Haustiere

Der letzte Weg ...

» User #17713 schrieb:

Hallo sulley

Ich schreib Dir mal meine Sicht der Dinge.Meist geht ja vor dem Einschläfern ein mehr oder weniger langer Leidensweg einher.Man kommt ja nicht eben mal so zum TA
(Routine) und dann wird festgestellt "So der Hund muss jetzt eingeschläfert werden".Da wird "eigentlich" alles getan
um Ihn so lange wie es eben geht "Leid Frei" zu halten.
Ich denk mir dann das jeder Hundebesitzer genau weiss wann es Zeit wird loszulassen.Man sieht ja dann wie er sich abquält.(und das tut einem besonder'S weh).Und dann kommt der Moment wo Du dir selbst sagst "Jetzt ist schluss"
Da geht man vielleicht auch ander's an die Sache ran.
Für den Hund klar ist es wieder ein ängstlicher Tierarztbesuch wo er eine Spritze bekommt.
Und so Wie mein Hund für mich da war wenn ich mal Probleme hatte und geheult hab würde ich für Sie da sein.Tränen würden fliessen ,ich würde mit zittriger Stimme ruhig auf meinen Hund einwirken.(Die eine Hand streichelt die andere würde ich meinem Hund vor die Nase legen )
Fazit:Ich hätte meinen Hund von Schmerz und Leid erlöst und mein Hund wäre friedlich eingeschlafen mit meinem Geruch in der Nase.(also was vertrautes).
Ich hoffe Du hast verstanden auf was ich hinauswollte
das so schriftlich wieder zugeben was man denkt ist nicht immer leicht.
Der Hund reagiert übrigens so ähnlich.Stimmt etwas mit Dir nicht wird er unruhig und wenn der Mensch stirbt weicht er Dir nicht von der Seite.Blöder Vergleich zwar aber Du verstehst was ich meine,oder?
Mei Hund würde mich ja bei mir bleiben bis zum letzten Atemzug.
LG Claudia


» User #12833 schrieb:

Zitat:
und dann wird festgestellt "So der Hund muss jetzt eingeschläfert werden"
War bei uns so letztes Jahr. Morgens war er komisch, wir zum TA und WAMM genau das. Nachmittags begraben... vielleicht geht man anders zum TA, wenn man es schon länger weiß. Ich glaub, ich versteh, was Du meinst. Man hat genug "vorgeheult", um im wichtigen Moment vielleicht doch einigermaßen Ruhe zu bewahren. Meinst Du das so, in der Richtung?

Liebe Grüße
Sulley


» User #17713 schrieb:

Jepp,genauso mein ich es.
Durch deine Geschichte mit deinem ersten Hund kann ich mir gut vorstellen was in deinem Kopf so herumschwirrt wenn Du mit Sunny zum TA musst.Du gehst da sicher ander's zum TA wie ich mit meiner Tinka.
Und jetzt wo ja Sunny solche Probleme hat.Mensch,Du bist ja auch vom Pech verfolgt was?

LG Claudia


» User #12833 schrieb:

Irgendwie ja icon_confused.gif Dass er morgens komisch war, ist aber untertrieben gewesen, er konnte nicht mehr aufstehen. Aber das hatte er schonmal und da wars Eisenmangel. deswegen gingen wir recht entspannt dahin, bis uns die TA bröckchenweise klarmachte, dass wir ihn eventuell nicht mehr mit Nachhaus bekommen ( Krebs). War rein psychologisch natürlich ein mords Vorteil ihn noch mit einem Fetzen Hoffnung/Unglauben in die Narkose zu streicheln. Und dann hat sie uns nachhaus geschickt, weil die OP bis zu 3 Stunden dauern kann und als wir zuhause ankamen rief sie schon an, dass es keinen Zweck mehr hat und sie ihn am liebsten sofort einschläfern würde, wo er doch eh in der Narkose liegt. Dieser Abschiedsschock war so abartig (er war erst 5 und wir waren alle halbe Jahr sowieso zum TA, wg. Epilepsie / Blutests, er war fit und hatte ein glänzendes Fell, wie ne Speckschwarte... nur die Verdauungsprobleme waren "komisch" )dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es für den Hund von Vorteil ist, "bei sowas" dabeizusein. Aber Du hast ja recht. Wenns anders läuft, wird man wohl nich so zusammenbrechen. icon_rolleyes.gif


» User #17713 schrieb:

Aber Du hast richtig gehandelt.Und in gewisser Weise warst Du ja da auf seinem letzten Weg.Für mich wär das auch Schock pur wenn ich meinen Hund zu'r OP bringe und ich einen Anruf bekommen würde "Hat keinen Sinn mehr".Stell Dir einfach mal vor Du hättest nicht eingewilligt ihn ein zu schläfern und das würde 1,2 Monate gut gehn und dann?Glaub mir Du hast es richtig gemacht.

Ganz böses Beispiel.
Ich kannte mal eine Hund der war am ganzen Körper Tumurös (der hat sich wirklich gequält und es sah schrecklich aus)Die Besitzer sind nie beim TA gewesen trotz offener Stellen.4 Monate später kam jemand vom Ordnungsamt und hat das Tier gnädigerweise zum TA gebracht.Die haben nicht lange rumgedocktert sondern ihn eingeschläfert.Die Entschuldigung des Besitzers:
Ich hab es nicht über's Herz gebracht mit ihm zum TA zu gehn.
Toll was?Hat das noch mit Tierliebe zu tun?

