Haustiere

Hundegedichte! Kennt ihr schöne? Schreibt mit!

» User #12905 schrieb:

Mein lieber Hund

Ich möcht' einmal danken, dass ich dich hab
und dass dir der Schöpfer soviel Treue mitgab,
soviel Liebe ins Herz und in die Augen gelegt,
das hat mich an dir schon immer bewegt.

Drum sag ich dir heute: Auch in der Not
Teil' ich mit dir mein letztes Stück Brot,
und anstelle der Menschen Hader und Zank
ist mir gewiss dein ewiger Dank!

Geleit' ich dich einmal zur ewigen Ruh',
und drück deine treuen Augen dir zu,
dann halt ich still inne und schäme mich nicht,
wenn Tränen mir rinnen übers Gesicht...

Und manchmal, da schau ich zum Himmel empor,
glaub', dich bellen zu hören, und stelle mir vor:
so, wie ich an ihn - denkt auch er immerdar
an seine Familie auf Erden, wo so glücklich er war.

Du lebst in mir fort - bis die Spuren verweh'n
Und jemand dereinst an meinem Grabe wird steh'n. icon_heul.gif

Verfasser unbekannt


» User #14452 schrieb:

Warum?

Du hast in meine Augen gesehen,
da war es schon um dich geschehen,
Du hast mich mit Nachhause genommen,
ich bin ganz neugierig mitgekommen.

Du hast mich stolz spazierengeführt,
die Bewunderung der Passanten gespürt.
Du hast mit mir getobt und gespielt
Und dich eine Weile glücklich gefühlt.

Dann hab ich auf den Teppich gemacht,
da hast du nicht mehr so freudig gelacht.
Dann musstest du fort, ich weiß nicht wohin,
ich hab nur gespürt, wie lästig ich bin.

Dann wurde ich größer, dir fehlte die Zeit,
ich wollte zwar brav sein, doch bald gab es Streit,
dann hab ich vor Frust die Möbel zerkaut,
das war dir zuviel und du wurdest laut.

Du hast von Erziehung und Härte gesprochen
Und ich habe deinen Zorn gerochen.
Du hast mich verbannt aus deinem Haus,
aus dem Zwinger kam ich nur noch selten raus.

Du hast mir Futter und Wasser gegeben
Und gedacht, das sei genug für mein Leben.
Du hast ein neues Spielzeug gefunden –
hattest die Nase voll von uns Hunden.

Dann wurde ich krank, lag einsam im Stroh,
ich dachte, mein Herz wird nie wieder froh.
Dann hast du bei mir nicht mehr sauber gemacht,
mir nur noch meinen Freßnapf gebracht.

Dann hab ich gewußt, bald ist es vorbei,
Denn niemand hört meinen stummen Schrei.
Dann ging ich hinüber, weit von dir fort,
an einen neuen, besseren Ort.

Es bleibt nur ein trauriger Blick zurück.
Soviel Leid für ein klein wenig Glück?
Ich frage dich, warum liebtest du mich?
Ich war doch nur ein Spielzeug für dich.

Du hast mich gewollt, du hast mich bekommen,
du hast mir mein ganzes Leben genommen.
Warum liebtest du mich? Hast mich niemals begriffen.
Hast auf all meine Gefühle gepfiffen.
Dein Herz ist kalt, wird niemals warm.
Bei all dem Spielzeug - bist du arm…

(Ingrid Winiawsky)


» User #14452 schrieb:

Hund und Katze

Miezel eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Haßten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur
Zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten kleine,
Molly zwei, und Miezel drei.

Einst zur Jagt ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm!
Der Herr Förster schoß sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit,
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

(Wilhelm Busch)


» User #16275 schrieb:

Oh, Hilfeeee... icon_heul.gif
Bei sowas wird man ja zur Heulsuse icon_heul.gif icon_heul.gif


» User #14410 schrieb:

Gewidmet meinem Hund,
sei diese Stund!
Die Zeit an dem ich an ihn denke,
durch Worte ich ihn lenke,
ihm gebe meine Zeit,
wünscht ich nur, ich wär zu mehr bereit!
Besorgnis macht sich breit, bis hin zur Bitterkeit, was ich für ihn doch bin, der Futtergeber, liegt da der Sinn?
Gassi geh`n, so sehr die Winde auch weh`n, ganz gleich wie der Sturm auch tobt, fragend der Blick, ob Herrchen mich auch lobt?
Fragend, suchend, meine Augen ihn Erblickend,
Finde ich ihn, Bestätigend nur Nickend?
Seine Nase, auf die er sich verlässt,
ist von Allem durgenässt!
Sie stubst mich an mit Ihrer Nase, buhlend um die Hände, gebärdend ihre Gase! Würg!
Für sie ein geborenes Ich, auf der Suche nach dem Gleichgewicht!
In diesem Sinne!
Euer Tom!


