurigkeit.
Ich habe mir damals Gedichte über die Regenbogenbrücke durchgelesen und konnte meinen Tränen einfach nicht mehr halten. Claus


Genauso ergeht es mir persönlich auch.
Während der Sterbezeit meines Hundes Günnibär und auch nach seinem Tod habe ich mir zig Mal die "Regenbogenbrücke" und andere Gedichte durchgelesen...

Mit dem Ergebnis, dass es mir NICHT geholfen hat loszulassen, sondern im Gegenteil, meine Trauer noch verstärkt hat... icon_sad.gif

Es gibt zwei "Zitate", die mir persönlich KONKRET geholfen haben, mit dem Schmerz zurecht zu kommen...

Ersteres stammt von meinem Mann, der den Günnibär auch sehr gemocht hat, und auch immer schon eigene Hunde hatte, die er wirklich liebt.Aber er hat mir mit seinen Worten "den Kopf gewaschen" und mir die Augen geöffnet... (Günni war übrigens auch sehr alt und schwer krank)

... als Günni 4 Monate tot war, habe ich mal wieder das heulende Elend bekommen... und irgendwann hat mein Mann mich dann WIRKLICH BARSCH angefahren: "... UND ES SIND 4 MONATE IN DENEN ER NICHT MEHR LEIDEN MUSS!"
Ich gebe zu, ich war geschockt, weil ich seine Worte zuerst als "Herzlosigkeit" empfand.
Aber ich WEISS, er hat absolut und 100%ig recht... und diese Worte haben mir persönlich mehr geholfen als sämtliche Gedichte und liebevoll gemeinten Beileidsbekundungen von Freunden!

Das zweite Zitat, das mir auch heute, 14 Monate nach seinem Tod TÄGLICH sehr hilft, habe ich mir aus einer Todesanzeige in der Zeitung herausgeschnitten und es mir an die Wand zwischen meinen "2 Millionen" icon_wink.gif Günnibär-Fotos gepint...
Es lautet:

"Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten,
und die Brücke zwischen ihnen
ist die LIEBE"

...

Und ich LIEBE meinen Hund auch heute noch unendlich, denke täglich in Liebe an ihn und spreche sehr viel über ihn!
UND ICH WEISS, ES WAR RICHTIG IHN GEHEN ZU LASSEN...
Ich habe seinen Wunsch zu gehen respektiert...

Liebe Grüsse,
Caro & Ritschi & Vidalina & Alfi
& Günnibärchen im Herzen


» User #1335 schrieb:

Hi Ronchos!
Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir jetzt geht. Ich musste vor drei Wochen meine kleine Boxerhündin einschläfern lassen. Sie durfte leider nur zwei Jahre und acht Tage alt werden. Die Entscheidung ist mir echt schwer gefallen, weil die Diagnose vom Tierarzt( schwerster Spondylosegrad und Hd) so plötzlich kam. Ich bin mit ihr den letzten Gang gegangen und werde es nie vergessen... Sie ist und bleibt mein kleines Baby.
Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft!


» User #1081 schrieb:

Ich finde auch, man sollte positiv in die Zukunft schauen und sich an die schönen Dinge mit seinem Liebling erinnern.

In der Woche als unser Husky gestorben war haben wir unseren kleinen Labby bekommen. Er sollte unseren "Senior" eigentlich den Lebensabend noch ein wenig versüßen. Dazu kam es aber leider nicht mehr.

Nun stecken wir all unsere Liebe und Kraft in den Kleinen.

Wir haben das Glück über einen eigenen größeren Garten zu verfügen in dem wir unseren Senior begraben haben. So haben wir immer die Möglichkeit, Ihn zu besuchen.

Viele Grüße auch an Caro & Familie


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