LG Claudia


» User #12833 schrieb:

Huch, hatte ich übersehen. Ja, das is Mist. Unser Onkel ist auch so ein Kandidat. Morgens hatte er immer gefüttert und die Epileppi-Pille weggelassen ("Der arme Hund, immer diese Medikamente") Rausbekommen haben wir das, als Rocky einen mords Anfall bekam. Mein Mann hat dann gleich geahnt, dass unser Onkel die Medis weggelassen hatte und ihn sich zur Brust genommen, aber ordentlich. Als er schnallte, dass er schuld am Anfall war, ist er dann mal aufgewacht. Oder nach dem Scheren von Sunny: Ach Du armer Hund, wie siehst Du denn aus... ja, MUSS das denn sein.
Hey, ihm gehts BESSER damit *schimpf*
Ja *abtu* aber der arme Hund...

Hä?

Oder mein Üben mit Sunny. Also, dass der arme Hund so bei Fuß laufen soll... neeee... icon_lol.gif

manche Leut sind... merkwürdig. Drastisch wirds dann, wenn diese solche Entscheidungen treffen sollen. Nich hingucken, was ich nicht sehe, ist nich da... und der Hund verreckt elendiglich...


» User #17849 schrieb:

tut mir echt leid für euch, das kann ich auch total nachvollziehen, da es mir mit 11 genauso ging icon_heul.gif!
unser damaliger hund, ein berner-sennenhund, war eigendlich immer lieb bis er mir einmal mitten ins gesicht biss. wir sind gleich ins krankenhaus gefahren und heut habe ich nur eine kleine narbe. aufgund dessen hatten wir ihn dann auch einschläfern lassen. zwei wochen zuvor hatte er meine schwester in die hand gebissen aber wir dachten uns nichts dabei weil sie mitten in der nacht, als er schon geschlafen hatten, in aus dem wohnzimmer zerren musste und er wie schon gesagt nicht richtig wach war. leider stellte sich einige zeit später heraus das er einen hirntumor hatte icon_cry.gif , und das er wahrscheinlich schon länger den tumor hatte, er hatte ja nie schmerzäuserungen gezeigt. das einzig unnormale war das er ca 1 jahr zuvor öfters geknurrt hat und in der zeit als er das tat hatte er immer so ausdruckslose augen, als wäre er gar nicht wirklich bei bewusstsein. zu der zeit dachten wir, wir würden uns das nur einbilden.nun liegt er bei uns im garten und wird von mir regelmäßig besucht icon_heul.gif


» User #6742 schrieb:

Hallo,

ich glaube man muss 2 Dinge unterscheiden: 1. Das Wissen, wann es Zeit ist den Hund einschläfern zu lassen und 2. die Kraft den Hund auch tatsächlich durch den TA erlösen zu lassen.

Ich bin davon überzeugt, jeder Hundebesitzer weiß eigentlich ganz genau wann es Zeit ist, nur der Gedanke an die Trauer danach lässt einen den schweren Gang hinauszögern.

Unser Rüde hatte das letzte Jahr Probleme mit den Hinterläufen, was wir aber mit Caniviton sehr gut auffangen konnten. Eines Tages dann konnte er nicht mehr aufstehen und wir fuhren zur TÄ, die meinte, unser Rüde sei "spitz wie Nachbars Lumpi". Das heißt, unsere Hündin war heiß und unserm Rüde schwoll die Prostata so stark an, dass er nicht mehr laufen konnte. Eine wie die TÄ sagte nicht seltene Reaktion bei "älteren" Rüden.

Er bekam also eine Spritze und musste 3 Tage lang Tabletten schlucken, unsere Hündin mussten wir während dieser Zeit "ausquartieren".

Anschließend war wieder alles in bester Ordnung, bis er dann 2 Wochen vor seinem 14. Geburtstag morgens wieder nicht aufstehen konnte. Unsere Hündin war allerdings nicht "heiß".

Ich rief die TÄ an und teilte es ihr mit. Sie meinte, die Praxis sei voller Tiere und sie habe noch einen Hund, der nach einer OP noch nicht aus der Narkose aufgewacht sei und sie ihn deshalb noch beobachten müsse, und bat mich in die Praxis zu kommen.

Nachdem ich auflegte sah ich meinen Hund an und mir kamen die Tränen. In diesem Moment war mit klar was ich zu tun hatte.
Ich nahm den Hörer wieder in die Hand und rief erneut bei der TÄ an. Ich fragte, ob ich kommen könnte und wir sofort an die Reihe kämen. Sie sagte "Ja".

Ich beugte mich zu meinem Hund, sagte ihm dass wir gleich zur TÄ fahren und ich ihn erlösen lassen würde. Als hätte er es verstanden stand er auf einmal auf und lief zum Auto. Selbst den Sprung ins Auto packte er selbst. Der Weg zur Praxis war für mich wie der Gang zum Schafott.

Nachdem er die erste Spritze bekommen hatte, sah er mich auf einmal an und es war, als blinzele er mir zu um zu sagen: "Danke, Du hast ALLES richtig gemacht."

Er durfte nicht leiden, nur weil ich nicht loslassen wollte. Denn das ist meiner Meinung nach das "größte Problem" bei der Entscheidung.

Der Kopf sagt "Tu es", das Herz sagt "Nein".

Letztendlich muss jeder Tierbesitzer selbst entscheiden, aber er sollte niemals vergessen, dass es ein Lebewesen ist dass man liebt und das es nicht verdient hat, unnötig gequält zu werden.


MfG


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