» User #16984 schrieb:

Ein Spruch hat mich sehr angerührt:

Ich habe des Öftreen darüber nachgedacht, warum
Hunde ein derart kurzes Leben haben, und bin zu dem
Schluss gekommen, dass dies aus Mitleid mit der
menschlichen Rasse geschieht; denn da wir bereits
derart leiden, wenn wir einen Hund nach zehn oder
zwölf Jahren verlieren, wie groß wäre der Schmerz, wenn sie doppelt so lange lebten?


Der ist auch schön:

Freunde sind sich nahe,
auch wenn sie getrennt sind;
sie sind reich, auch wenn sie arm sind;
sie sind hilfsbereit, auch wenn sie krank sind;
ja, was unmöglich zu sein scheint: sie leben,
auch wenn sie schon gestorben sind.

Auch schön:

Wenn sich im Paradies eine Menschenseele
und eine Hundeseele begegnen,
muss sich die Menschenseele,
vor der Hundeseele verneigen.


» User #16294 schrieb:

Die Fährtenhundprüfung

Schlecht geschnüffelt, hochgeguckt,
eine kleine Maus verschluckt,
fand den Ort nicht, wo gewinkelt,
mehrfach in die Spur gepinkelt,
einmal leider "Platz" vergessen,
Gänseblümchen aufgefressen,
Hundeführer schlimm genarrt:
zweites Suchobjekt verscharrt,
zwölf Kartoffeln fein sortiert,
toten Maulwurf exhumiert,
Fährtenleine durchgekaut,
hinter Hasen abgehauen...

Bin der liebste Hund von allen.
Richter sagte: "Durchgefallen ..."

von Barbara Zimmermann


» User #6143 schrieb:

Ich mag das Lied:



Es gibt Tage, da wünscht' ich, ich wär mein Hund


Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund,
Ich läg‘ faul auf meinem Kissen und säh‘ mir mitleidig zu,
Wie mich wilde Hektik packt zur Morgenstund‘,
Und verdrossen von dem Schauspiel, legt‘ ich mich zurück zur Ruh‘.
Denn ich hätte zwei Int‘ressen:
Erstens Schlafen, zweitens Fressen.
Und was sonst schöngeistige Dinge angeht,
Wäre ausschließlich Verdauung
Der Kern meiner Weltanschauung,
Und der Knochen, um den diese Welt sich dreht,
Wär‘ allein meiner Meditationen Grund:
Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.

Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund,
Und ich hätte seine keilförmige Nase, dann erschien‘
Mir die Umwelt vor ganz neuem Hintergrund,
Und ich ordnete sie ein in ganz andre Kategorien:
Die, die aufrecht geh‘n, die kriechen,
Die, die wohl, die übel riechen,
Und den Typen, die mir stinken, könnt‘ ich dann
Hose oder Rock zerreißen
Und sie in den Hintern beißen,
Was ich heut‘ nur in extremen Fällen kann,
Denn ich kenn‘ meinen zahnärztlichen Befund:
Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund.

Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund,
Und dann kümmerte mich kein Besuch, kein Klatsch, keine Affär‘n,
Redete mir nicht mehr Fusseln an den Mund,
Um irgendwelchen Strohköpfen irgendetwas zu erklär‘n,
Denn anstatt zu diskutieren,
Legte ich mich stumm auf ihren Schoß,
Und sie kraulten mir zwangsläufig den Bauch.
Und sollt‘s an der Haustür schellen,
Würd‘ ich hingeh‘n, würde bellen,
Froh, daß ich niemanden reinzulassen brauch‘,
Und ich sagte: „Tut mir leid, aber zur Stund“
Ist der Boß nicht da, und ich bin nur der Hund.“

Es gibt Tage, da wünscht‘ ich, ich wär mein Hund,
Denn mir scheint, daß ich als er beträchtliche Vorteile hätt‘,
Denn ich lebte, wie ich leb‘, weiter im Grund,
Äße zwar unter dem Tisch, doch schlief‘ ich noch in meinem Bett,
Sparte aber ungeheuer,
Zahlte nur noch Hundesteuer,
Nur in einem bin ich als Mensch besser dran,
Darum mag er mich beneiden,
Denn ich bin der von uns beiden,
Der die Kühlschranktür allein aufmachen kann.
Und das sind Momente, die genieße ich,
Denn ich weiß, dann wünscht‘ mein Hund, er wäre ich.


Text und Musik von Reinhard mey





LG Dorilys


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